Corona-Warn-App soll im Mai 2023 eingestellt werden
Die Zukunft der Corona-Warn-App ist ungewiss. In ihrer jetzigen Form wird sie aller Voraussicht nach nur noch bis zum Mai nächsten Jahres weitergeführt. Dann wird sie entweder eingestellt oder umgebaut.

Am 16. Juni 2020 feierte Corona-Warn-App ihr Debüt als Software auf dem Smartphone, mit der man während den Hochzeiten der Coronavirus-Pandemie Kontakte nachverfolgen konnte. Im Lauf der Zeit hat das Robert Koch-Institut (RKI) die App um viele weitere nützliche Funktionen ergänzt. Neben der Anzeige der Inzidenzen bietet die Corona-Warn-App die Möglichkeit, seine digitalen Impf- und Genesenenzertifikate hinterlegen. Zudem kann man sie in 2- oder 3G-Lokalitäten zum Einchecken verwenden.
Doch so wie wir die Corona-Warn-App kennen, wird sie maximal nur noch bis zum Mai 2023 verfügbar sein. Wie die Redaktion des SPIEGEL erfahren hat, wird hinter den Kulissen im RKI gerade diskutiert, wie man die App künftig weiter einsetzen möchte. Sogar von der Einstellung der Software und dem Herunterfahren der Server ist die Rede.
Einsatz als Gesundheits- oder Bundes-Warn-App denkbar
Wie es ab Juni nächsten Jahres mit der Corona-Warn-App weitergeht, ist derzeit noch völlig unklar. Wie fast immer liegt es am lieben Geld. Bis jetzt hat die App in den letzten zwei Jahren insgesamt mehr als 150 Millionen Euro verschlungen. Der größte Teil des Geldes floss in die Weiterentwicklung sowie in die Serverinfrastruktur.
Der SPIEGEL schreibt, dass man das Grundgerüst der Corona-Warn-App für andere Zwecke nutzen könnte. Denkbar wäre demnach der Einsatz als allgemeine Bundes-Warn-App. Ein anderer Gedanke verfolgt das Ziel, aus der Corona-Warn-App eine Gesundheits-App zu machen. Diese könnte beispielsweise die digitale Patientenakte (ePA) enthalten. Auch das Einlösen von digitalen Rezepten in Apotheken, den sogenannten "E-Rezepten", könnte man mit einer Gesundheits-App realisieren.
Auch das Aus der App ist denkbar
Die letzte Möglichkeit über die im RKI diskutiert: die App einfach komplett einstellen. Sie hätte ihren Zweck zur Kontaktverfolgung erfüllt und würde dann ihr Dasein im "Museum der Kommunikation" fristen.
Zumindest das Gesundheitsministerium hat im Rahmen des zweijährigen Jubiläums festgestellt: Eine Verknüpfung von E-Rezepten oder der ePA ist für die Corona-Warn-App in ihrer jetzigen Form nicht angedacht und wird auch nie realisiert. Bis zum Mai 2023 soll es nur noch kleinere Verbesserungen sowie Fehlerbehebungen geben.
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