WhatsApp auf dem Weg zur Interoperabilität mit anderen Messengern

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Hendrik

In der EU müssen sogenannte Gatekeeper ihre Dienste dahingehend öffnen, dass diese mit denen anderer Bieter kompatibel sind. Bei WhatsApp scheint mit einer neuen Übersicht zu "Third-Party Chats" bereits Bewegung in die Sache zu kommen. 

WhatsApp auf dem Weg zur Interoperabilität mit anderen Messengern

Der Begriff Interoperabilität sitzt sämtlichen Messengern schon seit einigen Monaten im Nacken, genau genommen seitdem das EU-Parlament positiv über den Digital Markets Act votiert hatte. Innerhalb der EU müssen sogenannte Gatekeeper, das sind Unternehmen mit besonders viel Einfluss, den Versand und den Empfang von Nachrichten anderer Anbieter zulassen. 

Den Titel "Gatekeeper" erhalten Dienste, die innerhalb der EU mehr als 45 Millionen aktive Nutzer vorweisen können. Wenig überraschend erfüllen unter anderem die beiden Meta-Dienste WhatsApp und Facebook Messenger diese Voraussetzung. Apple hingegen wehrt sich mit seinem Dienst iMessage noch gegen die Einordnung als Gatekeeper.

Als Begründung verweist Cupertino auf die unbedeutende Rolle des Dienstes iMessage, der mit weniger als 45 Millionen Nutzern innerhalb der EU eigenen Aussagen zufolge keinen nennenswerten Einfluss auf den hiesigen Markt haben soll. 

Forderung: Plattformübergreifende Kommunikation

Innovationen fördern und gleichzeitig einen fairen Wettbewerb unter allen Teilnehmern ermöglichen. Dabei dürfen sicherheitsrelevante Aspekte zu keiner Zeit hinten anstehen. So formulierte die EU einst ihre Beweggründe, den digitalen Markt mit den neuerlichen Gesetzen zu revolutionieren. 

Wer hauptsächlich iMessage nutzt und dem Dienst auch weiterhin treu bleiben möchte, soll in der digitalen Welt nicht ausgeschlossen werden, da ihm der Zugang zu WhatsApp fehlt. Die exakte Umsetzung der Vorgaben obliegt den jeweiligen Unternehmen. Fest steht jedoch, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch weiterhin Bestand haben soll. 

Nachdem die klassische SMS in der Praxis weitestgehend ausgestorben scheint, fehlt es den am Markt befindlichen Anbietern an einer einheitlichen Schnittstelle zur plattformübergreifenden Kommunikation. 

Third-Party Chats in WhatsApp aufgetaucht

Einem Beitrag von WABetaInfo scheint sich WhatsApp bereits auf die kommende Veränderung in der Messenger-Welt einzustellen. So befindet sich im Programmcode der Android-Version 2.23.19.8 ein neuer Bereich mit der Bezeichnung "Third-Party Chats". Offensichtlich sollen im jenen Abschnitt Chats dargestellt werden, die von einer anderen Plattform als WhatsApp eingegangen sind. 

Bislang fungiert der Bereich allerdings lediglich als Platzhalter. Aktionen lassen sich dort noch nicht ausführen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist auch noch nicht geklärt, ob die Anordnung am Ende tatsächlich in der Form übernommen wird oder ob WhatsApp "fremde" Chats in die bereits bekannte Übersicht integriert. 

In jedem Fall scheint sich WhatsApp mit den anstehenden Neuerungen intensiv auseinanderzusetzen. Im Vergleich dazu fährt Apple die bereits bekannte Strategie und versucht sich gegen eine Öffnung von iMessage zu wehren. Es ist davon auszugehen, dass dieser Kampf lange andauert und Cupertino auch nicht davor zurückschreckt, die im Raum stehenden Strafzahlungen in Höhe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes zu riskieren. 

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