iOS 27: Apple öffnet AirPlay für Google Cast
Apple bereitet mit iOS 27 eine fundamentale Änderung vor: Das geschlossene Streaming-System AirPlay soll erstmals native Alternativen von Drittanbietern zulassen. Hintergrund ist der EU-Digital-Markets-Act, der Apple zur Plattformöffnung zwingt.

Apple arbeitet an einer weitreichenden Änderung für das nächste iOS-Update: Das bisher geschlossene Streaming-System AirPlay soll erstmals alternative Protokolle von Drittanbietern auf Systemebene zulassen. Hintergrund ist der Digital Markets Act der Europäischen Union, der Apple als Gatekeeper zur Öffnung seiner Plattform zwingt. Für iPhone-Nutzer in der EU bedeutet dies, dass sie künftig nicht mehr auf Apples eigene Hardware angewiesen sind, um Medien auf Fernseher oder Lautsprecher zu übertragen. Die offizielle Vorstellung von iOS 27 steht auf der WWDC 2026, die Veröffentlichung ist für September geplant.
DMA zwingt zur Öffnung
Der Digital Markets Act (DMA) der EU-Kommission klassifiziert Apple als „Gatekeeper“ und verpflichtet den Konzern, bestimmte Schnittstellen und Dienste für Mitbewerber zugänglich zu machen. Die Spezifikationsverfahren dazu begannen bereits im März 2025, nachdem die EU-Kommission darauf gedrungen hatte, dass Drittanbieter denselben Zugriff auf die Konnektivitätsfunktionen von iOS erhalten wie Apples eigene Dienste. Die geplante Öffnung des Casting-Systems fügt sich in eine Reihe weiterer DMA-bedingter Anpassungen: Apple hat bereits den Support für Drittanbieter-Smartwatches verbessert, alternative App-Marktplätze zugelassen und den Lightning-Anschluss durch USB-C ersetzt. Die Casting-Änderung dürfte voraussichtlich zunächst nur innerhalb der Europäischen Union greifen — ähnlich wie bei den alternativen App-Stores bleibt die Maßnahme regionalspezifisch.
Google Cast als Alternative
Als primäre Alternative zu AirPlay steht Google Cast im Fokus — das Protokoll ist seit 2013 fest in zahlreichen Fernsehern, Chromecast-Dongles und Nest-Lautsprechern integriert. Anders als bisherige AirPlay-Alternativen, die oft auf einzelne Apps beschränkt waren, soll Google Cast ab iOS 27 systemweit verfügbar sein. Das bedeutet: Nutzer können einen Google Cast-fähigen Fernseher oder Lautsprecher aus jeder App ansteuern, ohne Umwege über Drittanbieter-Apps. Bisher waren AirPlay-Alternativen in der Regel nur dann verfügbar, wenn dieselbe App sowohl auf dem iPhone als auch auf dem Empfangsgerät geöffnet war. Die systemweite Integration eliminiert diese Hürden und ermöglicht nahtloses Streaming von Musik, Fotos und Videos an Geräte, die Apple AirPlay nicht unterstützen.
Systemweite Integration
Künftig können Nutzer das bevorzugte Casting-Protokoll direkt in den Systemeinstellungen festlegen — ein Google Cast-fähiger Fernseher oder ein Nest-Lautsprecher lässt sich dann aus jeder App ansteuern. Apple warnt traditionell bei jeder Systemöffnung vor potenziellen Sicherheitsrisiken durch Drittanbieter-Software, bleibt aber konkret bei dieser Änderung. Der Markt für drahtlose Bildschirmübertragung wächst rasant — allein das Segment der Drittanbieter-Software verzeichnet eine jährliche Wachstumsrate von 13,8 Prozent, und der AirPlay-kompatible Markt für drahtlose Displays wird 2026 auf rund 5,4 Milliarden Euro geschätzt. Die systemweite Integration markiert einen grundlegenden Wandel: Weg von der app-zentrierten Bedienung, hin zu einer Protokoll-agnostischen Streaming-Experience.
Zusammenfassung
iOS 27 ermöglicht die native Integration von Google Cast als Alternative zu AirPlay. Die Öffnung ist eine direkte Folge des EU-Digital-Markets-Act, der Apple als Gatekeeper zur Plattformöffnung zwingt. Nutzer in der EU können künftig in den Systemeinstellungen das Standard-Protokoll wählen, ohne Umwege über Drittanbieter-Apps. Die offizielle Vorstellung steht auf der WWDC 2026.
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