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Anthropic stellt Claude Science vor: KI-Workbench für wissenschaftliche Forschung

Anthropic hat Claude Science als öffentliche Beta vorgestellt. Die Desktop-App richtet sich an Forscher und bündelt Analysen, Datenbanken und Reproduzierbarkeit in einem Werkzeug für macOS und Linux.
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AppTickerTeam
Vor 7 Std4 Min. Lesezeit
Anthropic stellt Claude Science vor: KI-Workbench für wissenschaftliche Forschung
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Anthropic erweitert sein KI-Angebot um ein neues Produkt für die akademische Welt. Mit Claude Science gibt es nun eine spezialisierte Desktop-App, die den Arbeitsalltag von Wissenschaftlern unterstützen soll. Das Tool deckt den gesamten Forschungsprozess ab und verbindet KI-Kompetenz mit etablierten Labor-Workflows. Die App steht als öffentliche Beta für macOS und Linux zur Verfügung und richtet sich explizit an Nutzer in Forschung und Entwicklung.

Workbench statt neues Modell

Claude Science ist kein eigenständiges KI-Modell, sondern eine Workbench-Software, die auf den bereits bekannten Claude-Modellen aufbaut. Sie ergänzt die bestehende Claude-App, die bisher die Bereiche Claude AI, Cowork und Code umfasste. Die neue App ist in den Tarifen Pro, Max, Team und Enterprise enthalten und nutzt die gleiche Modellbasis wie die anderen Angebote.

Der Unterschied zu allgemeinen KI-Assistenten liegt in der Tiefe der Integration. Während herkömmliche Chat-Tools über Wissenschaft diskutieren können, führt Claude Science echte Analyse-Pipelines aus, koordiniert Rechenjobs und verfolgt den gesamten Sitzungsverlauf nachvollziehbar. Forscher erhalten damit ein Werkzeug, das den Weg von der Datenaufbereitung bis zur Veröffentlichung begleitet.

Spezialisten für die Lebenswissenschaften

Die App bringt sechs spezialisierte Analysespezialisten mit, die auf verschiedene Fachgebiete zugeschnitten sind:

  • Genomik
  • Einzelzellanalyse (single-cell RNA-seq)
  • Proteomik
  • Strukturbiologie
  • Cheminformatik
  • Molekulare Gestaltung

Claude Science greift nativ auf mehr als 60 wissenschaftliche Datenbanken zu, ohne dass Nutzer jedes System einzeln erlernen müssen. Über die Integration des NVIDIA BioNeMo Agent Toolkit verbindet sich die App zudem mit spezialisierten Life-Science-Modellen wie Evo 2, Boltz-2 und OpenFold3. Moleküle, Proteine, Strukturen und Genom-Tracks lassen sich direkt in der App inspizieren, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen.

Volle Reproduzierbarkeit und Review

Ein zentrales Merkmal von Claude Science ist die vollständige Nachvollziehbarkeit jedes Arbeitsschritts. Jedes Ergebnis enthält den genauen Code, die verwendete Umgebung, eine Beschreibung und die dazugehörige Konversation. Damit lässt sich eine Analyse auch Monate später noch reproduzieren, was in der wissenschaftlichen Praxis oft ein Schwachpunkt ist.

Ein automatischer Reviewer läuft im Hintergrund und prüft auf fehlerhafte Zitate, nicht nachvollziehbare Zahlen sowie Abbildungen, die nicht zum zugrunde liegenden Code passen. Forscher können Diagramme und Tabellen direkt annotieren, um Änderungen anzufordern – der Agent liest den Erzeugungs-Code und passt ihn entsprechend an. Ergebnisse speichern sich als wiederverwendbare Skills, die jede neue Sitzung automatisch übernimmt.

Rechenleistung vom Laptop bis zum Cluster

Claude Science läuft auf der eigenen Infrastruktur des Nutzers. Ob auf dem persönlichen Laptop, einem Linux-Rechner im Labor, einem HPC-Login-Node oder einer Cloud-VM – die App passt sich an. Jobs können lokal ausgeführt, über SSH auf Slurm-Clustern eingereicht oder über ein Modal-Konto gesteuert werden.

Während der Analyse bleiben Variablen, Datenframes und geladene Modelle im Speicher, was schnelle Iterationen ermöglicht. Über Connectors lassen sich interne APIs, elektronische Laborbücher und maßgeschneiderte Pipelines des eigenen Labors anbinden. Bestehende Python-, R- und Shell-Skripte liest die App, führt sie aus und baut darauf auf – ein kompletter Neuanfang ist nicht nötig.

Verfügbarkeit und Preise

Claude Science ist als öffentliche Beta verfügbar und richtet sich an Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Kunden von Anthropic. Für akademische und gemeinnützige Forschungslabore gibt es einen rabattierten Claude Team-Plan mit Zugang zur App. Die Verifikation erfolgt über den Principal Investigator der Einrichtung.

Enterprise-Kunden erhalten zusätzliche Funktionen wie SSO, SCIM-Provisioning, benutzerdefinierte Rollen und Nutzungs-Analytics. Administratoren müssen die Beta vor der Nutzung durch die Belegschaft explizit freigeben. Damit deckt Anthropic sowohl kleine Labore als auch große Forschungseinrichtungen mit passenden Zugangsmodellen ab.

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