Apples Anwalt reagiert auf Spotifys Vorwürfe
Derzeit herrscht dicke Luft zwischen dem schwedischen Musikstreaminganbieter Spotify und Apple, welches bekanntlich auch selbst mit Apple Music einen Musikstreamingdienst betreibt. Spotify wirft Apple vor, absichtlich ein Update für die iOS-App zu blockieren, um den hauseigenen Musikstreamingdienst zu bevorteilen. Dadurch behindere Apple den freien Wettbewerb, so Spotify.
Dieser Streit hat sich dabei nicht von heute auf morgen entwickelt, sondern über die letzten Wochen. Spotify bewarb erst über die iOS-App eine dreimonatige Testphase des eigenen Musikstreamingdienstes für 99 Cent, wobei der Vertragsabschluss außerhalb der App durchgeführt wurde. Apple drohte daher mit der Entfernung der Spotify-App aus dem iOS App Store, woraufhin Spotify die Werbung abschaltete und mit dem neuen Update auch gleich komplett die Möglichkeit Abos über die App abzuschließen. Dieses Update wird nun nicht durchgelassen, was Spotify für ungerechtfertigt hält.
Apple: Spotify hat mehrmals bewusst die Richtlinien verletzt
Nun hat auch Apple auch auf die Vorwürfe reagiert, und zwar mit einem dreiseitigen Brief den der Anwalt des Unternehmens, Bruce Sewell, an Spotify sendete. Eine Kopie davon wurde auch Buzzfeednews zugänglich gemacht und kann in dem dazugehörigen Artikel auch vollständig gelesen werden. Wenn man es kurz macht, dann hält Apple die Vorwürfe für aus der Luft gegriffen und sieht eine bewusste Verletzung der Richtlinien durch Spotify.
Die Einleitung des Briefes beginnt aber damit, dass Apple enttäuscht über die öffentlichen Angriffe sei und die Gelegenheit daher zur Klarstellung nutzen möchte. Als erstes hält Apples Anwalt fest, dass Spotify seit 2009 über den iOS App Store 160 Millionen Downloads verzeichnet hat, was dem Musikstreaminganbieter hunderte Millionen US-Dollar an Einnahmen beschert hat. Daher finde es Apple nun beunruhigend, dass Spotify nun für sich Ausnahmen von den App Store Richtlinien verlange.
Diese Richtlinien gelten für alle gleichermaßen und Apple benachteilige weder Spotify, Google Play Music, Pandora, Tidal, Amazon Music oder die ganzen anderen Musikstreaminganbieter. Apple schätze freien Wettbewerb und habe viel Arbeit in den App Store und die damit zusammenhängenden Funktionen gesteckt. Wenn Spotify nun eine Ausnahme verlange, dann würde es gegenüber dem Rest der Konkurrenz einen enormen Vorteil erhalten und das wäre wiederum gegen den freien Wettbewerb, so Apple-Anwalt Sewell.
Auch auf die beiden letzten von Spotify eingereichten Updates geht der Brief ein und erklärt, wieso diese abgelehnt wurden. Das erste Update, das nicht den Richtlinien entsprach, wurde von Spotify am 26. Mai eingereicht und hatte statt der Abos als In-App-Käufe nur noch Anmeldefelder die eine Emailadresse benötigen. Das wiederum ist eine klare Richtlinienverletzung, da die Emailadressen zum Abschluss von Abos außerhalb des App Stores genutzt werden sollen. Etwas später am 10. Juni reichte Spotify dann ein verbessertes Update ein, welches wieder die Anmeldefelder statt der In-App-Käufe hat. Daher wurde dieses Update auch wieder nicht durchgelassen.
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