Apple und Broadcom: Chip-Partnerschaft läuft bis 2031 – eigener Modem-Wechsel verzögert sich

Apple setzt beim Bau seiner eigenen Mobilfunkchips auf eine langsame, aber konsequente Evolution. Statt eines radikalen Bruchs mit dem Partner Broadcom wählt das Unternehmen einen gemischten Ansatz, der die etablierte Lieferkette schrittweise ersetzt. Mit der Ausweitung des Vertrags bis 2031 signalisiert Apple klare Prioritäten: erstens die Absicherung der aktuellen Hardware-Produktion und zweitens die ruhige Einarbeitung der eigenen C-Serie in die Gerätepalette. Diese Strategie entkoppelt die langfristige Vision von der kurzfristigen Realität. Während die Forschung an leistungsfähigeren Modems weiterläuft, muss die Produktion im laufenden Geschäftsjahr auf bewährte Komponenten setzen.
Langlebige Partnerschaft statt Neuanfang
Mit dem verlängerten Abkommen sichert sich Apple die langfristige Versorgung mit maßgeschneiderten Halbleitern. Broadcom bedient das Unternehmen weiterhin als zentraler Partner für Konnektivitätskomponenten, wobei der Fokus auf Radio-Frequenz-Chips für die Mobilfunkübertragung liegt. Hinzu kommen Bauteile für Wi-Fi- und Bluetooth-Verbindungen sowie diverse Netzwerk-Semikonduktoren für die gesamte Gerätepalette. Diese Kontinuität schlug sich unmittelbar am Aktienmarkt nieder: Die Broadcom-Aktie legte im Vorhandel um nahezu vier Prozent zu.
Fortschritt beim Eigenbau schreitet voran
Die Integration der C-Serie in die Geräteflotte erfolgt sukzessive. Der erste Chip, der C1, startete im iPhone 16E und punktet vor allem durch einen deutlich geringeren Stromverbrauch im Vergleich zu den bisherigen Lösungen von Drittanbietern. Auf den C1 folgte der C1X, der nun in einer Reihe weiterer Modelle zum Einsatz kommt. Aktuell ist dieser Chip in folgenden Geräten verbaut:
- iPhone Air
- iPhone 17E
- ausgewählte iPad-Modelle
Eine technische Limitierung teilen sich diese Generationen jedoch: Sie verzichten auf die Unterstützung von mmWave 5G. Diese Variante nutzt extrem hohe Frequenzen für höchste Datenraten, ist aber aufgrund ihrer kurzen Reichweite vor allem an stark frequentierten Orten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Stadien relevant. Den nächsten Schritt plant Apple bereits: Die C2-Generation soll im Herbst 2026 in den Flaggschiff-Modellen iPhone 18 Pro, Pro Max und Ultra Einzug halten und erstmals mmWave 5G beherrschen. Die Fertigung aller C-Serie-Chips liegt bei TSMC, was Apple volle Kontrolle über die Produktionskapazitäten garantiert.
Langsamer Übergang bis 2031
Der lange Vertrag mit Broadcom verdeutlicht, dass Apple einen kompletten Wechsel zu eigenen Modems nicht kurzfristig anstrebt. Bis 2031 wird der Halbleiterkonzern weiterhin Konnektivitäts-Chips für Apple liefern, was auf einen langsamen, sorgfältigen Übergang hindeutet. Experten gehen davon aus, dass die Einführung der C2-Generation stufenweise erfolgen wird. Es ist durchaus möglich, dass ältere C-Serie-Chips in bestimmten Produktlinien noch mehrere Jahre lang verbaut werden, während in anderen Bereichen vorübergehend auf Komponenten von Drittanbietern zurückgegriffen wird. Ein gleichzeitiger Rollout über alle iPhone- und iPad-Modelle ist daher in naher Zukunft nicht zu erwarten.
Zusammenfassung
Der verlängerte Vertrag sichert Apple die Broadcom-Lieferkette bis 2031 und unterstreicht die Strategie eines langsamen Übergangs zu eigenen Modems. Während der C2-Chip mit mmWave-5G-Unterstützung bereits im Herbst 2026 in den Pro-Modellen starten soll, wird ein vollständiger Umstieg auf die C-Serie in allen Produktlinien noch mehrere Jahre dauern.
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