Apple warnt vor Lieferengpässen und Preisanstiegen im Herbst

Apple hat in seinem Quartalsgespräch vom 30. Juli vor Lieferengpässen im kommenden Herbst gewarnt. CEO Tim Cook erklärte, dass das Kundeninteresse die internen Prognosen deutlich übersteigt. Besonders die Produktlinien iPhone und Mac sind von der hohen Nachfrage betroffen. Insgesamt umfasst das Problem drei Kernfamilien des Unternehmens. Die Versorgungsprobleme entstehen nicht durch Produktionsausfälle, sondern durch eine unerwartet starke Marktnachfrage.
Nachfrage übertrifft Erwartungen
Die aktuellen Engpässe haben nichts mit mangelnder Leistungsfähigkeit der Zulieferer zu tun. Stattdessen trifft Apple eine Kundennachfrage, die die eigenen Prognosen in weiten Teilen übertroffen hat. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Produktlinien iPhone und Mac, die nach Angaben des Unternehmens besonders stark abschnitten. Insgesamt sind drei Kernfamilien betroffen: iPhone, iPad und Mac. Apple geht davon aus, dass die hohe Nachfrage auch im September-Quartal anhält und die Lieferengpässe sich entsprechend weiter ausweiten werden.
Halbleiter-Knappheit treibt Engpässe
Eine zentrale Ursache für die Versorgungsprobleme liegt in der begrenzten Verfügbarkeit fortschrittlicher Halbleiter-Produktionskapazitäten. Auf diesen speziellen Fertigungsknoten werden die leistungsstarken Prozessoren für Apples Geräte hergestellt, und die Nachfrage nach dieser Technologie übersteigt aktuell das Angebot. Zudem bietet die gesamte Lieferkette weniger Flexibilität als in vergangenen Marktphasen. Dadurch lassen sich Engpässe nur schwer ausgleichen und die Situation verschärft sich von Quartal zu Quartal. Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, die Chip-Beschaffung in einem zunehmend knappen Markt zu sichern.
Speicherpreise zwingen zu Teuerungen
Neben den Chip-Engpässen belasten steigende DRAM-Speicherpreise die Kostenstruktur erheblich. Im Juni-Quartal musste Apple bereits mehr für Speicherchips ausgeben als im Vorquartal, und für das September-Quartal werden noch höhere Beschaffungskosten erwartet. Tim Cook verglich die Preissituation mit einer Jahrhundertflut und betonte, dass die Preiserhöhungen nur widerwillig vorgenommen wurden. Bereits im Juni wurden die Listenpreise für Macs und iPads angehoben, um die gestiegenen Materialkosten zu kompensieren. Der globale DRAM-Markt wird von lediglich drei Lieferanten dominiert, was die Verhandlungsposition von Apple einschränkt. Das Unternehmen prüft aktuell alle Optionen, um diese Abhängigkeit zu verringern.
Kompensation und neuer Produktschub
Kurzfristig versucht Apple, die Kostensteigerungen durch zwei Hebel zu puffern. Lagerbestände aus früheren Quartalen sollen als Puffer dienen, doch dieser Vorrat wird sich nach dem September-Quartal deutlich verringern. Zusätzlich rechnet das Unternehmen mit niedrigeren Beschaffungskosten bei bestimmten Nicht-Speicher-Komponenten als zweite Entlastungsmöglichkeit. Langfristig prognostiziert Apple jedoch weiterhin steigende Preise im Speichermarkt, die die finanzielle Belastung für das Gesamtgeschäft erhöhen werden. Im September sind zudem die neuen iPhone-Modelle geplant: iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und das erste faltbare iPhone von Apple. Der Earnings Call am 30. Juli war Tim Cooks letzter als CEO, was der Warnung vor den Lieferengpässen zusätzliche Aufmerksamkeit verlieh.
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