EU-Kommission: Alternativer zweiter App Store für iOS ist die Zukunft
Ist Apples Appstore ein Monopol? Mit dieser Frage hat sich die EU-Kommission beschäftigt. Die eindeutige Antwort lautet ja. In einem Interview erläutert die Kommissarin Margrethe Vestager näheres und gibt an, dass ein Antrag für einen zweiten, alternativen App Store bereits in dem EU-Parlament eingegangen sei.

Aktuell werden Debatten in vielen Ländern der Welt geführt, in denen es darum geht, ob einige Firmen zu viel Macht haben und ein wettbewerbswidriges Monopol betreiben. Den Anschuldigungen muss sich auch Apple regelmäßig stellen, immerhin gilt der Konzern als einer der größten und reichsten der Welt. Als Paradebeispiel gilt der Prozess zwischen Cupertino und Epic, welcher vor einiger Zeit abgehalten wurde. Aber auch in Europa gibt es viele Diskussionsthemen bezüglich Apple. Aktuell wird vor allem über den App Store gesprochen. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sieht in dem Konzept des App Stores ein Monopol und mahnte an, dass Apple in Zukunft mit diesbezüglichen Einschränkungen zu rechnen habe. Dies äußerte sie in einem Interview mit der Journalistin Kara Swisher, die bei der New York Times arbeitet.
Ist der App Store ein Monopol? Die EU möchte Alternativen
Vestager äußerte in dem Interview, dass sie in dem derzeitigen Bestehen des App Stores ein Monopol sähe. Apple benachteilige andere Anbieter von Spielen, Filmen und Musik und stelle stattdessen seine eigenen Dienste massiv in den Vordergrund. Dies gehe aus einer durchgeführten Untersuchung hervor. Die wenigsten Nutzer nähmen Dienste anderer Unternehmen in Anspruch. Dies wird damit erklärt, dass Nutzer auf den App Store, und somit dessen Regeln und Bedingungen, angewiesen seien. Eine Alternative zum App Store gibt es nicht. Hier sei ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht zu erkennen. Kleine Unternehmen wie Streamingdienste hätten bereits unter Apples Politik zu leiden.
Auf der anderen Seite könne Vestager aber Apples Beweggründe verstehen. Der Konzern begründet die alleinige Existenz des App Stores nämlich mit Datenschutz und Sicherheit. Jede App wird auf den Prüfstand gestellt, bevor sie in den App Store einziehen darf. So sollen betrügerische Apps im vornherein entlarvt werden. Außerdem können Nutzer einsehen, welche Apps wie viele und welche Daten verschlingen. Vestager merkt dennoch an, dass Sicherheit und Datenschutz nicht zu Lasten eines fairen Wettbewerbs gehen dürften. Die aktuelle Situation des App Stores sei nicht akzeptabel.
Aus diesen Gründen spricht sich Vestager für einen zweiten, alternativen App Store aus. Dieser sei die Zukunft und bereits von Seiten der Kommission als Gesetzesvorschlag in das Europäischer Parlament eingegangen. Sollte sich die Entscheidung tatsächlich durchsetzen, hätte dies starke Konsequenzen für Apple: Alle Apps, die sich im App Store befinden, müssen einen Teil der Einnahmen, die auf dem jeweiligen Betriebssystem generiert wurden, an Apple abgeben. Dies nennt sich "Apple Tax". Durch einen alternativen App Store würden also viele dieser Einnahmen wegfallen.
Was haltet ihr von einem alternativen App Store? Ist die Forderung angemessen, oder sollte es zu Gunsten eines strengen Datenschutz und einer hohen Sicherheit für die Nutzer bei einem einzigen App Store bleiben?
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