FlickType für iPhone: Tastatur für Blinde vor dem Aus
Ein wichtiges Feature für sehbehinderte Menschen steht vor dem Aus. Zwischen dem Entwickler und Apples Review Team kam es erneut zu Unstimmigkeiten, weshalb Erstgenannter nun die Reißleine zieht.

FlickType ist eine beliebte App, die hauptsächlich auf der Apple Watch zum Einsatz kommt. Die Anwendung stellt eine Tastatur mit diversen Zusatzfunktionen zur Verfügung. Unter anderem beinhaltet das Repertoire von FlickType eine Swipe-Funktion und Autokorrekturen, die Features lassen sich darüber hinaus individuell anpassen.
Ein vor allem für sehbehinderte Menschen wertvolles Zusatzfeature wird es schon bald nicht mehr geben, wie der App-Entwickler nun verkündete.
Review-Team verhindert FlickType-Update
Kosta Eleftheriou ist der Entwickler von FlickType und bereits aufgrund diverser Auseinandersetzungen mit Cupertino bekannt. Im aktuellen Fall mündete die Auseinandersetzung damit, dass Eleftheriou entnervt aufgegeben hat. Auf Twitter berichtet der Entwickler von den Vorkommnissen und seinen persönlichen Konsequenzen.
Demnach habe Apple eine kürzlich eingereichte Aktualisierung für die Blindentastatur von FlickType aufgrund unberechtigter Vorwürfe abgelehnt. Die nun erfolgte Ablehnung ist der jüngste Vorfall zwischen Eleftheriou und Apple. Der Entwickler gibt an, dass im Vorfeld bereits mehrfach Aktualisierungen abgelehnt worden sind.
Die von Apple genannten Gründe entsprechen nicht der Wahrheit, so der App-Entwickler. In der Vergangenheit konnte Eleftheriou das Review Team von Apple stets von einer Zulassung überzeugen. Im aktuellen Fall würde das Prüfteam seine Kontaktversuche sogar ignorieren, so die Erklärung auf Twitter. Da Eleftheriou keine Kraft mehr für diese Spielereien habe, nimmt der Entwickler die Funktion für iOS mit einem kommenden Update vom Netz.
Ablehnungsgrund wurde bereits widerlegt
Der iPhone-Konzern führt in seiner Ablehnungsbegründung aus, dass die Tastatur-Erweiterung von FlickType ohne vollen Zugriff auf das Netzwerk oder weitere iOS-Features nicht wie beschrieben funktioniert. Allerdings gab es diese Beanstandungen bereits in den vergangenen drei Jahren immer wieder zu Unrecht, so der genervte Entwickler. Auf den Hinweis, VoiceOver zu aktivieren, reagierten die Prüfer von Apple gar nicht erst.
Als Konsequenz aus der jetzigen Auseinandersetzung wirft der Entwickler nun das Handtuch und nimmt die Funktion für Blinde und Sehbehinderte aus seiner App.
Eleftheriou unbeliebter Entwickler?
Die Vermutung liegt nahe, dass der Entwickler dem Konzern nicht wohlgesonnen ist. Bereits vor einigen Monaten verklagte Kosta Eleftheriou den kalifornischen Konzern, da man in Cupertino keine ausreichenden Maßnahmen gegen Scam-Software und den dadurch entstandenen Schaden unternehmen würde. Darüber hinaus stört sich der Entwickler an der Tatsache, dass Apple die Scam-Software nicht nur zulässt, sondern auch noch daran verdient.
Im März diesen Jahres verklagte Eleftheriou den Konzern daher auf Schadensersatz. Gut möglich also, dass die erneute Ablehnung im App Store somit andere Hintergründe als die von Apple aufgeführten Gründe hat. Sollte dem so sein, wird die Auseinandersetzung leider auf den Rücken derer ausgetragen, die von der praktischen Funktion bisher am meisten profitieren konnten.
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