Technik News · Speicher

GoPro warnt vor Insolvenz, angeblich wegen explodierender Speicherpreise

Der Actionkamera-Pionier GoPro hat formelle Zweifel am eigenen Fortbestand offengelegt. Der KI-Boom treibt Speicherchip-Preise in die Höhe, während gleichzeitig Umsatz einbricht und Barmittel halbiert werden.

A
AppTickerTeam
Vor 4 Std4 Min. Lesezeit
GoPro warnt vor Insolvenz, angeblich wegen explodierender Speicherpreise
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

GoPro, einst der prägende Name im Markt für Action-Kameras, sieht sich mit existenziellen finanziellen Problemen konfrontiert. Das kalifornische Unternehmen hat in seinen jüngsten Finanzunterlagen erhebliche Zweifel an der Fähigkeit offengelegt, den Betrieb als fortgeführtes Unternehmen aufrechtzuerhalten. Diese formelle Warnung, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers untermauert wurde, könnte Kreditverstöße auslösen und die gesamte Finanzierung des Unternehmens gefährden. Die Aktie reagierte mit einem Acht-Prozent-Rückgang im vorbörslichen Handel. Während der KI-Boom die Preise für Speicherchips in die Höhe treibt, kämpft GoPro gleichzeitig mit einem einbrechenden Geschäft und halbierten Barmitteln.

Speicherpreise verdoppelt sich

Die Nachfrage nach Halbleitern für den Ausbau von Rechenzentren explodiert, getrieben durch den Boom der Künstlichen Intelligenz. GoPro musste im ersten Quartal feststellen, dass sich die Kosten für Speicherbausteine in einigen Bereichen mehr als verfünffacht haben. Diese Materialpreis-Spirale belastet die Produktion, während gleichzeitig die Absatzzahlen sinken. Der Effekt ist branchenweit spürbar, doch bei GoPro trifft er auf eine bereits geschwächte Geschäftsposition. Steigende Einkaufspreise für Chips und fallende Einnahmen aus Verkäufen — dieser Schereneffekt zerrt an den Margen und verschärft die finanzielle Lage.

Umsatz und Barmittel einbrechen

Die Finanzzahlen zeichnen ein düsteres Bild: GoPro erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 651,5 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von fast 19 Prozent gegenüber den 801,5 Millionen Dollar im Vorjahr entspricht. Dennoch verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 83,3 Millionen Dollar. Die Barmittel halbierten sich innerhalb eines Jahres von 102,8 Millionen auf nur noch 49,7 Millionen Dollar. Die kumulierten Gesamtverluste belaufen sich inzwischen auf 775,1 Millionen Dollar. Diese Entwicklung zeigt, dass das Unternehmen nicht nur kurzfristig unter Druck steht, sondern seit Jahren strukturelle Schwierigkeiten bewältigen muss.

Kreditverträge und Ausfallrisiko

Die Finanzierung von GoPro stützt sich auf zwei Säulen: eine 50-Millionen-Dollar-vereinbarung mit Farallon Capital Management und Wells Fargo sowie eine Wandelschuldverschreibung über同样 50 Millionen Dollar, die im Februar 2026 mit YA II PN geschlossen wurde. Die Kreditverträge enthalten Going-Concern-Klauseln, die eine solche Warnung als Zahlungsausfall interpretieren — rechtlich vergleichbar mit einem Vertragsbruch. Weil die Kredite gekoppelt sind, könnte ein einzelner Ausfall die gesamte Finanzierungskette in Bewegung setzen. Das Unternehmen hat bereits Vertragsbedingungen verletzt und sucht aktiv Gespräche mit seinen Geldgebern. Pläne zur Restrukturierung wurden bisher nicht vorgelegt.

MAX2-Kamera belastet Lage

Die 360-Grad-Kamera MAX2, die GoPro im September 2025 auf den Markt brachte, erwies sich als finanzieller Belastungsfaktor. Technische Schwierigkeiten und verspätete Verfügbarkeit sorgten für enttäuschende Absatzzahlen. Das ambitionierte Produkt sollte einen neuen Marktsegment erschließen, doch die Entwicklung kostete mehr als geplant und generierte weniger Einnahmen als erwartet. In einer Phase, in der das Unternehmen ohnehin mit sinkenden Umsätzen und steigenden Materialkosten kämpft, wirkt das Scheitern dieses Premium-Produkts wie ein zusätzlicher Schlag. GoPro hatte sich mit der MAX2 einen Schritt gewagt, der über die bewährte Core-Produktlinie hinausging — und dieser Schritt kostete mehr, als geplant.

Zusammenfassung

GoPro warnt formell vor möglichen Insolvenzfolgen, da Speicherchip-Preise durch den KI-Boom verdoppelt wurden und der Umsatz 2025 um 19 Prozent sank. Barmittel halbierten sich auf 49,7 Millionen Dollar, kumulierte Verluste liegen bei 775,1 Millionen Dollar. Das Unternehmen verstößt bereits gegen Kreditbedingungen und sucht Gespräche mit Geldgebern — Restrukturierungspläne fehlen.

Kommentar

Aus unserer Sicht sind nicht die Speicherpreise die Ursache für die drohende Insolvenz, denn diese dürften einen sehr niedrigen Anteil an den Herstellungskosten haben. Viel mehr die falsche Produkt- und Preispolitik und verstärkte Konkurrenz in Form von DJI und Insta360 lassen die Umsätze von GoPro schrumpfen und die Kunden zu der besagten Konkurrenz abwandern.

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Technik News.

Alle Technik News →
iPhone und iPad - wie finde ich raus, wann ich zuletzt eine App benutzt habe?
Anleitungen

iPhone und iPad - wie finde ich raus, wann ich zuletzt eine App benutzt habe?

Je länger man ein iOS-Gerät nutzt umso mehr Apps sammeln sich. Aber wie kriegt man raus, welche kaum verwendet werden, oder die letzte Nutzung schon sehr lange zurück liegt? Wir erklären in einer Schritt für Schritt Anleitung die Vorgehensweise.

10.04.20252 Min
Apple TV (2022): Bug begrenzt 128-GB-Modell auf 64 GB Speicher [Update: tvOS 16.1.1 behebt Fehler]
Sonstiges

Apple TV (2022): Bug begrenzt 128-GB-Modell auf 64 GB Speicher [Update: tvOS 16.1.1 behebt Fehler]

Das neue Apple TV ist von einem schwerwiegenden Bug betroffen. Der Speicherplatz der größeren Variante mit 128 GB Speicher wird durch tvOS 16.1 auf lediglich 64 GB Speicher begrenzt. 

17.11.20221 Min
iPhone 14 Pro & iPhone 14 Pro Max doch mit 128 GB Speicher?
Smartphone

iPhone 14 Pro & iPhone 14 Pro Max doch mit 128 GB Speicher?

Wenige Wochen vor der Präsentation des iPhone 14 überschlagen sich die Gerüchte: Kommen die Pro-Modelle der nächsten iPhone-Generation nun mit mindestens 128 oder 256 GB Speicher auf den Markt?

15.08.20221 Min
iPhone 14: Neue Infos zur Speicherausstattung, Farbe, das Always-On-Display & zum Schnelllademodus
Smartphone

iPhone 14: Neue Infos zur Speicherausstattung, Farbe, das Always-On-Display & zum Schnelllademodus

Zum iPhone 14 und den Pro-Modellen sind neue Informationen im Netz veröffentlicht worden. Der Leaker McGuire Wood will von seinen Quellen einiges zu den Farboptionen, der Speicherausstattung, das Always-On-Display sowie dem Schnelllademodus erfahren haben.

06.08.20221 Min
Neue Details zum Studio Display: 64 GB interner Speicher und Standfuß-Wechsel
Sonstiges

Neue Details zum Studio Display: 64 GB interner Speicher und Standfuß-Wechsel

Nach und nach kommen weitere Informationen zum neuen Display Studio ans Licht. Aktuell geht es um die Frage, wozu der Monitor 64 GB Speicherplatz benötigt und ob nicht doch eine Möglichkeit besteht, den Standfuß im Nachhinein zu wechseln. 

23.03.20221 Min
Hohe Rabatte für Foto und Video Artikel bei Amazon z.B. GoPro, DJI, Nikon usw.

Hohe Rabatte für Foto und Video Artikel bei Amazon z.B. GoPro, DJI, Nikon usw.

Amazon führt derzeit eine Rabatt-Aktion für Foto- und Video-Artikel durch. Je nach Artikel und Preis sind hohe Rabatte möglich.

05.01.20221 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.