Großbritannien plant, bestimmte Sicherheitsupdates zu verbieten, um Bürger auszuspionieren
Nachdem die britische Regierung angedeutet hat, Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht mehr zu erlauben, kommt der nächste Hammer. In Großbritannien sollen künftig bestimmte Sicherheitsupdates verboten werden.

Die elektronische Kommunikation im Vereinigten Königreich soll besser überwacht werden. Mitte Juli wurde bekannt, dass deshalb Dienste, die auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzen, verboten werden sollten. Das würde neben plattformübergreifenden Messengern wie WhatsApp auch Apples iMessage und FaceTime treffen.
Der iPhone-Hersteller hatte schnell reagiert und angekündigt, den Betrieb von FaceTime und iMessage in Großbritannien einzustellen, bevor man die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abschaltet.
Die Maßnahme der britischen Regierung ist Teil des Investigatory Powers Act 2016 (IPA). Private Unternehmen sollen im Rahmen des IPA beispielsweise auch dazu verpflichtet werden, in ihrem Namen Überwachungsmaßnahmen durchzuführen und die Kommunikation der Nutzer auf Wunsch der Regierung abzufangen.
Sicherheitsupdates sind Geheimdiensten ein Dorn im Auge
Doch das ist längst noch nicht alles. Wie Just Securities berichtet, will man auf der Insel mit dem IPA nun noch einen Schritt weitergehen. Die Geheimdienste stören sich an so manchem Sicherheitsupdate, mit denen die Hersteller Schwachstellen ihrer Betriebssysteme beheben. Konkret geht es um Aktualisierungen, die es Diensten wie dem britischen MI5 schwerer machen, ein Gerät zu hacken.
Im Apple-Ökosystem ist das Sperren von Zubehör ein gutes Beispiel. Ist das iPhone länger als eine Stunde gesperrt, wird der Zugriff über die Lightning-Buchse für das Übertragen von Daten deaktiviert. So kann das Handy zwar noch mit Strom versorgt werden. Will sich jedoch eine unbefugte Person Zugang zu den gespeicherten Daten verschaffen, ist das nicht mehr möglich, bis das iPhone via Face ID, Touch ID oder dem Gerätecode entsperrt wurde.
Apple & Co müssen jedes Update genehmigen lassen
Damit also die britische Regierung ungehindert Zugang zu den Geräten ihrer Bürger bekommt - in welcher Form auch immer - müssen sich Anbieter von Betriebssystemen an die Regeln des IPA halten. Während bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, sieht es bei den Sicherheitsupdates anders aus.
Der Staat will von Apple, Google und allen anderen Anbietern in Zukunft über die Release Notes eines Updates informiert werden. Wenn die Aktualisierung die Arbeit beispielsweise des MI5 nicht behindert, darf es für alle Nutzer ausgerollt werden. Im Gegenzug wird die Veröffentlichung von Sicherheits- aber auch großen Major-Updates wie iOS 17 oder macOS 14 nicht genehmigt, wenn es Geheimdiensten damit schwerer gemacht wird, die Bürger zu überwachen oder Geräte von Straftätern zu entsperren.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Sonstiges.

Apple gibt macOS Tahoe 26.6.2 Beta frei
Apple liefert die macOS Tahoe 26.6.2 Beta aus und behebt damit ein Problem bei der Bildschirmfreigabe. Zudem stehen neue iOS- und iPadOS-Versionen bereit.

iOS 26.6.1 wird intern von Apple getestet
Apple prüft im Hintergrund ein neues Update für das iPhone. iOS 26.6.1 taucht bereits in Server-Logs auf und könnte Sicherheitslücken schließen.

Apple behebt die macOS Screen Sharing-Schwachstelle CVE-2026-65400
Apple hat eine kritische macOS Screen Sharing-Schwachstelle über drei Versionen hinweg gepatcht. CVE-2026-65400 erlaubte Fernzugriff ohne Anmeldung.

macOS-Sicherheitsupdate für Sonoma, Sequoia und Tahoe
Apple liefert ein macOS-Sicherheitsupdate für Sonoma, Sequoia und Tahoe aus. Die Patches kommen ohne Beta-Phase und nur neun Tage nach dem letzten Release.

Apple schließt 194 Sicherheitslücken mit iOS und iPadOS 26.6 und bereitet auf Version 27 vor
Apple hat am 27. Juli 2026 die finale Version 26.6 für alle Betriebssysteme veröffentlicht. Das Update schließt 194 eindeutige Sicherheitslücken und legt den Grundstein für das große September-Release.

Apple sperrt Downgrades auf iOS 26.5 und iOS 26.5.1
Apple hat die Signierung für iOS 26.5 und 26.5.1 entfernt. Nutzer müssen nun auf iOS 26.5.2 aktualisieren, da das Update kritische Sicherheitslücken schließt.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.