iFixit zerlegt Apple-Watch- und AirPods-Fälschungen aus Shenzhen
iFixit hat in China Nachbauten der neuesten Apple-Produkte erworben und zerlegt. Die Untersuchung enthüllt, wie Fälscher Premium-Geräte mit minimalen Kosten imitieren, optisch täuschend, technisch aber weit hinter den Originalen zurück.

iFixit hat in China Nachbauten der neuesten Apple-Produkte erworben und im Labor zerlegt. Die Untersuchung deckt auf, wie Hersteller in Shenzhen versuchen, Premium-Geräte mit minimalen Kosten nachzubauen. Dabei kommen Tricks zum Einsatz, die auf den ersten Blick täuschen, aber beim genaueren Hinsehen sofort auffallen. Die drei analysierten Kopien umfassen eine Smartwatch, Over-Ear-Kopfhörer und In-Ear-Kopfhörer. Das Ergebnis zeigt, dass die Fälschungen zwar optisch teilweise überzeugen, technisch aber weit hinter den Originalen zurückbleiben.
Watch-Fälschung mit gemalten Sensoren
Die Nachbildung der Apple Watch Ultra 3 offenbart beim Zerlegen ein ausgeklügeltes, aber billiges Design. Auf der Rückseite der Plastikschale sind die meisten Sensoren einfach aufgemalt, anstatt echte Keramik- oder Saphir-Komponenten zu verbauen. Lediglich der Herzfrequenzsensor ist eine funktionierende Einheit, alle anderen Messfühler bestehen nur aus Farbe. Die Batterie weist eine Kapazität von 260 mAh auf, was weniger als die Hälfte der Kapazität des echten Produkts entspricht. Sie liegt lose im Gehäuse und verfügt über direkt auf die Hauptplatine gelötete Kabel, was eine unsaubere Verarbeitung zeigt.
Bei der Bedienung reagiert die Uhr nicht wie erwartet: Ein Tap auf die App-Icon öffnet die Oberfläche nicht, sondern schaltet stattdessen den Nachtmodus mit einem rötlichen Interface-Tönung. Die Taptic Engine liefert ein anderes Vibrationsempfinden als beim Original, was die Haptik sofort enttarnt. Für die drei Fälschungen zahlte der iFixit-Reparateur insgesamt 100 Dollar, während die echten Produkte rund 1.600 Euro kosten.
AirPods Max 2 imitiert Gewicht
Die Kopie der AirPods Max 2 täuscht auf den ersten Blick durch ihr äußeres Erscheinungsbild, doch beim Zerlegen werden die Mängel deutlich. Statt der echten Aluminium-Hülle kommt eine Plastikschale zum Einsatz, die das Premium-Gefühl nicht transportiert. Die Polster sind weicher und weniger strukturiert als beim Original, was den Tragekomfort beeinträchtigt. Die Bedienelemente fühlen sich anders an und vermissen das typische Klick-Gefühl der echten Kopfhörer.
Funktionell fehlen aktive Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus vollständig. Dennoch kann die Fälschung das Ear-Detection-System und die native Pairing-Animation von Apple nachahmen, was die Täuschung auf der Oberfläche aufrechterhält. Im Inneren der Earcups verbirgt sich eine unsaubere Verarbeitung: schlecht gelötete Kabel, die leicht abgehen, und silberne Zylinder, die ausschließlich dem Zweck dienen, das schwere Gewicht der echten AirPods Max 2 zu imitieren.
AirPods Pro 3-Kopie zerfällt in der Hand
Die AirPods Pro 3-Nachbildung ist optisch am überzeugendsten der drei analysierten Produkte. Kaum lassen sich feine Nahtunterschiede erkennen, die die Kopie vom Original unterscheiden. Doch beim Versuch den Gummi-Aufsatz abzuziehen zerfällt ein AirPod in der Hand. Beim weiteren Zerlegen wird die technische Armut sichtbar. Ein CT-Scan zeigt, dass MEMS-Mikrofone komplett fehlen, was die Audioqualität fundamental beeinträchtigt.
Die Treiber wirken billig, und die Konstruktion setzt auf gelötete Kupferkabel anstatt der flexiblen Flexkabel, die Apple im Original verwendet. Intern basiert die Fälschung auf der Technik der ersten AirPods-Generation, was sie technologisch deutlich zurückstufen lässt. Die kleine Leiterplatte lässt sich aus dem Stiel herausgeschoben, was eine fragile Bauweise offenbart. Die Silikon-Spitzen sind verklebt und ziehen beim Entfernen die gesamte Vorderseite ab, was die Verarbeitungqualität unterstreicht.
Auch ANC-Mikrofone und Herzfrequenzsensoren fehlen. Das Ladegehäuse enthält minderwertige Batterie und schlecht verbaute Innereien.
Zusammenfassung
iFixit hat in Shenzhen drei Fälschungen der neuesten Apple-Produkte zerlegt und die Tricks der Hersteller enthüllt. Die Kopien täuschen optisch teilweise, aber technisch weit hinter den Originalen zurück. Für ca. 100 Euro erwerbar, kosten die echten Produkte rund 1.600 Euro. Die Untersuchung wurde als rund 15-minütige Dokumentation veröffentlicht.
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