iPhone Ultra: Flüssigmetall-Scharnier nach 15 Jahren Entwicklung
Apple setzt beim Scharnier seines ersten faltbaren iPhones auf Flüssigmetall – eine Technologie, die das Unternehmen bereits vor mehr als 15 Jahren lizenzierte. Erste Prototypen sind nun weltweit bei Mobilfunkanbietern im Test.

Apple bereitet den Start des iPhone Ultra vor und setzt dabei auf eine Materialinnovation, die das Unternehmen bereits vor über einem Jahrzehnt in seine Strategie aufgenommen hat. Das faltbare Flaggschiff soll ein Scharnier aus Flüssigmetall erhalten, eine Entscheidung, die nach langjährigen Entwicklungsphasen nun konkret wird. Der Weibo-Leaker Fixed Focus Digital bestätigte, dass Testgeräte bereits an Mobilfunkanbieter auf verschiedenen Kontinenten versandt wurden. Damit rückt der kommerzielle Launch des Foldable näher, der laut Berichten im September stattfinden soll.
Von der SIM-Karte zum Scharnier
Die Geschichte von Liquidmetal bei Apple reicht bis ins Jahr 2010 zurück, als das Unternehmen eine exklusive weltweite Lizenz von Liquidmetal Technologies erhielt. Seither durfte Apple das amorphe Metalllegierungsmaterial in Unterhaltungselektronik kommerziell nutzen. In den vergangenen Jahren beschränkte sich die Anwendung jedoch auf kleine Bauteile – etwa das Werkzeug zum Herausziehen der SIM-Karte, das jedem iPhone beigelegt wird. Apple verlängerte die Vereinbarung mit Liquidmetal Technologies mehrfach und tauchte das Material weiterhin in Patentanmeldungen auf, die Scharnier und bewegliche Mechanismen abdeckten. Die Nutzung in einem strukturellen Scharniermechanismus stellt nun eine deutlich anspruchsvollere Anwendung dar als frühere Miniaturkomponenten.
Materialvorteile und Lieferkette
Flüssigmetall zeichnet sich durch ein deutlich höheres Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht aus als herkömmliche Metalllegierungen. Zusätzlich bietet das Material eine überlegene Resistenz gegen Korrosion und Abnutzung. Das faltbare iPhone wird im Laufe seiner Lebensdauer hunderte tausend Mal gefaltet und entfaltet, was das Scharnier unter außergewöhnliche mechanische Belastung stellt. Herkömmliche Metallverbindungen stoßen bei solch intensiven Nutzungszyklen schneller an ihre Grenzen, während die Eigenschaften von Liquidmetal eine längere Haltbarkeit versprechen. Lieferkettenanalyst Ming-Chi Kuo meldete bereits im März 2025, dass Dongguan EonTec als alleiniger Lieferant der Legierung fungiert.
Testphase bei Mobilfunkanbietern
Fixed Focus Digital berichtete, dass Entwicklungs- und Produktionsfortschritte beim iPhone Ultra sich beschleunigen und Prototypen bereits an Mobilfunkanbieter weltweit versandt wurden. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein, da Geräte erst dann an Mobilfunkanbieter gehen, wenn sie ausreichend fertiggestellt sind, um Netzwerk-Kompatibilität und Zertifizierung durch die Anbieter zu durchlaufen. Zuvor hatte der Leaker Instant Digital Fertigungsprobleme gemeldet, die auf Scharnier-Probleme unter Hochfrequenz-Testbedingungen zurückzuführen sein sollen. Fixed Focus Digital widersprach dieser Darstellung und positioniert das Scharnier heute als gelöstes und bestätigtes Designelement. DigiTimes meldete im April, dass die Massenproduktion im Juli beginnen soll, während Bloomberg-Mark Gurman den September-Start neben iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max als wahrscheinlich einstufte.
Zusammenfassung
Apple nutzt beim iPhone Ultra erstmals Liquidmetal für das Scharnier des faltbaren iPhones – eine Technologie, die das Unternehmen seit 2010 lizenziert. Erste Prototypen sind bereits bei Mobilfunkanbietern weltweit im Test, was den September-Start näher rückt. Das Material soll die Haltbarkeit bei hunderten tausend Falt-Zyklen deutlich verbessern.
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