Massachusetts Institute of Technology entwickelt Verfahren um Akkus per WLAN zu laden
Alle Geräte mit einem integrierten Akku müssen über kurz oder lang an die Steckdose, um wieder aufzuladen. Am Massachusetts Institute of Technology hat man nun eine Technik entwickelt, mit der man den Akku über eine WLAN-Verbindung wieder aufladen kann.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist bekannt für seine oft bahnbrechenden Erfindungen. Aus den Labors der technischen Hochschule in Cambridge stammt zum Beispiel der erste ROM-Speicher in Form eines Ferritkernspeichers, aber auch die automatische Raumsondensteuerung des Apollo-Programms wurde im MIT entwickelt.
Bei Techspot hat man nun die neueste Erfindung der Hochschule publiziert, die zukünftig großen Einfluss auf unseren Alltag haben könnte. Die sogenannte "Rectenna" ermöglicht es, Akkus von Geräten aller Art über das WLAN-Netz zu laden. Die notwendige Energie wird dabei aus der Steckdose gezogen, an welcher der Router samt Rectenna angesteckt ist.
Die spezielle Antenne besteht dabei aus dem Halbleitermaterial Molybdändisulfid, einem sogenannten 2D-Material. Normalerweise besitzt jedes Objekt das wir kennen ein gewisses Volumen, das wir über die Formel Länge x Breite x Höhe ermitteln können. 2D-Materialien bestehen dagegen aus nur einer Lage von Atomen. Zwar hat man im MIT Molybdändisulfid mit einer Dicke von drei Atomen verwendet, es hat also eine gewisse Räumlichkeit, trotzdem wird es als 2D-Material klassifiziert.
Wirkungsgrad noch sehr gering
Im Moment ist der Strom der über die Rectenna übertragen werden kann noch recht gering. In den Labors des MIT überträgt die Konstruktion aktuell eine Leistung von ca. 40 Mikrowatt. Das reicht gerade so aus, um ein kleines System-on-a-Chip-System (Soc) mit Energie zu versorgen oder eine LED zum Leuchten zu bringen. Für ein herkömmliches Smartphone ist die Leistung allerdings noch lange nicht ausreichend.
Mit dem jetzigen Stand der Entwicklung wäre es jedoch möglich, kleinere Elemente für das "Internet of Things" konstant per WLAN zu laden. Sensoren, Messfühler oder später auch kleinere Kameras müsste man mit der neuen Technik nicht mehr verkabeln, was ganz neue Möglichkeiten erschließt.
„Wir haben einen neuen Weg gefunden, um die Elektroniksysteme der Zukunft mit Strom zu versorgen - indem wir WLAN-Energie auf eine Art und Weise nutzen, die sich leicht in großen Bereichen integrieren lässt" (Tomás Palacios, Direktor MIT)
Der Direktor des MIT, Tomás Palacios, geht sogar noch einen Schritt weiter. Bei Techspot spricht er davon, in ferner Zukunft ganze Autobahnen mit dem neuen Material zu überziehen, um Fahrzeuge mit Elektroantrieb während der Fahrt aufzuladen. Eine andere Idee von Palacios wäre es, Rectennas in Tapeten von Bürogebäuden einzuarbeiten.

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