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Netflix: Streaminganbieter klagt über starken Nutzerrückgang

Zum ersten Mal seit 10 Jahren muss sich der Marktführer mit rückläufigen Nutzerzahlen beschäftigen. Der Streaminganbieter verlor als Reaktion von Preiserhöhungen und aufgrund der Sanktionen gegenüber Russland viele zahlende Kunden.

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AppTickerTeam
20.04.20223 Min. Lesezeit
Netflix: Streaminganbieter klagt über starken Nutzerrückgang
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Netflix ist einer der großen Verlierer des gestrigen Tages an der Börse. Innerhalb weniger Minuten nach Börsenschluss verlor das Unternehmen 25 Prozent an Wert. Anleger scheinen beim Marktführer in Sachen Streamingdienste aktuell verunsichert zu sein, was dazu führt, dass die Netflix-Aktie massiv einstürzte. 

Dabei sah es vor wenigen Monaten noch ganz anders aus, verzeichnete Netflix aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie viele zusätzliche Abonnenten. Regelmäßig präsentierte das Unternehmen neue Rekordzahlen. Wie es aussieht, scheint sich das Blatt momentan zu wenden, wofür Beobachter zwei wesentliche Gründe als Ursachen sehen.

Preiserhöhungen und Ukrainekrieg für Rückgang verantwortlich

Auf der vergangenen Quartalskonferenz musste Netflix die bittere Nachricht überbringen, dass in den USA und Kanada zuletzt rund 600.000 Nutzer aufgrund der erfolgten Preiserhöhungen ihr Abo gekündigt haben. Dazu kommen weitere 700.000 fehlende Abonnenten aus Russland. Hier hat Netflix seinen Dienst aufgrund der Kriegshandlungen in der Ukraine eingestellt. 

Auch wenn man auf anderen Märkten neue Kunden gewinnen konnte, bleibt unter dem Strich dennoch ein Minus von 200.000 Kunden. Die Zahl wirkt vor dem Hintergrund des selbst gesteckten Zieles noch desaströser. Ursprünglich peilte Netflix an, 2.500.000 neue Kunden zu gewinnen. Die jüngsten Entwicklungen sind gleichbedeutend mit dem ersten Rückgang der Nutzerzahlen seit 10 Jahren. 

Account-Sharing als größtes Problem

Auch wenn die genannten Umstände für den jüngsten Rückgang der Nutzerzahlen verantwortlich sind, hat Netflix ein ganz anderes Problem im Blick: Account-Sharing. Angeblich hätten rund 100 Millionen Haushalte Zugriff auf den Dienst ohne dafür zu bezahlen. Als Gegenmaßnahme, um das Problem des Passwort-Weitergebens in den Griff zu bekommen, ist eine zusätzliche Gebühr im Gespräch. Außerdem denkt man bei Netflix darüber nach, einen günstigen, werbefinanzierten Tarif anzubieten, um weitere Kunden bei Laune zu halten. 

Bei aller Negativität: Beim Blick auf den Umsatz und den Gewinn beruhigen sich die Gemüter wieder etwas. Mit 7,9 Milliarden Dollar konnte Netflix den Umsatz um 9,8 Prozent steigern. Der reine Gewinn ging jedoch von 1,7 auf 1,6 Milliarden Dollar zurück. Bevor weltweit die ersten Lockdowns verhängt wurden, lag der Umsatz bei 5,8 Milliarden Dollar und der Gewinn "nur" bei 0,7 Milliarden Dollar. 

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