WhatsApp führt Kanäle wie bei Telegram ein
Schon wieder wird eine neue Funktion des bekannten Messengers ausgerollt. Zukünftig können Nutzer verschiedenen Kanälen folgen, um regelmäßig direkt über WhatsApp mit neuesten Informationen versorgt zu werden. Die Sorge vor einer weiteren Plattform für systematische Fake-News-Kampagnen wächst dadurch.

Die Macher von WhatsApp kündigen via Blogpost eine neue Broadcast-Funktion an, mit der einzelne Autoren ihre Informationen an eine theoretisch unbegrenzt breite Masse von Menschen verschicken können. Diese wiederum sollen dadurch laut Aussagen der Meta-Tochter eine "einfache, zuverlässige und sichere Möglichkeit" erhalten, wichtige News von bekannten Persönlichkeiten oder Unternehmen sowie Behörden direkt in WhatsApp verfolgen zu können.
Über ein durchsuchbares Verzeichnis lassen sich die gewünschten Kanäle finden, Nutzer können diesen anschließend beitreten. Darüber hinaus können die Administratoren der Kanäle auch Einladungslinks verteilen, um die Reichweite eines Kanals schlagartig zu erhöhen.
Die neuen Kanäle werden anfangs lediglich in Kolumbien und Singapur zu finden sein. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch nicht lange dauern, bis das Feature in weiteren Ländern ausgerollt wird.
Angst vor verstärkten Desinformationskampagnen
Die systematische Erstellung von Fake News spielt nimmt im gesellschaftlichen Leben eine kontinuierlich stärker werdende Rolle ein. Nicht zuletzt waren es Messenger wie Telegram, die zur deutlich schnelleren Verbreitung falscher und ungefilterter Theorien beigetragen haben und so zu einer digitalen Versammlungsstätte von Extremisten wurden.
Mit "Kanäle" schlägt WhatsApp nun denselben Weg ein, weshalb Beobachter eine ähnliche Entwicklung befürchten. Wie bei Telegram soll auch bei WhatsApp die Reichweite eines Kanals nicht begrenzt werden. Eine Drosselung wird lediglich in der Testphase erfolgen, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.
Ein weiteres Problem: Beiträge in den Kanälen sollen nach 30 Tagen automatisch gelöscht werden, wodurch Strafverfolgungsbehörden ein geringeres Zeitfenster zur erfolgreichen Erledigung ihrer Aufgaben bleiben.
Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Wer auf WhatsApp einen eigenen Kanal betreibt, gibt nicht automatisch sein Profilbild oder Telefonnummer preis. Und sowohl der Besitzer als auch die Admins eines Kanals können keine persönlichen Informationen ihrer Follower einsehen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Admins Screenshots und Weiterleitungen aus ihrem Kanal heraus blockieren.
Ein seit Jahren gewohntes Sicherheits-Feature bleibt bei den Kanälen allerdings außen vor: Die standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung findet in den Kanälen keine Anwendung. Als Grund für diese Entscheidung wird der Wunsch nach einer möglichst großen Reichweite angefügt. WhatsApp betont jedoch, dass die Verschlüsselung eine Option für die Zukunft sei.
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