mini-LED & micro-LED: Apple investiert mehrere Hundert Millionen Dollar in neues Werk
Den Displaytechnologien mini-LED und micro-LED räumt Apple in zukünftigen Produkten viel Raum ein. Um sich unabhängiger von der diesbezüglichen Zulieferindustrie zu machen, investiert der Konzern für die Herstellung der Panels nun in eigene Fabriken.

Während in den Bildschirmen der iPads, des iMacs und im Pro Display XDR noch ein LCD verbaut ist, setzt Apple in fast allen iPhones auf OLEDs. Lediglich für das iPhone XR und das neue iPhone SE wird ein LED verwendet. Schenkt man aktuellen Gerüchten Glauben, werden die erwarteten vier Modelle des iPhone 12 im Herbst alle mit einem OLED versehen.
Der Analyst Ming-Chi Kuo und der Leaker Jon Prosser gehen noch einen Schritt weiter und verkündeten in den letzten Monaten, dass Apple bis Ende des nächsten Jahres mindestens sechs Geräte mit einem mini-LED Bildschirm ausstatten wird. Die entsprechenden Panels sind zwar qualitativ hochwertiger und arbeiten energieeffizienter als ein LED oder OLED, sind im Moment aber noch vergleichsweise teuer in der Herstellung.
Eigenes Werk in Taiwan
Wie die Webseite Focus Taiwan berichtet, könnte Apple in naher Zukunft selbst in den Markt der mini-LED-Fertigung einsteigen. Demzufolge soll sich der iPhone-Hersteller im Hsinchu Science Park im taiwanischen Longtan am Aufbau eines Werks beteiligen, das auf die Produktion von mini-LED und später micro-LED Displays ausgelegt ist.
Das Investment beträgt laut Focus Taiwan 334 Millionen US-Dollar. Auf dem 30,83 Hektar großen Gelände möchte Apple dann in Zusammenarbeit mit den Zulieferern AU Optronics und Epistar die Nachfolgegeneration des OLEDs einläuten. Die Leitung des Werks soll Chang Shih-chang übernehmen, der ehemalige Geschäftsführer von TPO Displays.
iMac, iPad & MacBook Pro mit mini-LED
Nach der Fertigstellung der Anlage in Longtan können wir also damit rechnen, dass alle künftigen Bildschirme aus dem Hause Apple über ein mini-LED-Panel verfügen werden. Doch Apple möchte mit der Einführung entsprechender Produkte nicht warten, bis das Werk produziert. Schon für nächstes Jahr erwartet Kuo sechs Geräte, deren mini-LED-Display Apple von Drittherstellern bezieht:
- 12,9 Zoll iPad Pro (5. oder 6. Generation)
- 27 Zoll iMac Pro (2. oder 3. Generation)
- 14,1 Zoll MacBook Pro (1. Generation)
- 16 Zoll MacBook Pro (2. Generation)
- 10,2 Zoll iPad (8. oder 9. Generation)
- iPad mini (6. Generation)
Eigentlich wollte Apple die neue Displaytechnologie bereits Ende dieses Jahres, wahrscheinlich mit dem iPad Pro der 5. Generation, einführen. Da die Coronavirus-Pandemie allerdings bei den Zulieferern die Bänder stillstehen ließ, verzögern sich die Pläne Apples um einige Monate. Erste iPads oder MacBooks mit einem mini-LED-Bildschirm bekommen wir erst im nächsten Jahr zu sehen.
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