AirTags: Stalkingschutz sorgt zunehmend für Probleme
Der von Apple in den AirTags und im iPhone implementierte Stalkingschutz sorgt bei vielen Nutzern zunehmend für Probleme.

Der AirTag wurde im vergangenen Frühjahr vorgestellt und feierte erst kürzlichen seinen ersten Geburtstag. Der kleine Schlüsselanhänger wurde dafür konzipiert, verlorengegangene Gegenstände wie Fahrräder, Geldbörsen oder Schlüssel wiederzufinden. Der Tracker wird über das "Wo ist?"-Netzwerk lokalisiert und kann den Besitzer zu seinen verschwundenen Kostbarkeiten führen.
Kurz nachdem das Zubehör auf den Markt kam, vermehrten sich jedoch die Berichte darüber, dass der Tracker zum Verfolgen und Ausspionieren von Personen missbraucht werden könnte. Stalkingopfer beklagten, dass die Täter ihnen unbemerkt einen AirTag zuschoben und so den exakten Aufenthalt bestimmen konnten. Apple reagierte kurzerhand und besserte mit iOS 15.2 an entsprechender Stelle nach.
Mit der Installation von iOS 15.2 erhalten iPhone-Nutzer auf ihrem Display einen Warnhinweis, wenn sich ein nicht mit dem Smartphone gekoppelter AirTag in kontinuierlicher Nähe zum Betroffenen befindet. Außerdem macht der Anhänger mit einem Piepton auf sich aufmerksam. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Betroffene einen zugesteckten AirTag schnell bemerken können.
Tracking-Fehlalarme häufen sich
Das Wall Street Journal (Bezahlschranke) berichtet aktuell über iPhone-Besitzer aus den USA, deren Smartphones aufgrund vermeintlich fremder AirTags urplötzlich Alarm schlugen. Dem Bericht zufolge wurden einige Betroffene sogar in der Nacht aus ihrem Schlaf gerissen. Auf der "Wo ist?"-Karte ließ sich der gemeinsame Weg von AirTag und iPhone-Nutzer nachvollziehen. Die angezeigten Routen entsprachen jedoch häufig in keiner Weise der Realität. Diese führten teilweise über gesperrte Baustellen und sogar durch Wände.
Die vermeintlichen Stalkingopfer konnten auch keine akustischen Signale wahrnehmen. Auch die Suche nach einem eventuell versteckten AirTag verlief erfolglos. Ersten Einschätzungen zufolge handelt es sich in den genannten Fällen um Tracking-Fehlalarme. Die Ursache und Verbreitung für dieses Phänomen ist derzeit noch völlig unklar.
WLAN-Signale könnten für Störungen verantwortlich sein
Ein Sprecher von Apple bestätigte gegenüber dem Wall Street Journal, dass man sich der Sache bereits angenommen habe und nannte auch eine mögliche Ursache für die Fehlalarme. Einer ersten Einschätzung nach besteht die Möglichkeit, dass WLAN-Signale die Standortermittlung von iPhones "verwirren" könnten, wodurch die unerklärlichen Fehlalarme ausgelöst werden. Apple empfiehlt daher, in den Einstellungen unter "Datenschutz" die Ortungsdienste zu deaktivieren und anschließend wieder zu aktivieren. Das WLAN muss dabei eingeschaltet bleiben.
Cupertino betont in dem Zusammenhang, dass es in dicht besiedelten Umgebungen wie Wohnblöcken in Großstädten durchaus auch zu Fehlalarmen kommen kann, wenn beispielsweise AirTags aus einer Nachbarwohnung den eigenen Stalkingschutz auf den Plan rufen. Auch hier arbeite man an einer Lösung, so das Unternehmen.
Möglicherweise implementiert Apple bereits in iOS 16 entsprechende Optimierungen für AirTags und das gesamte "Wo ist?"-Netzwerk.
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