Apple · App Store

Alternative Bezahlmöglichkeiten im App Store: Apple geht in Berufung

Nachdem die zuständige Richterin Apples Antrag auf Fristverlängerung abgelehnt hat, wendet sich das Unternehmen nun an die nächsthöhere Instanz. Sollte dieser Versuch ebenfalls scheitern, muss Apple den Hinweis auf alternative Bezahlmöglichkeiten ab dem 9. Dezember dulden. 
A
AppTickerTeam
18.11.20213 Min. Lesezeit
Alternative Bezahlmöglichkeiten im App Store: Apple geht in Berufung
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

In den letzten Jahren sah sich Apple einer größer werdenden Anzahl an gerichtlichen Verfahren ausgesetzt. Dabei stellt der Fall zwischen Apple und Epic Games den wohl prominentesten Fall dar. Da die Richterin urteilte, dass Apple keine Monopolstellung innehat, kann sich der iPhone-Hersteller im Großen und Ganzen als Gewinner des Verfahrens sehen. Allerdings erkannte das Gericht wettbewerbswidriges Verhalten aufgrund der Tatsache an, dass Apple App-Entwicklern vorschreibt, In-App-Käufe über das eigene Bezahlsystem abzuwickeln.

Richterin Yvonne Gonzalez Rogers gab Cupertino 90 Tage Zeit entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Ab dem 9. Dezember sollen Entwickler per Link oder Button auf andere Bezahlmöglichkeiten verweisen dürfen. 

Milliardenschweres Geschäft in Gefahr

Was sich für Außenstehende nach einer Lappalie anhört, hat für Apple weitreichende (finanzielle) Folgen. Aktuell sind Entwickler von Anwendungen, mit einigen Ausnahmen, dazu gezwungen, Bezahlungen in einer App über den von Apple festgelegten Zahlvorgang abzuwickeln. Dabei behält Apple eine Provision in Höhe von 15 oder 30 Prozent ein. Der Hinweis oder die Integration auf andere Bezahldienstleister ist laut den App Store Guidelines streng verboten. 

Weil das Gericht in diesem Punkt ein wettbewerbsverzerrendes Verhalten feststellen konnte, ordnete es die entsprechende Anpassung mit Stichtag zum 9. Dezember an. Und da Entwickler ab diesem Zeitpunkt auf andere Dienstleister mit besseren Konditionen zurückgreifen werden und das Geschäft mit der sogenannten Apple Tax ein milliardenschweres ist, fürchtet Apple in Zukunft erhebliche Umsatzeinbußen. 

Richterin schmettert Antrag auf Fristverlängerung ab

Dass Apple diesen Kampf angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung nicht widerstandslos aufgeben wird, ist für Marktbeobachter keine Überraschung. Bereits in der letzten Woche lehnte Rogers einen beantragten Aufschub zur Umsetzung der Änderungen ab. Die Richterin begründete ihre Entscheidung mit fehlenden neuen Argumenten seitens Apple. 

Experten gingen davon aus, dass Apple auf diese Weise lediglich das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft sichern wollte. Mit der erneuten Entscheidung bestätigte das Gericht die umzusetzenden Änderungen im App Store bis zum 9. Dezember.

Apple geht in Berufung

Apple wird juristisch aktuell von Gibson, Dunn & Crutcher LLP und Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison LLP vor Gericht vertreten. Die Rechtsexperten legen stellvertretend für das Unternehmen Berufung bei der nächsthöheren Instanz ein und begründen diese damit, dass das Gericht bei seiner Entscheidung deutlich zu weit gegangen sei. 

Da nur ein Entwickler gegen Apple geklagt hat, sei eine solche Verfügung für alle Entwickler zu weitreichend. Sofern das Berufungsverfahren nicht zugunsten von Apple entschieden wird, dürfte der Weg für alternative Bezahlmethoden ab dem 9. Dezember frei sein. 

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apple.

Alle Apple →
Apple plant massiven Produktstau für den Herbst 2026
Apple

Apple plant massiven Produktstau für den Herbst 2026

Laut Lieferkettenberichten bringt Apple im kommenden Herbst mehr als fünfzehn neue Geräte auf den Markt. Das Spektrum reicht vom ersten faltbaren iPhone bis hin zu vernetzten Smart-Home-Lösungen.

Vor 17 Std3 Min
Apple preist Macs und iPads teurer – Analysten bleiben ruhig
Apple

Apple preist Macs und iPads teurer – Analysten bleiben ruhig

Apple hat am 25. Juni 2026 Preiserhöhungen für Teile des Mac- und iPad-Sortiments bekanntgegeben. Die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursverlust von 4,8 Prozent, doch Analysten von Evercore ISI und Wedbush sehen die Maßnahme als notwendigen Schutz der Gewinnmarge.

Vor 2 Tagen3 Min
Apple erhöht deutlich die Preise für fast alle Hardware-Produkte
Apple

Apple erhöht deutlich die Preise für fast alle Hardware-Produkte

Apple hat die Preise für nahezu das gesamte Hardwaresortiment angehoben, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: Das aktuelle iPhone bleibt verschont. Die Mehrkosten reichen von 30 bis 500 Euro.

Vor 3 Tagen3 Min
Apple hat Entwicklung des iPhone Ultra 2 freigegeben
Smartphone

Apple hat Entwicklung des iPhone Ultra 2 freigegeben

Apple hat die Projektentwicklung für das zweite klappbare iPhone offiziell freigegeben. Der Marktstart ist für Herbst 2027 geplant, während die Air-Serie noch vom Erfolg des Vorgängers abhängt.

Vor 3 Tagen3 Min
iPhone 18 Pro: Analysten sehen nur moderate Preiserhöhung
Apple

iPhone 18 Pro: Analysten sehen nur moderate Preiserhöhung

Tim Cook hatte vor deutlichen Preissprüngen gewarnt, doch J.P. Morgan dämpft die Ängste: Dank eines eigenen Modems bleibt der Aufschlag für das iPhone 18 Pro moderat.

Vor 3 Tagen3 Min
Bob Iger bestätigt: Apple und Disney diskutierten einst eine Fusion
Apple

Bob Iger bestätigt: Apple und Disney diskutierten einst eine Fusion

Ehemaliger Disney-CEO Bob Iger räumt in einem Financial Times-Portrait ein, dass sein Unternehmen einst über eine Zusammenlegung mit Apple verhandelte. Der Deal scheiterte am mangelnden Interesse aus Cupertino.

Vor 4 Tagen3 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.