Apple bezieht Stellung und argumentiert gegen einen alternativen App Store
Sollte es einen alternativen App Store geben? Nach der Meinung von vielen Politikern, ja. Apple hat nun offiziell eine Liste mit Gründen veröffentlicht, warum ein weiterer Store fatal sein könnte. Vor allem sei die Sicherheit der Nutzer gefährdet.

Seit einigen Monaten steht bereits die Debatte über einen alternativ App Store im Raum. In den letzten Wochen verdichtet sich das ganze, sowohl in Europa als auch in den USA. Gestern berichteten wir, dass das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen Apple eröffnet habe, in dem es um die Frage geht, in wie weit Apple einen fairen Wettbewerb untergräbt. Dazu zählt auch die Frage, ob Apple mit dem App Store ohne Alternative ein Monopol betreibt. Das Unternehmen wehrt sich schon eine lange Zeit gegen die Anschuldigungen und versucht, die Politik von der Richtigkeit ihres Verhaltens zu überzeugen. Nun hat Apple unterstützend eine aktualisierte Schrift veröffentlicht, in der Gründe gegen einen alternativen App Store aufgeführt werden.
Das sind Apples Argumente für eine alleinige Existenz des App Stores
Apples Gründe, warum der App Store alternativlos bleiben sollte, gehen eigentlich alle nur in eine Richtung: Datenschutz. Zusammenfassend kann man die Schrift damit, dass durch einen alternativen App Store Nutzerdaten gefährdeter sein würden und das Handy anfälliger für Viren und Malware wäre. Doch Apple benennt dies nicht einfach nur, sondern weist konkrete Zahlen vor.
Eine dieser Zahlen wird aus einem Vergleich mit dem Google Playstore auf Android extrahiert. Apple appelliert, dass man sich ein mal anschauen solle, wieviel Schadsoftware auf Android kursiert. Dies sei deutlich mehr als auf Apple: Der Konzern spricht von einem Faktor von 15. Nutzer eines Android Smartphones hätten also ein 15 mal stärkeres Risiko, mit Schadsoftware in Verbindung zu kommen, als ein iPhone-Nutzer. Dies sei kein Problem des Play Store an sich, sondern vorhanden, da sich unter Android Software von überall her installieren ließe. Im App Store ist dies gerade nicht möglich, dort vorhandene Software wird einer Prüfung unterzogen, ehe sie einziehen darf.
Weitere Zahlen beziehen sich auf die Menge an Software, die durch genau diese Prüfung verhindert werden konnte: Apple selbst spricht von über einer Millionen Apps, die letztes Jahr entfernt wurden. Das ganze Spaltet sich auf in Plagiate (mehr als 150.000 Fälle), Verletzung der Privatsphäre (circa 215.000 Fälle), das Beinhalten von nicht-dokumentierten Funktionen (48.000 Fälle) und kriminelle Machenschaften (95.000 Fälle). Durch die Verhinderung und das Löschen betroffener Software seien rund 1,5 Milliarden Dollar Umsatz gestoppt worden.
Wenn es nun einen zweiten App Store gäbe, also Sideloading erlaubt wäre, könne Apple nicht mehr für die Sicherheit der Nutzer gewährleisten. Immerhin sei die Gruppe riesig: Über eine Milliarde Nutzer mit einem iPhone gibt es weltweit. Der App Store sei sicher und kontrolliert, vor allem sei er über Jahre hinweg immer weiter optimiert worden. Ein alternativer App Store sei hingegen unkontrolliert und dadurch nicht sicher. Apple befürchtet, dass sich dann ein Paradis für Malware und Kriminelle entwickeln könnte.
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