Apple in der Kritik- Einheitliches Ladegerät
Im Jahre 2009 verkündete der damalige EU-Kommissar die Einführung eines universellen Ladegeräts, um tausende Tonnen Elektromüll zu sparen. Nun liegen Dokumente vor, dass der Apple Konzern sich erfolgreich gegen ein universelles Ladegerät wehrt und das seit 10 Jahren.

Apple Nutzer kennen das Gefühl. Die meisten Android User können ihre Ladekabel untereinander austauschen und auf einer Party muss erst einmal gefragt werden, ob der Gegenüber auch ein iPhone besitzt. Der Grund hierfür scheint gefunden: Apple wehrt sich seit 10 Jahren aktiv gegen die Einführung eines universellen Ladegeräts.
Grund hierfür ist die Betonung der Einzigartigkeit und der Umsatz, der durch die patentierten Ladekabel Apples entsteht. Für Interessenvertreter in Brüssel soll Apple rund eine Millionen Euro im Jahr ausgegeben haben, um das Thema weiterhin zu blockieren. Dies belegen verschiedene E-Mails und Berichte, die auf Anfrage von netzpolitik.org veröffentlicht wurden. Im Jahre 2009 hatte Apple, wie die meisten anderen Smartphone Hersteller auch, eine Absichtserklärung unterschrieben. Daraufhin konnten im Jahre 2011 die meisten Handys via Micro USB aufgeladen werden. Apple brachte zwar USB-Netzgeräte auf den Markt, doch der einheitliche Standard blieb aus.
Doch die Blockade seitens Apple wird auch von der EU unterstützt. So gestand die EU, dass Apple ein eigenes Ladekabel verwenden dürfe, wenn ein zusätzlicher Adapter angeboten wird. Dies ist jedoch nicht das Ziel der Vereinbarung im Jahre 2009 gewesen, um Elektromüll zu sparen. Denn das Anbieten weiterer Adapter erzeugt weitaus mehr Elektromüll. Im Jahre 2012 ging Apple dann noch einen Schritt weiter: Durch die Einführung des Lightning Kabels beim iPhone 5 unterstreicht der Konzern die Einzigartigkeit seiner Geräte und kehrt der Vereinbarung der EU den Rücken zu. Die EU schweigt bezüglich dieser Thematik.
In den nächsten Jahren ist mit weiterer Kritik zu rechnen. So drohte die EU Kommissarin Margrethe Vestager mit rechtlichen Schritten gegen den Konzern, aufgrund "mangelnden Fortschritts" beim einheitlichen Ladekabel. Der Konzern konterte jedoch, dass die Einführung eines Standards eine Milliarde Geräte gefährden könnte. Nach der Europawahl im Mai wird sich herausstellen, welche konkreten Schritte gegen Apple eingeleitet werden.
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