Trump kündigt Handelsprüfung wegen Google-Strafe und Apple-Konflikt an

Der Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union hat eine neue Dimension erreicht. Washington hat eine offizielle Prüfung angekündigt, die potenzielle Benachteiligungen amerikanischer Tech-Konzerne in Europa aufspüren soll. Der Schritt folgt auf massive Geldstrafen, die Brüssel gegen die amerikanischen Technologieunternehmen verhängt hat. Während die US-Regierung von ungerechten Praktiken spricht, weist die EU jede Diskriminierung zurück und betont die Neutralität ihrer Vorschriften.
Milliardenschwere Bußgelder als Auslöser
Die unmittelbare Eskalation geht auf eine Entscheidung zurück, die die EU-Kommission Ende Juli 2026 traf. Demnach musste Google insgesamt 890 Millionen Euro zahlen. Der Hauptteil von 460 Millionen Euro betrifft die Bevorzugung eigener Produkte in der Suche. Weitere 430 Millionen Euro fallen für Einschränkungen im mobilen App-Handel an. US-Präsident Donald Trump reagierte umgehend über soziale Medien und warnte vor hohen Abgaben auf Waren aus Europa. Er betonte, dass die USA nicht als Finanzier für europäische Maßnahmen dienen würden.
Rechtliche Grundlage Section 301
Die geplante Untersuchung basiert auf einer alten handelspolitischen Waffe. Paragraph 301 des US-Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 gibt dem Handelsrepräsentanten das Recht, ausländische Praktiken zu prüfen, die amerikanische Firmen benachteiligen. Schon im September 2025 hatte Trump in einer ähnlichen Situation mit Sanktionen gedroht. Die politische Unterstützung für den aktuellen Schritt kommt aus dem eigenen Lager. Drei Tage vor der Google-Entscheidung hatten 25 republikanische Abgeordnete den Präsidenten aufgefordert, das Digital Markets Act und das Digital Services Act gezielt anzugreifen. Sie sehen in diesen europäischen Regelwerken eine unverhältnismäßige Belastung für US-Technologieunternehmen.
Apple und der App-Store-Konflikt
Parallel zu den Google-Sanktionen bleibt Apple im Fokus der US-Kritik. Bereits im April 2025 hatte die EU dem Unternehmen eine Strafe von 500 Millionen Euro auferlegt. Der Streit drehte sich um Richtlinien im App-Store, die Entwickler vom Hinweis auf günstigere Bezahlalternativen abhielten. Cupertino reagierte mit einer formellen Berufung, die im Juli 2025 eingereicht wurde. Das Unternehmen macht die EU-Kommission für unklare Compliance-Anforderungen verantwortlich. Diese ständigen Änderungen erschwerten eine verlässliche Planung, so die Begründung aus Kalifornien.
Keine automatische Aufhebung
Trotz der scharfen Rhetorik aus Washington ändert die Handelsprüfung nichts an den bestehenden Urteilen. Die Untersuchung kann die verhängten Geldbußen weder aufheben noch streichen. Weder Google noch Apple können ihre Zahlungen durch den US-Schritt einfrieren lassen. Beide Konzerne müssen ihre Rechtsmittel weiterhin über den europäischen Gerichtsweg nutzen. Die EU-Kommission verteidigt ihre Vorgehensweise mit Verweis auf die Marktmacht der betroffenen Unternehmen. Die Nationalität der Konzerne sei für die Regulierung nicht entscheidend, betonen die Beamten in Brüssel.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Technik News.

EU-Kommission bestraft Google erstmals mit rund 890 Millionen Euro wegen DMA-Verstoßes
Die EU-Kommission hat Google erstmals unter dem Digital Markets Act mit 890 Millionen Euro bestraft. Zwei Verstöße werden geahndet: Eigenbegünstigung in der Suche und Anti-Steering im Play Store.

Apple iPhone Ultra: Weitere Produktionsprobleme bei Foxconn lassen September-Start wackeln
Ein weiterer Bericht vom 23. Juli deutet wieder auf noch bestehende Schwierigkeiten in der Fertigung des faltbaren iPhone Ultra hin. Foxconn arbeitet an finalen Optimierungen, was den geplanten Marktstart im September in Frage stellen könnte.

iPad der 12. Generation: Update erst 2027 mit KI-Chip
Das Einstiegs-Tablet von Apple soll erst im Frühjahr 2027 aktualisiert werden. Intern wartet ein neuer Prozessor und mehr Arbeitsspeicher auf Apple Intelligence, während Design und Preis stabil bleiben.

Apple schließt iCloud-Lücke bei „Hide My Email“
Apple hat eine langjährige Sicherheitslücke in der iCloud+-Funktion „Hide My Email“ behoben. Der Fehler erlaubte es jedem, die echten E-Mail-Adressen der Nutzer preiszugeben.

Apple führt Leasing-Programm „Apple Upgrade" mit Klarna ein
Apple ersetzt das iPhone Upgrade Program durch ein flexibles Leasing-Modell mit Klarna. Ab Ende Juli sollen monatliche Raten die steigenden Hardwarepreise für Kunden abfedern.

Apple prüft 7-Zoll-Display für iPhone im Jubiläumsjahr 2027
Apple testet ein Panel mit rund sieben Zoll Diagonale, das den aktuellen Rekord brechen würde. Der Zuwachs gegenüber dem Spitzenmodell ist minimal, passt aber zum zwanzigsten Jubiläum der Produktlinie.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.