Apple-Manager wollte iMessage auf Android bringen

Es sind Interna, die im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games ans Tageslicht kommen. Eddy Cue, mittlerweile Senior Vice President für die Apple Onlinedienste, schrieb dem heutigen Software-Chef Craig Federighi im Jahr 2013 mehrere Mails, in denen er für seine Idee, die App iMessage für Android zur Verfügung zu stellen, warb. Eigens dafür wollte er ein eigenes Team um sich herum aufbauen. Der Hintergrund seiner Ideen war die gerüchteweise bevorstehende Übernahme von WhatsApp durch Google zum Preis von einer Milliarde US-Dollar. Cue erhoffte sich vom eigenen Messenger eine höhere Attraktivität, wenn dieser auch auf Android-Geräten verfügbar wäre.
Bei anderen hochrangigen Mitarbeitern stieß Eddy Cue mit seiner Idee auf wenig Gegenliebe. Federighi sah es als sehr unwahrscheinlich an, dass sich WhatsApp-Nutzer von iMessage überzeugen ließen, wenn jener Dienst auch auf Android zu haben wäre. „iMessage ist eine nette App/ein netter Dienst, aber um die Nutzer dazu zu bringen, das soziale Netzwerk zu wechseln, bräuchten wir mehr als eine marginal bessere App“, entgegnete Federighi seinem Kollegen.
Außerdem teilte er Cue seine Befürchtungen mit, dass der Plan eher nach hinten losgehen könnte. Familien mit iPhone-Ausstattung könnten für ihre Kinder auch problemlos günstigere Android-Geräte kaufen, wenn iMessage sowohl auf iOS als auch auf Android liefe.
Epic Games versucht die iMessage-Unterhaltungen für sich zu nutzen
Im laufenden Verfahren zwischen Epic Games (Fortnite) und Apple geht es unterem darum, ob Apple seine Marktmacht ausnutzt und andere Anbieter dadurch auskegelt. In Mailverlauf zwischen verschiedenen Managern des iPhone-Herstellers sieht sich der Spieleentwickler mit seiner Haltung bestätigt. Apple wolle seine Kunden an iOS fesseln. Aus diesem Grund sehen die Apple-Bosse auch keinen Grund dafür, iMessage für Android-Nutzer zu öffnen, obwohl Cue mehrfach betonte, dass die Umsetzung technisch möglich wäre.
Vor der Verhandlung wurde Eddy Cue ebenso wie andere hochrangige Manager angehört. Auf die Frage, ob Apple eine bewusste Umstiegshürde platziert habe, antworte Cue mit "nein, überhaupt nicht". Epic sieht das jedoch anders und möchte das Thema iMessage als Beweis für Apple's unlautere Geschäftspraktiken heranziehen.
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