Apps · Spotify

Apple Music: Geldstrafe in Millionenhöhe aufgrund von Wettbewerbsverletzungen?

Seit 2019 beschäftigt sich die EU aufgrund einer Beschwerde von Spotify intensiv mit dem Dienst Apple Music. Nun wurde Apple zu einer Stellungnahme aufgefordert, die im schlimmsten Fall mit einer Geldstrafe in Millionenhöhe enden könnte. 

A
AppTickerTeam
01.03.20233 Min. Lesezeit
Apple Music: Geldstrafe in Millionenhöhe aufgrund von Wettbewerbsverletzungen?
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

Wie aus der vergangenen Pressekonferenz zu den aktuellen Quartalszahlen erneut zu entnehmen war, hat sich die Dienstesparte von Apple zu einem nicht mehr wegzudenkenden Standbein für das Unternehmen entwickelt. Wie so oft gilt jedoch: Was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. 

Auf Anzeige von Spotify beschäftigt sich seit Jahren die EU-Kommission mit dem milliardenschweren Streamingdienst Apple Music. Dabei soll die Frage geklärt werden, ob Apple im Bereich der Streaming-Dienste eine marktbeherrschende Stellung innehat und dadurch bewusst andere Anbieter wie Spotify in ihrem Geschäft behindert. 

Das wettbewerbsrechtliche Verfahren läuft bereits seit 2020 und nun kommt erneute Bewegung in die Sache. Die EU hat Apple kürzlich offiziell aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. 

Worum es geht

Die Behörde mit Sitz in Brüssel wirft dem iPhone-Konzern Folgendes vor: Apple soll seinen Einfluss auf das Geschäft mit Musikstreaming-Apps in zweifacher Hinsicht ausgenutzt haben. Zum einen müssen Drittanbieter, die ihre Anwendungen über den App Store anbieten, zwingend das von Apple auferlegte Bezahlsystem für In-App-Käufe nutzen. 

Außerdem bevorzuge Apple auf seiner Hardware naturgemäß die eigenen Dienste und verhindere mit gezielten Maßnahmen, dass sich Anwendungen von Drittanbietern auf den Geräten etablieren. Dazu zählen unter anderem die eingeschränkten Möglichkeiten, mit denen App-Entwickler über alternative Musikstreaming-Dienste informieren können. 

Spotify sah hier einen deutlichen Verstoß gegen Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union und reichte entsprechende Beschwerde bei der EU ein. Zum jetzigen Zeitpunkt verfolgt die EU-Kommission einer Mitteilung zufolge lediglich noch den zweiten Vorwurf der unrechtmäßigen vertraglichen Beschränkungen. 

Warum der erste Vorwurf nicht weiter verfolgt wird, erklärt die europäische Behörde nicht. 

Millionenstrafe droht

Für ein störungsfreien Betrieb des iOS App Store seien die eingeschränkten Informationsmöglichkeiten in Bezug auf konkurrierende Produkte weder erforderlich noch angemessen, so die EU-Kommission in ihren Ausführungen. Zudem sei ein wirklich fairer Wettbewerb nicht möglich, da die Auswahl der Verbraucher stark beschränkt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt: Wer Streamingdienste von Dritten auf seinem iPhone oder iPad nutzt und das Abo über den App Store abschließt, muss unter Umständen mehr bezahlen, da Unternehmen aufgrund der hohen Provisionszahlungen entsprechende Aufschläge verlangen. Der Trend, für das gleiche Abo über das Internet weniger zu kassieren, scheint sich momentan bei vielen Anbietern durchzusetzen.

Die EU-Kommission hat Apple nun über die vorgetragenen Beschwerdepunkte offiziell in Kenntnis gesetzt und erwartet eine zeitnahme Stellungnahme. Sollten sich die Hinweise auf einen Wettbewerbsverstoß verdichten, könnte eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes drohen.

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apps.

Alle Apps →
Elektrifizierte Fahrzeuge überholen Verbrenner in der EU zum ersten Mal
Technik News

Elektrifizierte Fahrzeuge überholen Verbrenner in der EU zum ersten Mal

Im ersten Halbjahr 2026 haben sich die EU-Zulassungszahlen erstmals zugunsten elektrisierter Antriebe verschoben. Tesla führt die Verkaufscharts an, während chinesische Hersteller massiv zulegen.

27.07.20263 Min
Apple-Strategie-Wende, KI-Integration und regulatorischer Druck: KW 30 im Rückblick
Smartphone

Apple-Strategie-Wende, KI-Integration und regulatorischer Druck: KW 30 im Rückblick

Apple bricht mit etablierten Veröffentlichungszyklen, die Software-Entwicklung priorisiert Effizienz und künstliche Intelligenz, während regulatorische Eingriffe die globalen Lieferketten unter Druck setzen.

26.07.20265 Min
Trump kündigt Handelsprüfung wegen Google-Strafe und Apple-Konflikt an
Technik News

Trump kündigt Handelsprüfung wegen Google-Strafe und Apple-Konflikt an

Der US-Präsident reagiert auf die jüngste Milliardenstrafe gegen Google mit einer Handelsuntersuchung nach Section 301. Auch Apple steht im Fokus der Washingtoner Kritik an der europäischen Digitalregulierung.

25.07.20263 Min
EU-Kommission bestraft Google erstmals mit rund 890 Millionen Euro wegen DMA-Verstoßes
Technik News

EU-Kommission bestraft Google erstmals mit rund 890 Millionen Euro wegen DMA-Verstoßes

Die EU-Kommission hat Google erstmals unter dem Digital Markets Act mit 890 Millionen Euro bestraft. Zwei Verstöße werden geahndet: Eigenbegünstigung in der Suche und Anti-Steering im Play Store.

23.07.20263 Min
Volvo rüstet zwei Millionen Fahrzeuge mit Apple Music nach
Technik News

Volvo rüstet zwei Millionen Fahrzeuge mit Apple Music nach

Volvo sendet ein Software-Update per Funk für mehr als zwei Millionen Fahrzeuge aus, das Apple Music nachträglich integriert. Das Update betrifft Modelle ab Baujahr 2020. Für Interessenten startet ein Testzeitraum von bis zu drei Monaten.

21.07.20262 Min
EU-Kommission erlässt Ausnahmen für Wearables in Batterieverordnung
Smartwatch

EU-Kommission erlässt Ausnahmen für Wearables in Batterieverordnung

Die EU-Kommission hat die Batterieverordnung so angepasst, dass kompakte Wearables weiterhin versiegelte Akkus nutzen dürfen. Die Regelbefreiung betrifft Smartwatches, Brillen und Fitness-Tracker, um technische und sicherheitstechnische Grenzen zu wahren.

14.07.20264 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.