Apple Watch: Masimo kann neues Verkaufsverbot nicht durchsetzen
Seit vielen Jahren will der Medizingerätehersteller Masimo die Apple Watch vom Markt haben, weil Patente verletzt wurden. Ein erneuter Antrag wurde jetzt von der US-Handelskommission abgewiesen.

Foto-Credits: Apple
Der eine oder andere von euch kann sich sicherlich noch an den Rechtsstreit zwischen Apple und dem US-amerikanischen Unternehmen für Gesundheitstechnologie und Unterhaltungselektronik Masimo erinnern. Der Medizingerätehersteller verklagte Apple, da die Apple Watch Technologien zur Messung des Blutsauerstoffs nutzte, für die eigentlich Lizenzgebühren an Masimo bezahlt werden mussten.
Softwareupdates machten den Weg wieder frei
Masimo bekam damals recht und setzte sogar ein Verkaufsverbot für die Apple Watch Series 9 und die Ultra 2 in den Vereinigten Staaten durch. Da Apple die Berechnungen seit iOS 18.6.1 und watchOS 11.6.1 direkt auf dem gekoppelten iPhone ablaufen ließ und damit die Patente von Masimo nicht mehr verletzt wurden, durften die beiden Uhren wieder verkauft werden.
Erneutes Verkaufsverbot ist vom Tisch
Im März klagte Masimo wieder und forderte, dass alle aktuellen Modelle der Apple Watch, mit der man den Blutsauerstoff ermitteln kann, vom Markt genommen werden. In der letzten Instanz hat nun die amerikanische International Trade Commission (ITC) den Vorgang abgewiesen und das Urteil des zuständigen Gerichts bestätigt.
Demnach verletzen aktuelle Apple-Uhren die Patente von Masimo nicht, was nicht zuletzt der Umstellung durch iOS 18.6.1 und watchOS 11.6.1 geschuldet ist. Damit könne ein Verkaufsverbot der Apple Watch Ultra 3 und der Series 10 nicht durchgesetzt werden.
In einer Stellungnahme, die der Redaktion von AppleInsider vorliegt, äußerte sich ein Sprecher des iPhone-Herstellers wie folgt:
- „Wir danken der ITC für ihre Entscheidung, die sicherstellt, dass wir unseren Nutzern diese wichtige Gesundheitsfunktion weiterhin anbieten können. Masimo hat über sechs Jahre lang einen unermüdlichen Rechtsstreit gegen Apple geführt, und fast alle Klagen wurden abgewiesen. Wir werden unsere Innovationen stets verteidigen und uns weiterhin auf unsere Kernkompetenz konzentrieren: unseren Nutzern die weltweit besten Produkte und Dienstleistungen zu bieten.“
Einschränkungen auch hierzulande
Seit dem Launch von iOS 18.6.1 und watchOS 11.6.1 wird der Gehalt des Blutsauerstoffs von amerikanischen Nutzern also nicht mehr auf der Apple Watch, sondern auf dem iPhone berechnet. Wer den Wert sehen möchte, muss diesen in der App Health nachschlagen. In anderen Ländern wird das Ergebnis weiterhin direkt auf dem Display der Uhr angezeigt.
Das gilt allerdings nur, wenn man eine Apple Watch besitzt, die nicht aus den USA stammt. Für mein Experiment, vom iPhone auf die Apple Watch umzuziehen, habe ich eine Ultra 2 aus den Vereinigten Staaten gekauft. Trotz eines deutschen Apple Accounts wird die Messung des Blutsauerstoffs aber so behandelt, wie wenn ich ein amerikanischer Nutzer wäre. Im Alltag kann man diese kleine Einschränkung von Importmodellen aber getrost vernachlässigen.
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