Bloomberg: Apple arbeitet an drahtloser Ladefunktion für iOS-Geräte des nächsten Jahres
Laut einem aktuellen Bloomberg-Artikel arbeitet Apple an einer drahtlosen Ladefunktion für iOS-Geräte, die frühestens 2017 auf den Markt kommen werden. Dazu arbeite Apple mit seinen Partnern in den USA und Asien zusammen. Das Besondere dabei ist, dass Apple eine drahtlose Ladefunktion anstrebt, die über deutlich größere Reichweiten funktioniert, als es bei den derzeit verbreiteten Technologien der Fall ist.
Herkömmliche drahtlose Ladetechnologien haben den Nachteil, dass man das Gerät trotzdem möglichst nah an der Ladestation platzieren muss. Sonst funktioniert die drahtlose Energieübertragung nur schlecht oder gar nicht. Ein Beispiel dafür ist die Apple Watch, die keinen Ladeanschluss wie z.B. das iPhone besitzt, dafür muss die Smartwatch jedoch mit dem magnetischen Ladekabel oder einer stationären Station gekoppelt werden.
Diese Beschränkung liegt dabei im Funktionsprinzip selbst begründet, welche auf induktiver Kopplung beruht. In der Ladeeinheit und im mobilen Gerät befindet sich jeweils eine Spule, die für eine Energieübertragung möglichst nach beieinander sein müssen, da sonst die Verluste mit der Entfernung wachsen. Es gibt aber auch die sogenannte "resonant induktive Kopplung", die über deutlich größere Entfernungen funktioniert. Damit sind sogar Reichweiten im Meterbereich möglich.

Wir haben darüber schon vor etwa zwei Jahren im April 2014 berichtet. Damals gab der Prrofessor Chun T. Rim und sein Team vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) bekannt, dass man mit der Dipolspulen Resonanz die Reichweite der drahtlosen Energieübertragung auf bis zu 5m erhöhen konnte. Im letzten Sommer kündigte dann der Halbleiterhersteller Qualcomm an, dass diese Technologie mittlerweile unter dem Rezence-Standard zur Marktreife entwickelt wurde und die Bezeichnung WiPower trägt.
Es wurden auch drahtlose Ladegeräte mit der Technologie angekündigt und neben der größeren Reichweite gibt es auch andere Vorteile. So können gleichzeitig auch mehrere Geräte in einem Ladefeld mit Energie versorgt werden und das unabhängig der Ausrichtung der Geräte. Weiterhin sind sogar Metallgehäuse aus bestimmten Metallen wie Aluminium möglich und das Ladefeld toleriert auch Metallgegenstände ohne den Ladevorgang zu unterbrechen.
Ob Apple bei seinen Plänen für drahtlos ladbare iOS-Geräte auch mit Qualcomm zusammenarbeitet, geht aus dem Bloomberg Artikel jedoch nicht hervor. Apple selbst hat in der Richtung auch schon Ende 2012 ein Patent angemeldet, welches bei der drahtlosen Energieübertragung ebenfalls auf die resonant induktive Kopplung setzt. Es könnte also tatsächlich sein, dass wir im Herbst des nächsten Jahres ein iPhone 7s mit drahtloser Ladefunktion sehen werden.
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