Apple · App Store

Erneut juristischer Ärger - Apple droht Kartellklage in der EU

Die EU-Kommission hat den kalifornischen iPhone-Hersteller ins Visier genommen und möchte ein Kartellverfahren einleiten. Der Druck auf Apple dürfte dadurch nicht geringer werden. 

A
AppTickerTeam
28.04.20213 Min. Lesezeit
Erneut juristischer Ärger - Apple droht Kartellklage in der EU
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

Die Financial Times berichtete zuerst über den Fall, in der Zwischenzeit konnten die Gerüchte von mehreren unabhängigen Stellen bestätigt werden. Die EU-Kommission, in Person von Vizekommissionschefin Margrethe Vestager, leitet die Ermittlungen, die noch diese Woche offiziell verkündet werden sollen. Die Ermittlungen kommen für Apple zur Unzeit, beginnt doch in der kommenden Woche der Prozess zwischen Apple und Epic Games. Der Spieleentwickler wehrt sich gegen die von Apple einbehaltenen Provisionen und wirft dem Konzern machtmissbrauchende Geschäftspraktiken vor. Meldungen über die Einleitung eines Kartellverfahrens dürften Apple damit zumindest nicht in die Karten spielen. Im Gegensatz zu Amazon und Google wurde gegen Apple bislang kein Kartellverfahren abgeschlossen, ob das so bleiben wird, ist unklar. 

Hintergrund ist eine Beschwerde vom Musikdienst Spotify

Der schwedische Musikdienst Spotify hat den Stein ins Rollen gebracht. Bereits im Jahr 2019 legte dieser eine an die EU-Kommission gerichtete Beschwerde ein, in der Apple wettbewerbswidriges Verhalten vorgeworfen wurde. Begründet wurde diese Beschwerde mit der Ungleichbehandlung von Spotify im Vergleich zu Apple Music. Da Spotify an Apple eine Provision (auch für In-App-Käufe) in Höhe von 30 Prozent abtreten muss, sieht der Konzern darin eine Benachteiligung im Vergleich zu Apple Music, da diese den vollen Abo-Preis als Umsatz einstreichen können. Um ihre Forderungen an Apple zu unterstreichen, haben sich Unternehmen wie Epic Games, Deezer und Spotify mit ca. 50 weiteren Partnern zusammengetan und die "Coalition for App Fairness" gegründet.

Bereits kurz nach Einreichung der Beschwerde reagierte Apple und warf dem Musikdienst Zahlentrickserei vor. Mit der Beschwerde käme der Eindruck auf, dass die 30-Prozent-Abgabe für alle abgeschlossenen Spotify-Verträge auf Geräten von Apple fällig werde. Apple wies das jedoch zurück und betonte, dass es sich hierbei nur um einen kleinen Kundenkreis handelt, nämlich die, die ihr Abo über die In-App-Kauffunktion der iPhone-App abgeschlossen haben. Die Möglichkeit bestand nur im Zeitraum von 2014 bis 2016 und in Summe hätten lediglich 680.000 Kunden davon Gebrauch gemacht. Vor 2014 und nach 2016 hätte Apple eigenen Angaben zu Folge keinen Cent an den Spotify-Verträgen verdient. 

Apple warf Spotify schon damals vor, dass sie "finanzielle Motive in irreführende Rhetorik kleide". Gleichzeitig wird Apple auch nicht müde den Hintergrund der Provisionen zu erläutern. Mit der Gebühr gewährleistet Apple eine sichere Plattform und stellt den Entwicklern entsprechende Werkzeuge für die Entwicklung ihrer Programme zur Verfügung. 

Außerdem betonte Cupertino bereits mehrfach ihr erfolgtes Entgegenkommen auf die Entwickler. So sinkt die Provision für Abos nach dem ersten Jahr von 30 auf 15 Prozent. Kleine Entwickler, die im App Store weniger als eine Million Dollar umsetzen, zahlen ebenfalls nur 15 Prozent. Angesichts der Umsatzzahlen von Spotify dürften diese Meldungen im Konzern jedoch wenig Beachtung gefunden haben. 

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apple.

Alle Apple →
Apple plant massiven Produktstau für den Herbst 2026
Apple

Apple plant massiven Produktstau für den Herbst 2026

Laut Lieferkettenberichten bringt Apple im kommenden Herbst mehr als fünfzehn neue Geräte auf den Markt. Das Spektrum reicht vom ersten faltbaren iPhone bis hin zu vernetzten Smart-Home-Lösungen.

Vor 22 Std3 Min
Apple preist Macs und iPads teurer – Analysten bleiben ruhig
Apple

Apple preist Macs und iPads teurer – Analysten bleiben ruhig

Apple hat am 25. Juni 2026 Preiserhöhungen für Teile des Mac- und iPad-Sortiments bekanntgegeben. Die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursverlust von 4,8 Prozent, doch Analysten von Evercore ISI und Wedbush sehen die Maßnahme als notwendigen Schutz der Gewinnmarge.

Vor 2 Tagen3 Min
Apple erhöht deutlich die Preise für fast alle Hardware-Produkte
Apple

Apple erhöht deutlich die Preise für fast alle Hardware-Produkte

Apple hat die Preise für nahezu das gesamte Hardwaresortiment angehoben, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: Das aktuelle iPhone bleibt verschont. Die Mehrkosten reichen von 30 bis 500 Euro.

Vor 3 Tagen3 Min
Apple hat Entwicklung des iPhone Ultra 2 freigegeben
Smartphone

Apple hat Entwicklung des iPhone Ultra 2 freigegeben

Apple hat die Projektentwicklung für das zweite klappbare iPhone offiziell freigegeben. Der Marktstart ist für Herbst 2027 geplant, während die Air-Serie noch vom Erfolg des Vorgängers abhängt.

Vor 3 Tagen3 Min
iPhone 18 Pro: Analysten sehen nur moderate Preiserhöhung
Apple

iPhone 18 Pro: Analysten sehen nur moderate Preiserhöhung

Tim Cook hatte vor deutlichen Preissprüngen gewarnt, doch J.P. Morgan dämpft die Ängste: Dank eines eigenen Modems bleibt der Aufschlag für das iPhone 18 Pro moderat.

Vor 3 Tagen3 Min
Bob Iger bestätigt: Apple und Disney diskutierten einst eine Fusion
Apple

Bob Iger bestätigt: Apple und Disney diskutierten einst eine Fusion

Ehemaliger Disney-CEO Bob Iger räumt in einem Financial Times-Portrait ein, dass sein Unternehmen einst über eine Zusammenlegung mit Apple verhandelte. Der Deal scheiterte am mangelnden Interesse aus Cupertino.

Vor 4 Tagen3 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.