BMW Deep Orange 17 erzeugt mehr Strom als er verbraucht

BMW hat im Herbst 2024 eine technische Herausforderung an die Clemson University gestellt. Die Studenten sollten ein Elektrofahrzeug entwickeln, das im täglichen Stadtverkehr mehr Energie gewinnt, als es tatsächlich verbraucht. Am 7. August 2026 hat das Team den fertigen Prototypen Deep Orange 17, auch Luminetta genannt, präsentiert und die gestellte Aufgabe gelöst. Das Projekt zeigt, wie viel Potenzial in der Kombination aus Leichtbau und Photovoltaik steckt.
Leichtbau und Kofferfisch-Aerodynamik
Das zweitürige Coupé kommt auf ein Gesamtgewicht von nur 550 Kilogramm. Das entspricht etwa einem Viertel dessen, was ein vergleichbares Serienfahrzeug wiegt. Das Chassis setzt auf einen Mix aus verschiedenen Materialien, um dieses Ergebnis zu erreichen:
- Strukturstahl sorgt für die nötige Sicherheit der Insassen.
- Aluminiumkomponenten reduzieren das Leergewicht erheblich.
- Tragende Carbon-Elemente versteifen die Fahrzeugstruktur.
- 3D-gedruckte Metallverbindungen halten die Komponenten zusammen.
Die Karosserieform lehnt sich aerodynamisch an einen Kofferfisch an. Optisch wirkt das Fahrzeug dadurch eher wie ein Schuhkarton, doch diese schlichte Gestalt minimiert den Luftwiderstand auf dem Fahrweg erheblich.
Solarzellen des BMW Deep Orange 17
Die eigentliche Energiequelle des Fahrzeugs sind über 1.700 Photovoltaikzellen, die direkt in die Außenhaut integriert wurden. Sie gewinnen sowohl im Stand als auch während der Fahrt Strom. Das Clemson-Team hat die Module gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelt. Besonders praktisch ist, dass die Zellen auch dann noch Strom liefern, wenn Teile eines Panels im Schatten liegen.
Um die Reichweite realistisch einzuschätzen, modellierte das Team die Sonneneinstrahlung und klimatischen Bedingungen für vier verschiedene Standorte: Greenville in South Carolina, Frankfurt, Madrid und Mumbai. Bei einer alltäglichen Pendelstrecke von 12 Meilen, also rund 19 Kilometern, erzeugt die überschüssige Solarenergie durchschnittlich 31 Meilen zusätzliche Reichweite. Das sind etwa 50 Kilometer und damit das Zweieinhalbfache der eigentlichen Fahrstrecke. Rekuperation, intelligente Drehmomentverteilung und eine optimierte Antriebssteuerung arbeiten dabei Hand in Hand, um die Effizienz zu maximieren. Konkrete Werte zur Motorleistung oder zum Drehmoment wurden von den Entwicklern nicht veröffentlicht.
Interieur und weitere Pläne
Im Inneren wartet eine eigens entwickelte Mensch-Maschine-Schnittstelle auf den Fahrer. Sie zeigt die Fahrzeugtelemetrie in Echtzeit an und unterstützt zudem Apple CarPlay sowie Android Auto. Mit der Fertigstellung des Prototypen schlossen 16 Studenten ihr Studium am 7. August 2026 mit einem Masterabschluss in Fahrzeugtechnik ab. BMW-Projektmanager Stephan Augustin betonte, wie bereichernd es war, zuzusehen, wie die Studenten technische Hürden überwinden und ein energiepositives Fahrzeug realisieren.
Das Fahrzeug bleibt an der Hochschule in Greenville und steht dort für zukünftige Forschungsprojekte zur Verfügung. Zusätzlich ist eine öffentliche Ausstellung des Prototypen auf der CES 2027 in Las Vegas geplant.
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