Foto-Scan auf iPhones: Was von den damaligen Plänen übrig blieb
Vor etwa einem Jahr wurden die Pläne über den umstrittenen Foto-Scan bekannt. Nachdem das Thema hochkochte, ruderte Apple schnell zurück. Doch was ist heute noch vom geplanten Vorhaben übrig?

Ursprünglich sollte ab August vergangenen Jahres auf den Endgeräten sämtlicher Nutzer nach kinderpornografischen Inhalten gesucht werden. Die Besonderheit: Statt den Scan beim Hochladen in die Cloud durchzuführen (so wie es viele andere Anbieter ebenfalls machen), sollte der Abgleich lokal auf dem Smartphone erfolgen. Voraussetzung hierfür wäre gewesen, dass der Nutzer die iCloud-Fotobibliothek eingeschaltet hat.
Apple zufolge sollte diese Art des Scans zu einer größeren Akzeptanz unter den Kunden führen - doch am Ende war das Gegenteil der Fall. Sowohl Nutzer als auch Datenschützer zeigten sich entsetzt über das geplante Vorhaben. "Der Zweck heiligt die Mittel" sollte in diesem expliziten Fall nicht gelten.
Die neuen Überprüfungsmöglichkeiten würden schließlich auch Regierungen und Hackern Tür und Tor öffnen, was sich wiederum direkt auf die Sicherheit von Oppositionellen und Regierungskritikern auswirken könnte. Aufgrund der massiven Kritik, entschied sich Apple dazu, die Pläne vorerst auf Eis zu legen. Der iPhone-Konzern formulierte jedoch klar, dass die Zeit genutzt werden sollte, um das Feature zu verbessern.
Kein endgültiger Stopp
Nachdem Apple anfangs nur verhalten auf die Kritik reagierte, gab das Unternehmen etwa einen Monat später bekannt, dass man das Feedback der Kunden, Datenschützern und Sicherheitsexperten nutzen wolle, um den Foto-Scan an den entsprechenden Stellen weiterzuentwickeln und sichererer zu gestalten.
Die letzte augenscheinliche Änderung zu dem Thema stammt allerdings vom Dezember 2021, als man die offizielle Ankündigung von der Webseite entfernte. Als Nutzer dies bereits als endgültiges Ende des Features einstuften, erklärte Cupertino in einer eindeutigen Stellungnahme, dass man weiterhin an der Funktion festhalte.
Im Zuge der Vorstellung von iOS 16 im Juni diesen Jahres wurde das Thema nicht nochmal aufgegriffen. Offensichtlich ist die Auswertung und Weiterentwicklung des Scans noch nicht abgeschlossen.
Noch keine Lösung in Sicht
Auch zwei Monate nach der Vorstellung von iOS 16 herrscht weiterhin Unklarheit, wie es um den umstrittenen Sachverhalt bestellt ist. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Apple weiterhin mit der Verbesserung des Verfahrens beschäftigt ist und diese momentan noch umsetzt. Zuletzt gab es in der Europäischen Union zudem Entwicklungen, die Techunternehmen zu einem Scan nach kinderpornografischen Inhalten verpflichten könnten.
Da sich Apple zum Foto-Scan bislang allerdings nicht wieder geäußert hat, ist nicht bekannt, wie der Stand der Dinge in dieser Angelegenheit tatsächlich ist. Die zur Zeit wahrscheinlichste Variante ist, dass Cupertino wie andere Anbieter Inhalte lediglich auf den eigenen Servern scannt und auf eine lokale Überprüfung vollständig verzichtet.
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