Gericht urteilt: Apple ist kein Monopolist
Das Gericht hat in dem Fall Epic vs. Apple ein erstes Urteil gesprochen, nach dem Apple keine Monopolstellung innehat. Trotzdem wackelt das Geschäftsmodell des iPhone-Herstellers.

Im vergangenen Jahr verklagte Epic Games den iPhone-Hersteller, weil dieser das Spiel Fortnite aus dem App Store schmiss. Im Vorfeld provozierte der Spieleentwickler den Rausschmiss, da Epic seinen Nutzern alternative Bezahlmethoden anbot, um die Provisionszahlungen an Apple zu umgehen. Zur damaligen Zeit war diese Vorgehensweise ein klarer Verstoß gegen die von Cupertino aufgestellten Bedingungen.
Das Gerichtsverfahren dauerte drei Wochen, in denen alle Beteiligten, darunter auch Tim Cook, zu Wort kamen. Die Richterin zog sich bereits vor einigen Monaten zur Urteilsverkündung zurück. Nun wurde ein erstes Urteil gesprochen, wonach Apple kein Monopolist sei. Dennoch wird sich Apple mit einigen grundlegenden Änderungen auseinandersetzen müssen.
Erfolg nicht mit Monopol gleichzusetzen
Die zuständige Richterin Yvonne Gonzalez Rogers hat nun ihr erstes Urteil gesprochen. Apple sei kein Monopolist und könne seine Marktmacht daher auch nicht rechtswidrig ausnutzen. Apple besitzt einen Marktanteil von 55 Prozent. Dieser Anteil sei zwar bemerkenswert, jedoch gilt bloßer Erfolg nicht als Zeichen eines Monopols.
Das Urteil gibt allerdings nicht nur Grund zur Freude im Apple-Lager. Gleichzeitig urteilte Rogers nämlich auch, dass Apple zukünftig Verweise auf andere Bezahlmethoden im App Store akzeptieren muss. Kommt Apple dem nicht nach, verhindert der Konzern damit einen normalen Wettbewerb. Endverbraucher könnten somit andere Zahlarten wählen, auf denen die Entwickler legal hinweisen dürfen. Im Urteil wird zudem auch beschrieben, wie der Hinweis aussehen könnte. So dürfen Unternehmen in der App-Beschreibung auf weitere Bezahlmethoden als Button, Link oder andere Formen hinweisen.
Epic plant Berufung
Dem Spieleentwickler Epic Games geht die Entscheidung der Richterin nicht weit genug. Das oberste Ziel von Epic war die komplette Öffnung von iOS für alternative App Stores. Diesem Wunsch ist Yvonne Gonzalez Rogers nicht nachgekommen. Zwar könnte Fortnite in Zukunft wieder im App Store, mit dem Verweis auf alternative Bezahlmethoden, erscheinen. Allerdings wird sich das Spiel auch in Zukunft dann nur im App Store von Apple wiederfinden und nicht auf anderen digitalen Plattformen. Epic plant derweil gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
Katherine Adams, oberste Anwältin von Apple, ordnet das Urteil hingegen als großen Sieg für Apple ein. Die Angst vor einen vollständigen Öffnung von iOS wäre demnach erstmal vom Tisch. Allerdings scheint Adams auch die negativen Folgen der Entscheidung etwas auszublenden. Die Aktionäre konnten dem Urteil bislang auch nicht nur Gutes abgewinnen: Der Aktienkurs fiel nach dem Urteil deutlich.
Wie geht es weiter?
Bisher durften App-Entwickler keine Hinweise auf alternative Bezahlmethoden in ihre Beschreibungen einbauen. Einige Ausnahmen wurden von Apple jedoch geduldet. Der Streamingdienst Netflix stellt so einen Ausnahmefall dar. Mit dem Urteil dürfen Unternehmen jedoch schon bald auf andere Zahlungsarten hinweisen und werden diese Möglichkeit sicherlich auch flächendeckend nutzen.
Das profitable Geschäft mit der 30-prozentigen "Apple Tax" dürfte damit ziemlich sicher bald vorbei sein. Angesichts der Tatsache, dass Apple mit seinem App Store Milliarden-Gewinne einfährt, scheint die ausgiebige Freude im Apple-Lager umso unverständlicher.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Apple.

App Store Review-Prozess: Entwickler warnt vor Betrug
Jeff Johnson deckt gefälschte Bewertungen bei TabControl Extension auf und warnt vor Lücken im App Store Review-Prozess.

iPhone 18 wird vermutlich erst nächstes Jahr erscheinen
Der iPhone 18-Start wird vermutlich in zwei Wellen erfolgen. Pegatron bestätigt die Verschiebung des Standardmodells auf Frühjahr 2027.

iPhone Ultra: Diese Bezeichnung hat sich auch bei Apple festgesetzt
Mark Gurman bestätigt, dass Apple das faltbares iPhone Ultra intern so nennt. Ob der Arbeitstitel auf dem fertigen Gerät steht, bleibt abzuwarten.

iPhone 18 Pro -Hauptkamera kommt mit mechanisch variabler Blende
Apple erweitert die iPhone 18 Pro Blende und rüstet die Telelinse auf. Der Hardware-Sprung gilt als der größte seit Jahren.

iPhone 18 Pro Preis steigt um 300 Dollar
Der iPhone 18 Pro Preis wird laut TrendForce um 200 bis 300 Dollar steigen. Speicherchip-Engpässe treiben die Materialkosten um bis zu 40 Prozent.

Kommt das iPhone 20 Pro mit Glas-Design doch noch?
Mark Gurman bestätigt das glaslastige Redesign für das iPhone 20 Pro 2027. Die Stornierungsgerüchte von Jefferies entpuppen sich als Missverständnis.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.