Maps mit "Look Around": Apple bietet erstmals 3D-Ansichten in Deutschland an
Heute gab Apple bekannt, dass neben einem wesentlich verbesserten Kartenmaterial ab sofort auch in der ersten deutschen Stadt die "Look Around"-Funktion freigeschaltet wird.

Hinsichtlich 3D-Karten ist Deutschland ein gebrandmarktes Kind. Als Google vor mehr als zehn Jahren Street View hierzulande einführen wollte und aus diesem Grund die ersten Aufnahmewagen durch das Land rollten, machte sich eine beispielslose Welle der Entrüstung breit. Die ganze Welt schaute auf die panischen Deutschen, die plötzlich Angst hatten, dass zu viele Details von ihren Eigenheimen für Jedermann im Internet einsehbar sind.
Nachdem Google Adressat sämtlicher Protestaktionen wurde und hunderttausende Löschungsanträge ins Haus flatterten, gab die Suchmaschine entnervt auf. Bis heute ist Deutschland eine der wenigen Länder, in denen Google Street View nicht flächendeckend verfügbar ist. Eine ähnliche Reaktion erfuhr Apple auf anfängliche Aktivitäten auf deutschen Straßen. Nachdem man hierzulande lediglich zum Zweck der Straßenerfassung unterwegs war, meldeten sich prompt eifrige Datenschutzbehörden zu Wort. Apple verkündete kurze Zeit später, dass man in Deutschland kein "Look Around" anbieten wolle. Die Fahrten dienten lediglich dazu, das vorhandene Kartenmaterial mittels spezieller Sensoren zu verbessern.
Look Around in Deutschland verfügbar
Nun traut sich der iPhone-Konzern also doch und gibt heute bekannt, dass in Deutschland ab sofort völlig neugestaltete Karten in der App für iOS und iPadOS verfügbar sind. Außerdem lässt sich die Umgebung nun in der ersten deutschen Stadt per Look Around erkunden. Die 3D-Ansichten der Straßen sind zuerst nur in München verfügbar, weitere Großstädte sollen aber schon bald folgen.
Der Pressemitteilung ist zu entnehmen, dass man bei der Entwicklung eng mit den bayrischen Datenschutzbehörden zusammengearbeitet habe, um im Vorfeld sämtliche Bedenken weitestgehend aus dem Weg zu räumen. Dazu zählt, dass alle persönlich identifizierbaren Informationen ausgeblendet werden.
Verbessertes Kartenmaterial
Was Apple mit "viel besseren Karten" meint, wird auf den ersten Blick ersichtlich. Die Karten überzeugen mit feineren Details, was sich beispielsweise auch in präziseren Navigationsanweisungen widerspiegelt. Unter anderem werden nun auch die genauen Fahrspuren angesagt, um sich rechtzeitig vor einem Abbiegevorgang einordnen zu können. Außerdem können mit der neuen Version von Maps Gefahren oder Unfälle gemeldet werden. Mittels Pins können bevorzugte Verbindungen im ÖPNV oder Wegbeschreibungen für Fußgänger inklusive AR-Modus festgehalten werden.
In Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln oder München können iPhone-Nutzer zudem einfach ihr Smartphone anheben, um ein in der Nähe befindliches Gebäude zu scannen. Apple Maps bietet daraufhin detaillierte Wegbeschreibungen in Augmented Reality. Um die neuen Vorzüge nutzen zu können, wird lediglich ein A12-Chip und iOS 15 vorausgesetzt.
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