Nicht für Apps & Dienste zertifiziert: Hat Google Huawei ausgesperrt?
Aktuell kommt es vermehrt zu Berichten von Besitzern eines Huawei-Smartphones, die gewisse Apps und Dienste von Google nicht mehr nutzen können. Tatsächlich scheint das so zu sein: Google hat Huawei stillschweigend einige Zertifikate entzogen und erklärt Handys wie das Mate 30 Pro als nicht-zertifizierte Geräte.

Vor gut zehn Monaten machten Meldungen die Runde, dass Smartphones des chinesischen Herstellers Huawei künftig nicht mehr auf den Google Play Store zugreifen können und keine Android-Updates mehr erhalten. Hintergrund war damals der von der US-Regierung ausgerufene Notstand für den Bereich der Telekommunikation, der sich speziell gegen Hard- und Softwareprodukte aus China richtete.
Die Befürchtungen von vielen Huawei-Nutzern lösten sich aber quasi in Luft auf, denn von einem Bann der Geräte aus dem Google-Play-Ökosystem war in den folgenden Monaten nichts zu spüren. Alles lief normal. Jetzt allerdings melden viele Besitzer eines Huawei-Smartphones, dass sich Apps von Google nach einer Neuinstallation bzw. dem Rücksetzen auf Werkseinstellungen nicht mehr nutzen lassen und einige Dienste nicht mehr funktionieren.
YouTube & Co für Huawei gesperrt?
Es geht konkret um alle Apps von Google wie zum Beispiel Gmail, Google Pay, YouTube oder Google Maps. Wie man auf der Webseite Huawei.blog berichtet, können genannte Apps ohne Weiteres über Google Play gesucht, heruntergeladen und installiert werden. Nach dem Start erscheint jedoch eine Fehlermeldung via Google Play Protect und das Ausführen der App wird verhindert.
Anstatt des Startbildschirms der jeweiligen App, wird der Nutzer darauf hingewiesen, dass sein Gerät nicht für Play Protect zertifiziert ist. Laut dem Hilfemenü habe der Hersteller, also in diesem Fall Huawei, Apps von Google auf dem Smartphone installiert, besitzt jedoch nicht die dafür notwendige Play Protect-Zertifizierung.
Welche Alternativen haben betroffene Nutzer?
Huawei.blog erwähnt, dass bei deren Tests ausschließlich ein Huawei Mate 30 Pro verwendet wurde. Allerdings wurde auch von anderen Geräten des chinesischen Herstellers berichtet, auf denen die Apps von Google nicht mehr funktionieren, darunter u. a. die Honor-Baureihe und verschiedene Tablets.
Die Macher von Huawei.blog hatten leider keinen Erfolg bei der Problemlösung. Weder liegt es an einer Änderung der Firmware seitens Huawei, noch kommen Anwenderfehler in Betracht. Eine manuelle Zertifizierung über die Webseite von Google sei ebenfalls fehlgeschlagen.
Betroffenen Nutzern bleibt nur die Möglichkeit, die Apps von Google nicht von ihrem Smartphone zu löschen, da bereits installierte Apps weiterhin funktionieren sollen. Dies Löschung der Google-Apps passiert in der Regel nur über das Rücksetzen auf die Werkseinstellungen - nach dem Neustart des Geräts sind diese dann verschwunden.
Ansonsten hat man nur die Möglichkeit, sich entsprechende Alternativen zu suchen. YouTube, Gmail und einige andere Google-Apps kann man beispielsweise im Browser nutzen. Darüber hinaus bietet Huawei selbst mit "HMS" (Huawei Mobile Services) einen eigenen App Store an.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Smartphone.

Google Pixel 11 startet am 20. August
Google stellt die Google Pixel 11-Reihe vor: fünf Smartphones, eine Smartwatch und KI-Features. Verkaufsstart am 20. August 2026.

Reddit prüft Kündigung des Lizenzvertrags mit Google
Reddit-Chef Steve Huffman kritisiert Googles KI-Suchzusammenfassungen scharf und signalisiert zugleich, dass das Unternehmen den 60-Millionen-Dollar-Lizenzdeal beenden könnte. Weitere große Publisher wiegen ebenfalls einen Ausstieg.

Claude-Chats tauchen in Suchmaschinen auf: So werden geteilte KI-Gespräche öffentlich
Nutzer haben entdeckt, dass bewusst geteilte Claude-Chat-Verläufe in Google und Bing indexiert wurden. Ein fehlendes Meta-Tag macht private Unterhaltungen öffentlich durchsuchbar.

Trump kündigt Handelsprüfung wegen Google-Strafe und Apple-Konflikt an
Der US-Präsident reagiert auf die jüngste Milliardenstrafe gegen Google mit einer Handelsuntersuchung nach Section 301. Auch Apple steht im Fokus der Washingtoner Kritik an der europäischen Digitalregulierung.

iPhone Ultra wird ca. ein Viertel des Marktes erobern
Counterpoint Research prognostiziert für Apple einen Marktanteil von 25 Prozent im Jahr 2026. Der gesamte Markt für faltbare Geräte wächst um 21 Prozent, während etablierte Konkurrenten wie Samsung und Huawei Anteile abgeben.

EU-Kommission bestraft Google erstmals mit rund 890 Millionen Euro wegen DMA-Verstoßes
Die EU-Kommission hat Google erstmals unter dem Digital Markets Act mit 890 Millionen Euro bestraft. Zwei Verstöße werden geahndet: Eigenbegünstigung in der Suche und Anti-Steering im Play Store.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.