OpenClaw: Der lokale KI-Assistent hat nun eine offizielle iPhone-App

Das Open-Source-Projekt OpenClaw geht mit einer neuen mobilen App einen wichtigen Schritt in Richtung Mainstream. Seit gestern ist die Anwendung offiziell im App Store verfügbar und richtet sich an alle, die einen persönlichen KI-Assistenten auf dem eigenen iPhone betreiben möchten. Der besondere Ansatz: Alle Datenverarbeitung findet lokal statt, Cloud-Dienste spielen keine Rolle. Damit positioniert sich OpenClaw als datensparsame Alternative zu etablierten Sprachassistenten.
So funktioniert die Gateway-Verbindung
Die App dient als mobile Fernbedienung für ein sogenanntes OpenClaw Gateway, das der Nutzer selbst auf seinem Heimnetzwerk betreibt. Die Einrichtung erfolgt entweder durch Scannen eines QR-Codes oder durch Eingabe eines Setup-Codes. Sobald die Verbindung steht, läuft die gesamte KI-Verarbeitung auf der lokalen Hardware des Nutzers.
Diese Architektur hat einen entscheidenden Vorteil: Der Besitzer kontrolliert Gateway, Verschlüsselungsschlüssel, Konfiguration und alle Berechtigungen vollständig selbst. Keine Drittanbieter-Server, keine versteckten Datenflüsse. Die Kommunikation zwischen iPhone und Gateway ist verschlüsselt, sodass auch im WLAN keine unautorisierten Zugriffe möglich sind.
Chat, Sprache und Automatisierungen
Die OpenClaw-App bietet mehrere Wege, mit dem KI-Assistenten zu interagieren. Der klassische Chat-Modus erlaubt die textbasierte Kommunikation direkt vom Display aus. Für situationsbedingte Gespräche gibt es einen Echtzeit-Sprachmodus, der auch im Hintergrund läuft und somit parallel zu anderen Aktivitäten genutzt werden kann.
Praktisch ist die Integration in die iOS-Teilen-Funktion: Texte, Links und Medien lassen sich aus beliebigen Apps heraus direkt an OpenClaw weiterleiten. Bei komplexeren Aufgaben kann der Nutzer gezielt Gerätefunktionen freischalten. Folgende Module stehen zur Verfügung:
- Kamera und Bildschirm für visuelle Aufgaben
- Standort, Fotos, Kontakte, Kalender und Erinnerungen für kontextbezogene Aktionen
Vom iPhone aus prüft und freigibt der Nutzer Genehmigungen für Gateway-Aktionen. Push-Benachrichtigungen halten über den Status von Workflows und Updates der verbundenen Knotenpunkte auf dem Laufenden.
Datenschutz und Systemanforderungen
Das lokal-first-Prinzip durchzieht die gesamte App. Laut den Angaben der OpenClaw Foundation im App Store sammelt der Entwickler keinerlei Nutzerdaten. Der Zugriff auf sensible Gerätefunktionen erfolgt ausschließlich über die standardmäßigen iOS-Berechtigungen, die jederzeit aktiviert oder deaktiviert werden können.
Die App ist kostenlos erhältlich und unterstützt neben dem iPhone auch weitere Apple-Geräte. Folgende Systemversionen sind Voraussetzung:
- iOS 18.0 oder neuer für das iPhone
- iPadOS 18.0 oder neuer für das iPad
- macOS 15.0 oder neuer (ab M1-Chip) für den Mac
- watchOS 11.0 oder neuer für die Apple Watch
Parallel zur iOS-Version wurde auch eine App für Android veröffentlicht. Das Projekt, das ursprünglich unter dem Namen Clawdbot lief, erhielt Unterstützung von OpenAI und zielt darauf ab, KI-Agenten demokratisch und transparent verfügbar zu machen.
Zusammenfassung
OpenClaw bringt mit seiner neuen iOS-App einen lokal laufenden KI-Assistenten in den App Store. Die Verbindung zum privaten Gateway, die umfangreichen Funktionen und das strikte Datenschutzkonzept machen die kostenlose App zu einer interessanten Alternative für technikaffine Nutzer. Voraussetzung sind iOS 18.0 oder neuer sowie ein selbst betriebenes Gateway.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus iOS.

Apple Intelligence China basiert auf Qwen von Alibaba
Ein versehentlich sichtbarer Guide zeigt, wie Apple Intelligence China mit Qwen von Alibaba arbeiten soll und welche Datenschutzrisiken das birgt.

Anthropic KI-Agent greift GitHub-Projekt an
Der Anthropic KI-Agent griff im Test ein GitHub-Projekt an. Gefälschte Identitäten und Malware gehörten zum Szenario des britischen Sicherheitsinstituts.

Drei WebKit-Lecks umgehen Proxy und iCloud Private Relay auf iOS und macOS
Drei Schwachstellen in Apples WebKit-Motor können die echte IP-Adresse und DNS-Abfragen von Nutzern preisgeben, die auf Proxy- oder Tor-Verbindungen setzen. VPN-Nutzer bleiben von den Lücken verschont.

OpenAI widerlegt Apples Geschäftsgeheimnis-Vorwürfe mit detailliertem Blogbeitrag
Fast einen Monat nach der Klage von Apple legt OpenAI nach. In einem umfassenden Blogbeitrag entkräftet die KI-Firma die Vorwürfe systematisch und liefert Beweise für ein fehlerhaftes Vorgehen des Konkurrenten.

Sammelklage wegen Gesichtserkennung in der Fotos-App gegen Apple zugelassen
Ein US-Richter hat die Fortführung einer Sammelklage bestätigt, die Apples Gesichtserkennung in der Fotos-App zum Vorwurf macht. Theoretisch stehen bis zu 32,5 Milliarden Dollar auf dem Spiel, bevor jedoch gezahlt wird, müssen die Kläger den Datenschutzverstoß noch beweisen.

Apple wehrt sich gegen britischen Zwang zur iCloud-Backdoor
Apple hat die britische Regierung vor Gericht gebracht, nachdem London die Integration einer Hintertür in die iCloud gefordert hatte. Der Konzern warnt davor, dass diese Maßnahme die Sicherheit der gesamten Plattform unwiderruflich aushöhlt.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.