Ransomware-Angriff auf Apple-Zulieferer während "Spring Loaded"-Event
Gestern ereignete sich ein Hackerangriff auf Apples Zulieferer Quanta Computer. Die Angreifer haben Zugriff auf sensible Daten zu noch nicht veröffentlichten Produkten und drohen, diese zu veröffentlichen, wenn Apple ihnen kein Lösegeld zahlt.

Gestern Abend sollte es für Apple eigentlich ein erfolgreicher Tag werden, da das Unternehmen im Rahmen des lang ersehnten "Spring Loaded"-Events neue Produkte vorstellte. Doch während das Event feierlich abgehalten wurde, gab es laut Bloomberg in Taiwan einen Ransomware-Angriff auf Apples Zulieferer Quanta Computer. Das bedeutet, dass sich Hacker auf Computern und in einem Netzwerk der Firma eingenistet haben, auf denen sie Zugriff auf sensible Daten zu noch nicht veröffentlichten Produkten von Apple haben. Sie fordern Geld von Apple, erst dann würden sie die Computer und deren Daten freigeben. Andererseits sähen sie sich gezwungen, die Daten zu veröffentlichen.
Pläne für die MacBooks sollen veröffentlicht werden, wenn Apple nicht zahlt
Gestern Abend vollstreckte eine Gruppe mit unbekannten Hackern einen Angriff auf den Apple-Lieferanten Quanta Computer, der in Taiwan ansässig ist. Laut Bloomberg nennt sich die Gruppe selbst "REvil" und hat sich gestern zu dem Ransomware-Angriff bekannt. Die Hacker haben vollen Zugriff auf Computer und ein Netzwerk, wo sich sensible Daten verschiedener Firmen befinden. Wie groß das Ausmaß ist, konnte inzwischen bestimmt werden: Auf den Computern sind insgesamt fünfzehn Bilder und Schemata gespeichert, die allesamt zukünftige MacBooks betreffen. Es handelt sich um noch nicht veröffentlichte und geheime Daten. Zu den MacBooks gibt es außerdem Listen mit weiteren informationen: Darunter befinden sich die Seriennummern, Daten zur Größe und Kapazität und Hinweise über sämtliche interne Bauteile und deren Aussehen. Allerdings wurden nur Daten von Apple erbeutet, die anderer Firmenen wie Facebook oder HP wurden hingegen unangetastet gelassen.
REvil fordert von Apple eine Zahlung in Höhe von 50 Millionen US-Dollar, die bis zum 27. April geleistet werden soll, wie aus einem von der Gruppe selbst betriebenem Blog hervorgeht. Falls die Frist überschritten wird, soll der Betrag verdoppelt werden und 100 Millionen Dollar betragen. Für die Zahlung dieser Summe hat Apple dann bis zum 01. Mai Zeit, anderenfalls sollen sämtliche erbeutete Daten öffentlich gemacht werden. Darunter würden sich dann nicht nur die Informationen zu den MacBooks befinden, sondern auch die Personalien der Mitarbeiter und Kunden von Quanta Computer. Bis dahin seien alle Computer und das Netzwerk verschlüßelt worden, sodass man nicht mehr darauf zugreifen könne. Die Verschlüsselung soll angeblich aufgehoben werden, sobald Apple die Summe gezahlt hat.
Apple hat sich bislang noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Quanta Computer äußerte sich aber und informierte, dass der Schaden nur gering sei und nicht den normalen Geschäftsablauf störe. Das Unternehmen habe sich bereits im Vorfeld gegen Hackerangriffe abgesichert, in dem es einen Plan ausgearbeitet habe, was in so einem Fall zu tun sei. Außerdem fände eine lückenlose Kooperation mit den Behörden statt, die bereits die Strafverfolgung eingeleitet hätten. Der Betrieb des Geschäfts laufe wie gewohnt weiter.
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