Steve Jobs im Interview: Künstliche Intelligenz erweckt Stimme des verstorbenen Apple-Gründers zum Leben

Steve Jobs gilt für viele auch Jahre nach seinem Tod noch immer als das Gesicht von Apple. Der Mitbegründer und langjährige CEO des Unternehmens verstarb bereits vor mehr als 10 Jahren. Nun wurde ein Interview mit dem früheren Visionär veröffentlicht, das erst nach seinem Tod entstanden ist - künstliche Intelligenz macht es möglich.
Die Diskussion um diese Thematik wurde zuletzt erneut angeheizt, nachdem bekannt wurde, dass der Darsteller James Earl Jones auch in Zukunft die Rolle von Darth Vader sprechen wird. Dies wird allerdings nicht durch Jones persönlich geschehen, sondern durch eine virtuelle Stimme, die aufgrund früherer Aufnahmen und mithilfe von KI erzeugt wird.
Schauspieler könnten auf diesem Wege selbst nach ihrem Tod weiterhin in Hollywoodproduktionen präsent sein und weiterhin die Rechte an ihrem Bild und ihrer Stimme verkaufen.
Gesamtes Gespräch künstlich erstellt
In einem kürzlich ausgestrahlten Interview zwischen Steve Jobs und dem bekannten Podcaster Joe Rogan wird deutlich, wohin die Reise eines Tages gehen wird. Sowohl die Stimme von Jobs als auch von Rogan wurden durch die Technik künstlicher Intelligenz erzeugt. Das Gespräch als solches hat also nie stattgefunden.
Sowohl die gestellten Fragen als auch die Antworten wurden von einem Computer erstellt. Als Grundlage für das Gespräch dienten biografische Daten und alle verfügbaren Ton-Aufzeichnungen von Steve Jobs, so die Verantwortlichen von Play.ht, die für die Aufzeichnung des Gespräches verantwortlich waren.
Technik steckt noch in den Kinderschuhen
Das Interview dauert in etwa 20 Minuten und ist der erste Beitrag des neuen Formates Podcast.ai, welches erst kürzlich an den Start gegangen ist. Wer sich das Interview anhört, wird schnell die beeindruckende technologische Entwicklung der vergangenen Jahre erkennen. Trotzdem lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die KI an dieser Stelle noch immer häufig an ihre Grenzen kommt.
Während einige Textpassagen flüssig und natürlich klingen, erscheinen wiederum andere Stellen extrem abgehakt und künstlich erstellt. Auch die Betonung bestimmter Wörter deckt sich nicht immer mit der eigentlichen Intention der Aussage.
Vor allem bei Steve Jobs' Antworten wird deutlich, wie sehr die Gespräche aus vorhandenen Audioaufzeichnungen zusammengestellt wurden. Hier lassen die Macher in vielen Fällen das Gefühl einer spontanen Antwort vermissen.
Startschuss für neues Podcast-Format
Die ethischen Bedenken an derlei Projekten mal ausgeklammert, weiß das Interview als solches durchaus zu überzeugen. Die Stimmen von Steve Jobs und Joe Rogan weisen im Großen und Ganzen die charakteristischen Züge der realen Stimmen auf. Play.ht kündigte bereits an, in Zukunft regelmäßig ausschließlich virtuelle Gespräche zu produzieren und zu veröffentlichen.
Das Unternehmen nimmt dafür über die eigens eingerichtete Webseite sogar Themenvorschläge entgegen. Unter anderem wüschen sich Hörerinnen und Hörer bereits einen Titel "Trump interviewt sich selbst" oder "Elon Musk spricht mit Nikola Tesla".
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