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Streit um Datenschutz - Apple möchte nun sicher Datensammeln begrenzen

Apple wollte neue Datenschutz-Features bereits in iOS 14 integrieren, jetzt ist es bald endlich so weit. Facebook appelliert dagegen.

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AppTickerTeam
20.11.20203 Min. Lesezeit
Streit um Datenschutz - Apple möchte nun sicher Datensammeln begrenzen
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Apple ist dafür bekannt, den Datenschutz seiner Kunden an oberste Stelle zu setzen. Laut der Firma sei Privatsphäre ein Grundrecht, welches gesichert werden müsse. Deshalb gab es bereits in der Vergangenheit viele Bemühungen, an den Stellen Transparenz zu bieten, an denen Apps Daten sammeln wollen, und dies zu unterbinden. Mit iOS 14 sollte es bereits eine neue Funktion namens App Tracking Transparency (ATT) geben, mit denen Benutzer nachvollziehen können sollen, zu welchen Zeitpunkten Unternehmen sie über Apps hinweg verfolgen wollen. Im Januar soll das Feature nun endlich kommen. Laut Facebook sei dies lediglich eine Ablenkung von eigenen Datenschutz-Problemen, wie man an den Installationsproblemen von Big Sur erkennen könne.

Was möchte Apple mit ATT erreichen?

Zur Werbe-Ermöglichung nutzt Apple ein System, das sich Identifier for Advertisers (IDFA) nennt: Demnach erhält jeder User eine individuelle Kennung, aus der Daten wie Downloads und Käufe ermittelt werden können. Entwickler und Werbetreibende können auf die Kennungen jeweils zugreifen und mit ihrer Hilfe personalisierte Werbung schalten.

Nun möchte Apple mit Hilfe von ATT dieses System transparenter machen. Demnach soll ein User nicht nur einsehen können, welche App Daten abgerufen hat und zu welchem Zeitpunkt dies geschah, sondern es auch grundlegend blockieren können. Dadurch sollen Apps nicht nur daran gehindert werden, über ihre Oberfläche hinweg aktiv Daten zu sammeln, sondern auch generell Daten ohne die Zustimmung des Users zu erhalten und weiterzuverkaufen. Personalisierte Werbung wird es folglich schwer haben - Dennoch sind Konzepte wie ATT ein Schritt, den Datenschützer bereits seit Jahren fordern.

Facebooks Kritik

Allerdings gab es nicht nur Lob an Apples Vorhaben, sondern auch Kritik. Unternehmen bemängelten, die Änderung käme unvorbereitet und raube kleineren Unternehmen die Existenz. Besonders Facebooks Stimme wurde laut, sie behaupteten gar, Apple würde mit dem Schritt vom eigenen Versagen in Sachen Datenschutz ablenken wollen. Dies belegten sie mit dem Problem, das letzte Woche bei der Installation von macOS Big Sur aufgetreten war: Ein Prozess von MacOS hatte ohne Unterlass versucht, eine Verbindung zu einem Apple-Server aufzubauen, welcher nicht erreichbar gewesen war. Da das Protokoll den Prozess nicht einfach unterbrochen hatte, wurden Datenschützer aufmerksam und fanden heraus, dass iOS offenbar IP-Adressen übermittelte. Apple wolle folglich lediglich seine marktbeherrschende Stellung nutzen, um selbst Daten zu sammeln und das selbe Recht anderen Firmen zu untersagen.

Entschlossenheit von Apple

Apple hingegen widerspricht - ihnen liege der Datenschutz ihrer Kunden am Herzen.

Um den Unternehmen Zeit zu geben, sich darauf einzustellen, verschoben sie das Release von ATT auf Januar 2021. Dem Nachteil kleinerer Unternehmen widersprachen sie, denn die Massen an personalisierter Werbung und die Konkurrenz darum käme vor allem großen Firmen zugute. Außerdem hätte es Bedenken über Datenschutz bereits lange vor massenhafter Datenerfassung gegeben - Er sei ihre Grundlage gewesen und müsse somit auch weiterhin erfüllt werden. Ziel sei es, eine verantwortungsvolle Werbung zu standardisieren.

Apple jedenfalls wird nicht von ATT absehen, die Funktion ist für das kommenden Januar fest eingeplant. Werbetreibende werden sich also darauf einstellen müssen, das betrifft auch Facebook. Immerhin hat das Unternehmen bereits seine Werbepartner darüber informiert, dass die Werbeeinnahmen um die Hälfte einstürzen könnten.

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