Surfen im LTE-Netz: Neue iPhones nur noch mit Intel-Modems
Wegen ausstehenden Lizenzzahlungen liegt der Chiphersteller Qualcomm seit über einem Jahr mit Apple im Rechtsstreit. Das hat nun Konsequenzen, in den kommenden iPhone-Generationen greift Apple ausschließlich auf LTE-Modems von Intel zurück.
Apple gehört zwar zu den wohlhabendsten Unternehmen der Welt, die Lizenzgebühren für die Technik des Halbleiterherstellers Qualcomm sind dem Konzern aus Cupertino aber zu hoch. Zwar hat sich Qualcomm im April diesen Jahres dazu bereiterklärt die Lizenzgebühren seiner Hardware um ein Fünftel zu senken, Apple ist das jedoch immer noch zu teuer. Vor Gericht wirft Apple Qualcomm unfaire Patentgebühren vor, der letzte Stand ist, Apple will die Qualcomm-Patente beim Patent Trial and Appeal Board des US-Patentamtes für ungültig erklären lassen.
Hinter den Kulissen ist jedoch bereits eine folgenschwere Entscheidung gefallen: Wie aus der Telefonkonferenz Qualcomm's zum Quartalsbericht der Geschäftszahlen für das dritte Quartal hervorgeht (hier gibt es das Transkript) wird Qualcomm vorerst keine iPhone-Modems mehr an Apple liefern, so George S. Davis, Chief Financial Officer von Qualcomm. Bereits in den kommenden drei neuen 2018er-iPhones sollen schon LTE-Modems von Intel zum Einsatz kommen.
Die Modems von Qualcomm sind zwar um einiges leistungsfähiger als die Chips von Intel, sorgten aber wegen Problemen bei der Kompatibilität in der Vergangenheit dafür dass Apple für verschiedene Märkte zwei iPhone-Modelle anbieten musste: In den USA, in Indien und China beispielsweise wurden iPhones mit Chips von Qualcomm verkauft während der Rest der Welt mit Intel-Modems surfte. Das neue Intel XMM 7560 Modem deckt allerdings alle Mobilfunknetze weltweit ab, sodass es seit langer Zeit jedes iPhone wieder nur in einer Ausführung beim Modem geben wird.
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