TestFlight: Betrug in Millionenhöhe durch gefälschte Beta-Tests

Apple hat vor etwa acht Jahren ein unter Entwickler geschätztes Tool namens TestFlight vom Unternehmen Burstly übernommen. Bis zu diesem Zeitpunkt gestaltete es sich für Entwickler denkbar schwierig, eine iOS-App einem relativ großen Testkreis zur Verfügung zu stellen. Mit TestFlight schuf bzw. bot Apple eine Lösung, die es Entwicklern ermöglicht, Beta-Versionen von Anwendungen an bis zu 10.000 Teilnehmer zu verteilen.
Die Verteilung erfolgt über einen simplen Link. Beim Messenger WhatsApp ist das Interesse an Testversionen beispielsweise so groß, dass nicht alle Freiwilligen mit einem Platz bedacht werden können.
Test-Builds unterliegen Review-Prozess
Da das System von TestFlight ein unglaublich hohes Sicherheitsrisiko darstellt, unterliegen auch die auf diesem Wege verteilten Testversionen einem entsprechenden Review-Prozess. Zusätzlich bestimmen Richtlinien den gesamten Ablauf einer App-Verteilung. Darüber hinaus erfolgt zumindest beim ersten Test-Build zusätzlich zum automatisierten Malware-Scan auch eine manuelle Inaugenscheinnahme der Anwendung.
Diese beschränkt sich jedoch in der Regel auf offensichtliche Täuschungsabsichten. Diese liegen vor, wenn die App augenscheinlich nicht das tut, wofür sie der Beschreibung nach zu urteilen entworfen wurde.
Zugriff auf Crypto-Vermögen
Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Betrüger im großen Stil Malware an Nutzer von TestFlight verteilen. Dabei ließen die Scammer ihre Opfer in dem Glauben, dass sie offizielle Anwendungen zur Verwaltung von Cryptowährungen verwenden (BTCBOX). Dass für den Zugriff auf die Anwendung TestFlight installiert werden musste, sorgte bei den Nutzern für keine große Verwunderung.
Dadurch hatten die Angreifer leichtes Spiel, um an das Crypto-Vermögen der Betroffenen zu gelangen. Insgesamt soll sich der Schaden, der durch die auf diesem Weg installierte Malware entstanden ist, auf rund 1,4 Millionen Dollar belaufen.
Vorsicht geboten
Da keine tiefgründige Überprüfung, der über TestFlight verteilten Anwendungen erfolgte, dauerte es entsprechend seine Zeit, bis der Schwindel auffiel. Das gleiche Muster lässt sich auch beim App Store und den damit verbundenem Review Prozess beobachten, allerdings gestaltet sich ein geplanter Betrug über die TestFlight-Umgebung wesentlich einfacher, da die auferlegten Hindernisse für Betrüger wesentlich leichter zu überwinden sind.
Anwender werden aus diesem Grund dazu angehalten, an Software-Tests via TestFlight nur teilzunehmen, wenn ihnen der Hersteller vertraut ist und ein möglicher Betrug ausgeschlossen werden kann. Oftmals setzen die Verantwortlichen täuschend echte Webseiten ein, die beim Nutzer ein vertrautes Gefühl erwecken sollen.
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