Tim Cook im Interview über Datenschutz: Eine so große Sorge wie der Klimawandel
Heute gab Tim Cook ein Interview über Datenschutz, die Probleme, die ihn so notwenig machen und Extremismus im Internet. Er appellierte, das Handeln von Firmen differenziert zu betrachten, und gleichzeitig für eine Welt mit vollumfassendem Datenschutz zu kämpfen.

Heute ist der Europäische Tag für Datenschutz 2021. Aus diesem Anlass gab der CEO von Apple, Tim Cook, ein Interview bei Fast Company darüber, wie er den Datenschutz bewertet und was Apple für einen Beitrag leistet. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sei essenziell in Zeiten, in denen das Internet ein solch wichtiges Medium geworden ist.
Wie wir uns durch Überwachung selbst einschränken
Tim Cook sprach vor allem darüber, was ein nicht oder nur spärlich vorhandener Datenschutz für Probleme bringe: Wenn wir überwacht würden, würden wir uns einschränken. Dies begründet er durch ein Gedankenexperiment: „Ich versuche, Menschen dazu zu bringen, darüber nachzudenken, was in einer Welt passiert, in der man weiß, dass man die ganze Zeit überwacht wird." So würde man sein Verhalten ändern, Dinge unterlassen, die man sonst getan hätte. Vor allem aber nähme die eigene Neugierde ab: "Worauf ist man nicht mehr so neugierig, wenn man weiß, dass man sich jedes Mal, wenn man im Internet ist und sich verschiedene Dinge ansieht, verschiedene Dinge erforscht, immer mehr und mehr und mehr einschränken würde?" Dass uns so sukzessive die Freiheiten genommen würden, sei nichts, was ernsthaft erstrebenswert sei.
Aus diesem Grund sei Datenschutz so wichtig. Cook vergleicht ihn sogar mit dem Klimawandel, da er für künftige Generationen von großem Belangen sei und die Welt verändere. Cook selbst sei ein Befürworter der DSGVO, da diese dabei helfe, die Überwachung der Menschen zu minimieren um ihnen so ein Stück Freiheit wiedergeben zu können. Einige Regulierungen seien zwar nicht in seinem Sinne, da diese seiner Meinung nach eher einen schlechten als guten Einfluss hätten, aber alles in allem befürworte er eine Datenschutzverordnung, die es eigentlich für die ganze Welt geben müsse. Auch Apple helfe dabei, durch die App-Tracking-Transparenz-Funktion (ATT), die für künftige Versionen von iOS geplant ist, und durch die Etiketten des Datenschutzes für den AppStore. Dadurch seien Entwickler in der Pflicht, User in die Art von Daten einsehen zu lassen, die gesammelt und geteilt werden. Außerdem können User bald selbst entscheiden, ob, mit wem und wieviele Daten sie teilen wollen.
Wer sind die Bösen im Thema Datenschutz?
Cook äußerte sich auch dazu, ob er glauben würde, dass große Firmen wegen Datenschutzvorwürfen stärker in Bedrängnis geraten würden.
Er sprach sich dagegen aus, große Firmen pauschalisierend zu betrachten und sie als "Die Bösen" darzustellen. Firmen seien alle unterschiedlich, wenn man sie miteinander vergleiche: "Und deshalb mache ich mir von Anfang an Sorgen über diese breite, pauschale Kategorisierung." Der Apple-CEO sagte, er versuche zu ermutigen, Firmen und ihre Geschäftsmodelle differenziert zu betrachten. Sie alle hätten unterschiedliche moralische Werte zugrunde liegen, die einen tieferen Blick lohnend machen würden. So täten viele Firmen auf ihre eigene Art und Weise etwas für den Datenschutz.
Fördert Technologie den Extremismus?
Das Interview beschäftigte sich auch mit dem Thema Extremismus und wie Technologie dazu beitragen könne, diese zu unterbinden.
Im Internet kursierten viele extremistische Ansichten und hätten auch einige Unterstützer. Generell könne Technologie dazu genutzt werden, "um zu verstärken, sie kann benutzt werden, um zu organisieren, und sie kann benutzt werden, um zu versuchen, das eigene Denken der Menschen zu manipulieren“. Dieser negative Strang könne nur durch das Handeln von Technologie-Firmen besser in den Griff bekommen werden: Sie müssten sich mit den Vorgängen des Extremismus und seiner Organisierung auseinandersetzen und darauf basierend Strategien entwicklen, um ihn zu bekämpfen und bestenfalls, technologisch gesehen, auszurotten.
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