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Updates für Fortnite sind ab sofort vom App Store geblockt

Die Konsequenzen sind nun endgültig hier: Fortnite erhält nicht das Update 14.00 auf iOS und macOS, während es alle anderen Geräte tun. Wie kann sich Epic Games überhaupt noch aus der Lage befreien? Ein Fallout zwischen Epic und Apple steht wahrscheinlich vor der Tür, die Frage ist nur wann.
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AppTickerTeam
28.08.20205 Min. Lesezeit
Updates für Fortnite sind ab sofort vom App Store geblockt
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Letzten Endes konnte es nicht verhindert werden: mit dem gestrigen Tag ist ein neues Update des Battle Royale Super-Hits Fortnite auf allen Konsolen und Smartphones live gegangen, die noch Updates für das Spiel empfangen. Dies schließt sowohl PC, PlayStation, Xbox und selbst Android ein - die einzigen Ausnahmen bilden hier iOS und macOS, von welchen iOS Fortnite über den Apple App Store empfängt. Auch wenn Mac das nicht tut, hat sich Epic Games bereits gegen das Updaten der Mac-Version entschieden. Dass Fortnite keinen weiteren Content über beide Systeme erhalten wird, war bereits vor ein paar Tagen als Tendenz zum Kampf zwischen Epic Games und Apple von einem zuständigen, amerikanischen Gericht abgegeben worden - zwar darf der Entwickler-Account von Epic (eingeschränkt) behalten werden, aber aufgrund des expliziten Verstoßes gegen Apples Richtlinien bleibt die App von weiteren Updates unberührt. Und somit ist Version 14.00 auf allen Geräten bis auf Apples eigene verfügbar.

Als Live-Service ist dies ein massives Problem für die Nutzerbasis, da dies im Endeffekt bedeutet dass Nutzer nur noch auf einer veralteten Version (13.40) spielen können und so vom weiteren Verlauf des Lebenszyklus von Fortnite abgeschnitten werden. In einer vorausgehenden E-Mail an die Nutzer jener Geräte hat Epic Games sich bereits zu diesem Problem bekannt, konnte aber keinerlei Lösungsvorschläge anbieten, da eine Lösung zwangsweise eine echte Auseinandersetzung mit Apple bedeuten müsste. Den einzig validen Vorschlag, den Epic an die Nutzer bereitstellen konnte, ist, sich das Spiel auf einem anderen Gerät herunterzuladen oder auf nicht mehr unterstützten Versionen zu spielen. Im Endeffekt verletzt diese Sturheit nicht nur Apple und Epic Games, sondern vorrangig auch Millionen von Spielern - sowohl Publisher als auch Konsumenten.

Monopol gegen angehendes Monopol?

Aber warum überhaupt das ganze Debakel? Praktisch aus dem Nichts ist die Problematik über einen knappen Monat entstanden und hat bereits einige Konsequenzen mit sich gezogen. Der offensichtliche Krux der ganzen Situation liegt hier bei Apples Regelung für In-App Käufe: jene müssen über den eigenen App Store verlaufen, nicht über einen separat erstellten In-App Markt wie Fortnite ihn mithilfe der 'V-Bucks' Währung gestaltet. Im Umkehrschluss bedeutet eine Anpassung an Apple allerdings auch, dass mit jedem In-App Kauf ein Provisionssatz von 30% an Apple gezahlt wird - dies war bereits in der nahen Vergangenheit (und ist immer noch) ein riesiges Streitthema zwischen Apple, assoziierten Firmen und selbst dem US-Kongress. Epic Games scheint sich allerdings diese Kontroverse zu Nutzen gemacht zu haben und eine Offensive gegen die Richtlinien gestartet zu haben, während Apples argumentative Defensive schwach aussieht. Ergo liegt die Problematik auf mehreren Punkten gleichzeitig: einerseits möchte Epic Games keinen vorgeschriebenen Provisionssatz zahlen, aber trotzdem den App Store als Plattform benutzen. Andererseits möchte Epic Games auf einer symbolischeren Ebene den Kampf gegen das Monopol von Apple ansagen - und das öffentlich, mit so vielen Mitstreitern wie möglich, obwohl von jenen Mitstreitern selbst die Angst geäußert wurde, dass Epic Games zum nächsten Monopol wird. Und während Apples Richtlinien zurecht auf vielen Ebenen kritisiert werden, ist Epics Haltung trotzdem ein konkreter Verstoß gegen die Verpflichtungen, die Teilnehmer erfüllen müssen um im Store zu bleiben. Es steht also Gier gegen Gier.

Entweder ein Kompromiss oder ewiger Hass

Die Frage, die an diesem Punkt gestellt werden muss, ist: was genau muss passieren, damit der Hit von Epic Games wieder einen regulären Platz im App Store einnehmen darf? Was absolut getan werden muss, damit überhaupt von einem Lösungsansatz die Rede sein kann, ist mindestens eine von zwei Aktionen: entweder Epic Games passt sich Apples Richtlinien an, wie es das zuständige Gericht in Kalifornien dem Unternehmen zurecht angemakelt hat, oder Epic hält eine kompromissbereite Konferenz mit dem regelrecht antagonisierten App-Publisher. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple für ein Unternehmen eine Sonderregelung zwischen den eigenen Richtlinien erstellt, wie es mit Amazon Prime Video der Fall ist. Von diesen beiden Ansätzen ist der erstere jedoch weitaus wahrscheinlicher, da Aktionen wie die Einberufung eines Turniers, welches speziell und offensichtlich gegen Apple veranstaltet wird, die Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen nicht gerade bestärkt.

Falls kein Kompromiss in gegebener Zeit gefunden werden kann, wird im Februar nächsten Jahres vom zuständigen Gericht in Kalifornien ein Urteil gesprochen. Somit stellt sich zuletzt nur die Frage, was sich auf lange Zeit behaupten kann: Kompromissbereitschaft oder Sturheit. Je nach dem welches Konzept sich behauptet, könnten beide Unternehmen kooperativ und wenigstens teils glücklich aus der Situation gehen, oder im schlimmsten Fall zusammen einen großen Fall erleiden - kein Fortnite im App Store, keine 30%-Sätze für Apple.

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