Vergleich: Welcher Messenger-Dienst sammelt wieviele Informationen?
Dass Messenger-Dienste Daten sammeln, ist allgemein bekannt. Seit Apps nun offen legen müssen, welche Daten sie einlesen, zeigt sich erst das wahre Ausmaß, wieviel tatsächlich gesammelt wird. Welche App ist hierbei am sparsamsten?

Seit dem Release des letzten iOS können im App Store können Informationen bezüglich des Datenschutzes einzelner Apps abgerufen werden. App-Entwickler sind dazu verpflichtet, diese Angaben preiszugeben. Man findet sie im AppStore auf der Seite einer App unter der Rubrik App-Datenschutz. Zuvor war das Einsehen nur möglich, wenn man sich direkt an den Entwickler gewandt hatte und dieser bereit war, die Informationen zu teilen.
Das Magazin Forbes hat sich nun insbesondere den Messenger-Diensten gewidmet und ihre Datenschutz-Angaben miteinander verglichen. Es ging dabei um die Frage, welcher Messenger am meisten Daten sammelt und welcher am meisten Privatsphäre erlaubt.
Signal ist der am wenigsten Daten sammelnde Messenger
Wenn es darum geht, welcher Messenger am wenigsten Daten sammelt, hat Signal klar die Nase vorn. Laut den App-Datenschutz-Angaben wird für die Nutzung der App lediglich die Telefonnummer benötigt, diese bleibt allerdings anonym und wird nicht mit der eigenen Identität verknüpft.
Knapp dahinter befindet sich Apples hauseigener Messenger iMessage, der ebenfalls nur grundsätzliche Daten sammelt und verknüpft. Zu den Daten, die verknüpft werden, zählen die E-Mail-Adresse, Telefonnummer, der Suchverlauf des Browsers und die ID des Gerätes. Es gibt auch Daten, die nicht verknüpft werden und anonym bleiben: Darunter befinden sich die Standortermittlung sowie Diagnosedaten und Leistungsdaten.
Facebook Messenger bislang noch datenhungriger als WhatsApp
Deutlich abgeschlagen auf den letzten Plätzen befinden sich Facebooks Dienst WhatsApp und der Facebook Messenger. Bei beiden Diensten lässt sich eine lange Liste an gesammelten und verknüpften Daten einsehen, die hauptsächlich zu Werbezwecken gedacht sind. Dabei sind es beim Facebook Messenger im Moment noch mehr Daten, als bei dem Messengerdienst WhatsApp: Bei ersterem Dienst lassen sich die gesammelten Daten auf 14 Kategorien zusammenfassen, bei letzterem sind es neun, und das, obwohl gerade WhatsApp unter anderem als "Sicher" beworben wird.
Listet man all diese Daten bei dem Facebook Messenger auf, kommt man auf insgesamt sieben gefüllte Seiten eines iPad Pro Bildschirms. Die Vielfalt der gesammelten Daten ist enorm: Darunter finden sich der Einkaufsverlauf und generelle Finanzinformationen, Kontaktdaten und der Browserverlauf, Fotos und Videos, sogar Gesundheitsdaten und Fitnessdaten. Möglich gemacht wird das durch ein Tracking, sogar über die App hinaus. Facebook gibt auch an, wie diese Daten verwertet werden: Ein Großteil wird für Drittanbieterwerbung und Marketing benutzt, aber auch Analysen und Produktpersonalisierung finden sich in der Beschreibung. Außerdem gibt es noch "Sonstige Zwecke", auf die nicht näher eingegangen wird.
Bei WhatsApp ist die Liste bislang noch kürzer, aber hier wurde bereits angekündigt, dass in Zukunft noch mehr Daten gesammelt und direkt mit Facebook verknüpft werden sollen. Wer den dann neuen Vereinbarungen nicht zustimmt, wird aus seinem WhatsApp-Nutzerkonto ausgesperrt.
Im Moment ist es jedenfalls noch so, dass keine Daten zwecks Drittanbieter-Werbung gesammelt werden, sondern zugunsten der App-Funktionalität. Außerdem lässt die Art der gesammelten Daten darauf schließen, dass Benutzerprofile erstellt werden; möglich wäre es zumindest. Dafür spricht auch, dass alle Daten direkt mit dem Handy-Besitzer verknüpft werden. Ein Beispiel für gesammelte Daten sind Zahlungsdaten, der Standort und Einkaufsdaten.
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