Macs mit Apple Silicon - Windows ist nun doch lauffähig
Auch, wenn Windows vorerst nicht direkt auf dem M1 nutzbar sein wird, gibt es Möglichkeiten, es doch weiterhin verwenden zu können.

Dass Windows sich über Boot Camp nicht auf M1 basierten Computern installieren lässt, ist schon seit einiger Zeit bekannt. Nun hat ein Entwickler eine Möglichkeit gefunden, die Installation doch erfolgreich durchzuführen und anschließend ein schnelles, lauffähiges System zu haben, und zwar mit Hilfe von Emulation.
Windows auf Apple Silicon
Vor ein paar Wochen veröffentlichte Apple die Meldung, dass eine Installation von Windows auf den M1 Macs prinzipiell möglich sei, da die Kerntechnologie vorhanden sei. Microsoft müsse jedoch eine Version auf den Markt bringen, die mit der ARM Architektur funktioniere. Windows basiert nämlich nativ lediglich auf einer x86-Version, arbeitet also schon vom Fundament her anders, als ARM. Jedoch gibt es von Microsoft dazu bislang kein Statement und somit keine Garantie, dass Boot Camp in Zukunft wieder funktionieren wird.
Heute veröffentlichte der Entwickler Alexander Graf via dem Kurznachrichtendienst Twitter allerdings, dass er einen Weg gefunden hat, Windows auch ohne Boot Camp bei gleicher Performance zu virtualisieren. Dazu benutzte er die Open Source Virtualiserungssoftware QEMU, welche ursprünglich aus der Welt des Betriebssystems Linux stammt. Damit ist es möglich, komplette Betriebssysteme zu emulieren, in manchen Fällen sogar, wenn diese auf einer anderen Architektur basieren, wie dies nun bei Apples ARM und Windows x86 der Fall ist.
Graf erklärt, sein Experiment der Nutzung von Windows mit Hilfe von Emulation auf dem M1 sei noch in einer sehr frühen Phase, dennoch sei er zuversichtlich, dass dies ein Weg einer erfolgreichen und gewohnt schnellen Verwendung von Windows sein könnte. Seine Ergebnisse seien beliebig reproduzierbar.
Wie zukunftsträchtig wäre eine Emulation von Windows?
Da wir leider nicht wissen, ob Microsoft an einer ARM Version von Windows Interesse hätte, ist es leider unklar, ob eine native parallele Nutzung über Boot Camp oder Parallels Desktop in Zukunft auf Apple Silicon möglich sein wird. Mit Hilfe von Parallels Desktop lässt sich zumindest Linux weiterhin nutzen.
Dass eine Emulation jedoch eine Alternative sein könnte, war ebenfalls von Anfang an klar. Die Befürchtung, dass Windows damit nicht mehr so schnell oder flüssig laufen könnte, wurde von Graf widerlegt, zumindest in Verbindung mit QEMU. Ansonsten gibt es noch die Virtualisierungsprogramme VirtualBox und DOSBox, die prinzipiell auch Windows emulierten könnten, jedoch auf dem M1 noch nicht erprobt sind. Tests der Geschwindigkeit und Performance stehen also noch aus.
Eine weitere Alternative ist das sich aktuell noch in der Entwicklung befindliche Programm Crossover von Codeweavers, wenn nur einzelne Applikationen von Windows genutzt werden sollen. Dieses installiert nämlich nicht etwa das gesamte Computersystem, sondern macht aufgelistete Applikationen selbst auf dem Mac lauffähig. Allerdings bezahlt man für Crossover zwischen 38€ und 475€, je nachdem, ob das Programm aktualisiert werden soll und für welchem Zeitraum.
Es bleibt festzuhalten, dass selbst ohne die Möglichkeit einer direkten parallelen Nutzung von Windows Möglichkeiten erhalten bleiben, es eben doch zu nutzen: Emulationen sind hierbei keine schlechten Anwärter.
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