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Wegen Datenleck: Massenklage gegen Facebook

Über 500 Millionen Nutzer sind vom riesigen Datenleck bei Facebook betroffen. Nun können sich EU-Bürger einer Massenklage anschließen.
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AppTickerTeam
19.04.20213 Min. Lesezeit
Wegen Datenleck: Massenklage gegen Facebook
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Die Daten von circa 533 Millionen Betroffenen wurden durch das letzte Datenleck bei Facebook in die Welt verteilt. Die häufigste Folge waren Spam-Nachrichten mit versteckter Schadsoftware, die massenhaft auf den Smartphones der Nutzer landeten. Die irische Bürgerrechtsorganisation Digital Rights Ireland (DRI) kündigt nun eine Massenklage gegen das amerikanische Unternehmen an. Die in Europa geltende Datenschutz-Grundverordnung ebnet dafür den Weg. Dabei möchte die Organisation eine Entschädigung für alle Betroffenen erstreiten, die sich der Massenklage anschließen. Ob die Klage zum Erfolg führen wird, ist völlig offen. Die Aussichten sind zumindest nicht allzu rosig, wenn man bedenkt, dass in Irland die europäische Firmenzentrale von Facebook liegt und bisher kein einziges Verfahren aufgrund von Datenschutzverstößen seit Inkrafttreten der DSGVO abgeschlossen wurde.

Als Grundlage für die Klage wird der Artikel 82 der Datenschutz-Grundverordnung herangezogen. Der Artikel mit dem Namen "Haftung und Recht auf Schadensersatz" spricht Personen für materielle und immaterielle Schäden Entschädigungen zu, die ihnen aufgrund von Verstößen gegen die DSGVO entstanden sind. Zahlungspflichtig wäre in dem Fall Facebook.

Per Klick an Klage teilnehmen

Da die DSGVO europäisches Recht ist, dürfen an der Klage auch nur EU-Bürger teilnehmen. In einem ersten Schritt muss der jeweilige Nutzer zuerst überprüfen, ob er von dem riesigen Datenleck überhaupt betroffen ist. Für die Überprüfung eignet sich der Dienst von Have I Been Pwned. Anhand der E-Mailadresse oder der bei Facebook hinterlegten Telefonnummer können Interessierte überprüfen, ob Ihre Daten im Netz angeboten werden. Bei circa 9 Millionen Betroffenen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr unter den "Glücklichen" seid, nicht gerade gering.

Sollten eure Daten im Netz herumschwirren, könnt ihr euch über ein entsprechendes Formular auf der Webseite von Digital Right Ireland mit eurer Telefonnummer, Name und Mailadresse der Klage anschließen.

Facebook selbst sieht keine Notwendigkeit darin, die betroffenen Kunden zu informieren. Zu einem Kommentar bezüglich der Massenklage konnte sich Facebook dennoch überwinden:

"Wir verstehen die Sorgen der Menschen, deshalb verstärken wir weiterhin unsere Systeme, um das Scraping von Facebook ohne unsere Erlaubnis zu erschweren und die Menschen dahinter zu verfolgen. Wie Linkedin und Clubhouse gezeigt haben, kann kein Unternehmen Scraping vollständig eliminieren oder verhindern, dass solche Datensätze auftauchen."

Für ein Unternehmen, das seit jeher aufgrund von Datenschutzverstößen in den Schlagzeilen steht, sind das jedoch nur halbgare Aussagen.

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