WhatsApp: Neues Update da, deutsche Datenschützer untersagen den Datenabgleich
WhatsApp ist derzeit der mit Abstand beliebteste Messenger überhaupt. So gab das Unternehmen Anfang dieses Jahres bekannt, dass eine Milliarde aktive Nutzer erreicht wurden. Als aktive Nutzer werden dabei solche gezählt, die mindestens einmal im Monat bei WhatsApp aktiv sind. WhatsApp gehört dabei seit 2 Jahren zu Facebook und beim Aufkauf zählte es 450 Millionen aktive Nutzer, sodass sich diese Zahl seit dem mehr als verdoppelt hat. Zu der Beliebtheit trägt dazu bei, dass die Entwickler regelmäßig Updates veröffentlicht, welche einerseits Bugs beseitigen, andererseits neue Funktionen mit sich bringen.
Heute wurde nun mit WhatsApp 2.16.11 ein neues Update veröffentlicht, nur etwa 2 Wochen nachdem die vorherige Version 2.16.10 erschien. Diese brachte die Unterstützung von neuen iOS 10 Funktionen, wie beispielsweise der Unterstützung des Sprachassistenten Siri. Die neue Version mit der 11 am Ende bringt nun die Korrektur eines Bugs, der bei der vorherigen Version dafür sorgte, dass Benachrichtigungen nicht richtig wiedergegeben werden konnten. Erst nach einem Neustart des betreffenden iPhones funktionierte es. Abgesehen davon scheint die neue Version von WhatsApp aber keine Neuerungen zu haben.
Deutscher Datenschützer verbietet Facebook und WhatsApp den Datenabgleich
Auch wenn WhatsApp ausgeprochen beliebt und weit verbreitet ist, die Anpassung der Nutzungsbedingungen dürfte für eine Delle gesorgt haben. Damit haben die Entwickler informiert, dass von nun an der Abgleich der Nutzerdaten mit den Daten von Facebook erfolgt, wenn diese Funktion von den Nutzern nicht deaktiviert wird. So einige Nutzer waren davon aber auch nicht begeistert und wechselten zu Konkurrenten wie Threema oder Telegram.
Nun gibt es diesbezüglich von gesetzlicher Seite aus eine Entwicklung, zumindest in Deutschland. Und zwar hat der hamburgische Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar, eine Verwaltungsanordnung erlassen, die es Facebook als Mutterkonzern ab sofort untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben sowie zu speichern und mit Facebookdaten abzugleichen. Schon gespeicherte Daten sollen wiederum gelöscht werden.
Diese Anordnung betrifft dabei 35 Millionen Nutzer in Deutschland, die laut Caspar nicht vorab gefragt wurden, ob sie dem Datenabgleich zustimmen. Die Option es deaktivieren zu können reiche dafür nicht aus, so der Datenschutzbeaftragte. Dazu kommen aber auch noch die ganzen Kontaktdaten in den Adressbüchern der WhatsApp-Nutzer. Auf diese Daten hat Facebook ebenfalls Zugriff, behauptet aber diese bisher noch nicht erhoben zu haben. Jedoch sei das nur derzeit der Fall und könnte sich in Zukunft ändern, was der Datenschutzbeauftragte für sehr problematisch hält.
Davon geht Caspar auch deswegen aus, weil Facebook mit der Änderung der Nutzungsbedingungen Wortbruch begangen habe. Bei der Übernahme von WhatsApp durch Facebook hat das Unternehmen nämlich zugesichert, die Daten der beiden Plattformen nicht abzugleichen. Das eine Irreführung der Nutzer und der Öffentlichkeit, so der Datenschutzbeauftragte.
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