Werden Apple-Geräte demnächt deutlich teurer?
Die EU-Kommission erwägt die Zölle auf Geräte und Dienstleistungen von Apple und weiteren US-Techkonzernen deutlich zu erhöhen. Dies würde zwangsweise zu entsprechenden Preiserhöhungen führen.

Die Spannungen im transatlantischen Wirtschaftsverhältnis zwischen den USA und der EU könnten bald in neue Eskalationsstufen eintreten. Wie aus Kreisen der EU-Kommission hervorgeht, erwägt Brüssel als Reaktion auf mögliche Autozölle der USA strategisch gezielte Gegenmaßnahmen, die vor allem große Tech-Unternehmen wie Apple, Microsoft, Meta oder X (ehemals Twitter) ins Visier nehmen könnten.
Nach gescheiterten Verhandlungen mit der US-Regierung unter Ex-Präsident Donald Trump scheint sich die EU zu einem härteren Kurs zu entschließen. Ein Insider aus Kommissionskreisen wird zitiert mit den Worten: „Es ist deutlich geworden, dass die US-Regierung nur auf Stärke reagiert.“ Unter der Leitung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werden daher vorbereitende Schritte für mögliche Maßnahmen geprüft.
Neue Front im Handelsstreit: Auch Dienstleistungen im Fokus
Während Handelsstreitigkeiten bisher vorwiegend über Zölle auf Industriegüter ausgetragen wurden, könnte die EU diesmal eine andere Richtung einschlagen. Im Fokus stehen offenbar auch Dienstleistungsbranchen – insbesondere der digitale Sektor, wo US-Technologiekonzerne dominieren. Besonders Apple, Google und Meta könnten von solchen Überlegungen betroffen sein. Auch eine europäische Digitalabgabe wird als denkbare Option ins Spiel gebracht, die unter anderem mit dem zusätzlichen Kontrollaufwand digitaler Plattformen für EU-Behörden begründet wird.
Von der Leyen zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht über die Zollpläne der USA und nannte sie „schädlich für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks“. Gleichzeitig zeigte sie sich entschlossen, im Interesse der europäischen Wirtschaft klare Antworten vorzubereiten.
Gezielte politische Wirkung und wirtschaftlicher Druck
Besonders heikel ist der innenpolitische Aspekt der möglichen Maßnahmen. Ein von der EU bereits vorbereiteter Zollkatalog zielt bewusst auf Produkte ab, die in wirtschaftlich sensiblen Regionen der USA hergestellt werden – häufig in republikanischen Hochburgen. Dies könnte nicht nur wirtschaftlichen Druck ausüben, sondern auch politische Wirkung zeigen, indem es den handelspolitischen Kurs der USA in Frage stellt.
Die geplante Liste umfasst eine Vielzahl von Produkten, darunter Haushaltswaren und landwirtschaftliche Geräte. Sie wurde laut Berichten bereits als Druckmittel bei Gesprächen in Washington präsentiert, bislang jedoch ohne Erfolg.
Strenge Maßnahmen gegen US-Plattformen möglich
Besonders strikt könnten die Maßnahmen gegen die Plattform X ausfallen. Innerhalb der EU-Kommission wird laut Insidern erwogen, personalisierte Werbung auf der Plattform zu untersagen. Ein solches Verbot könnte das Geschäftsmodell von X im europäischen Markt erheblich schwächen oder gar destabilisieren. Politisch könnte dies ein direkter Affront gegen Elon Musk werden, einen engen Vertrauten des US-Präsidenten.
Die Grünen-Parteivorsitzende Franziska Brantner unterstützte eine härtere Linie und sprach sich für „ein klares Signal der Stärke aus“. Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betonte die Bedeutung eines selbstbewussten Auftretens, rief jedoch gleichzeitig zu Verhandlungen auf, um eine Eskalation des Konflikts möglichst zu vermeiden.
Abwarten auf US-Entscheidungen
Obwohl die EU bereits mögliche Vergeltungsmaßnahmen auf dem Tisch hat, bleibt der Zeitpunkt ihrer Umsetzung unklar. Die Kommission will zunächst abwarten, in welchem Umfang die US-Regierung tatsächlich Zölle gegen europäische Exporte verhängt.
Die Entwicklungen deuten jedoch darauf hin, dass die EU einen strategischen Kurswechsel anstrebt, der nicht nur Handelswaren, sondern auch Dienstleistungen umfasst – ein Bereich, in dem die USA eine besonders dominierende Rolle einnehmen. Sollte es zu umfassenden Maßnahmen kommen, könnte dies den transatlantischen Handelskonflikt in eine neue Dimension führen.
Unsere Meinung dazu
Der Irrsinn geht weiter. Obwohl anscheinend es ganz klar und bewusst ist, dass höhere Zölle hauptsächlich dem Verbraucher schaden, ist man bereit den Schritt zu gehen.
Dabei blendet man vollkommen aus, dass die USA derzeit auf Autos aus der EU lediglich 2,5 Prozent Zoll erheben, während die EU auf Autoimporte aus den USA bereits jetzt 10 Prozent verlangt. Die Gesamtrechnung für ein US-Fahrzeug sieht sogar deutlich "interessanter" aus.
Zollsatz = Fahrzeugwert + Transportkosten
Einfuhrumsatzsteuer = Fahrzeugwert + Transportkosten + Zollkosten
Gesamtkosten = Fahrzeugwert + Transportkosten + Zollsatz + Einfuhrumsatzsteuer
Somit liegen die zusätzlichen Kosten für ein aus den USA importiertes Fahrzeug bei mindestens ca. 30% gegenüber dem Fahrzeugwert wenn man annimmt, dass die Transportkosten bei 0€ liegen würden.
Lohnt es sich auf Vorrat zu kaufen?
Vermutlich eher nicht. Wenn man jedoch ohnehin überlegt in absehbarer Zukunft ein Apple-Gerät zu erwerben, so sollte man dies wohl nicht zu lange aufschieben, bzw. schon jetzt die Gelegenheit nutzen und bei einem der Angebote zugreifen. Denn bereits die Drohkulisse wird vermutilch dafür sorgen, dass die Händler die Preise anheben werden.
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