Lieferzeiten des MacBook Pro klettern auf Ende Juli
Wer in diesen Tagen den Kauf eines 14 oder 16 Zoll MacBook Pro geplant hat, muss einiges an Geduld mitbringen. Bestellungen, die heute aufgegeben werden, machen sich erst Ende Juli auf den Weg zum Kunden.

Wenn ihr unsere Berichterstattung zur Liefersituation des MacBooks in den letzten Wochen verfolgt habt, ist es keine Neuigkeit, dass diese zurzeit etwas angespannt ist. Mitte April lag die Wartezeit für ein neues MacBook Pro schon bei rund sechs Wochen. Kurz darauf folgten mehrere Warnungen aus der Industrie, dass es zum Zusammenbruch der Lieferketten kommen könnte, wenn die chinesische Regierung an ihren strengen Regulierungen festhält.
Die Lage hat sich jetzt noch einmal drastisch zugespitzt. Auf der Webseite von Apple werden die Lieferzeiten nun mit bis zu zweieinhalb Monaten angegeben. Betroffen sind u. a. alle Modelle des 14 und 16 Zoll MacBook Pro. Je nach Konfiguration wird der 25. Juli als Lieferdatum angegeben. Das 13 Zoll MacBook Pro mit M1-Chip ist von den Lieferschwierigkeiten aber nicht betroffen.
Lockdown in China verschärft Lieferprobleme
Neben der globalen Chipknappheit, mit der die Hersteller schon seit Beginn der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen haben, verschärfen die strikten Lockdowns in China die Situation noch weiter. Seit dem letzten Monat ist Shanghai nahezu komplett abgeriegelt. Rund um die Metropole sind allerdings mehr als die Hälfte der 200 chinesischen Zulieferer von Apple angesiedelt.
Wie das Branchenblatt DigiTimes berichtet (Paywall, via MacRumors), wird beispielsweise in den Werken von Quanta Computers derzeit nur mit einer Kapazität von zehn bis 20 Prozent produziert. Quanta ist in China der einzige Zulieferer der High-End-MacBooks.
In den Fabrikhallen fehlt es jedoch nicht nur an Material bzw. Komponenten: Auch die Arbeitskräfte sind Mangelware. Während des Lockdowns dürfen nämlich nur Mitarbeiter ihren Dienst verrichten, die in den angegliederten Schlafsälen des Konzerns übernachten. Nach außen sind die Fabriken komplett abgeriegelt.
Containerabfertigung steht ebenfalls still
Doch selbst wenn die Bänder wieder in normaler Geschwindigkeit laufen, würden die Lieferschwierigkeiten bestehen bleiben. Im Moment kommt es auch zum Stau in den chinesischen Häfen. Zahlreiche Frachter warten darauf, entweder Ware zu entladen oder neue Container an Bord zu nehmen. So kommen die dringend benötigten Bauteile nicht in die Werke und die fertigen MacBooks nicht zum Kunden.
DigiTimes hat von nicht näher genannten Quellen erfahren, dass die Produktion vorerst mit angezogener Handbremse weiterläuft. Mit einer Besserung rechnet man nicht vor Juli, es könnte sich aber auch in den August ziehen.
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