Mac News · macOS

OpenAI widerruft Code-Signaturzertifikate nach Lieferkettenangriff

OpenAI reagiert auf einen Lieferkettenangriff und widerruft Code-Signaturzertifikate. macOS-Nutzer müssen ihre Desktop-Apps bis 12. Juni 2026 aktualisieren, damit sie weiter funktionieren.

A
AppTickerTeam
Vor 2 Std3 Min. Lesezeit
OpenAI widerruft Code-Signaturzertifikate nach Lieferkettenangriff
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

OpenAI hat einen Sicherheitsvorfall entdeckt, der die Nutzung seiner Desktop-Anwendungen auf Apple-Rechnern vorübergehend einschränkt. Der Hintergrund ist ein Angriff auf eine weit verbreitete Open-Source-Bibliothek, die in der Softwareentwicklung des Unternehmens zum Einsatz kommt. Aus diesem Grund widerruft OpenAI bestimmte Code-Signaturzertifikate und zwingt macOS-Nutzer zur Aktualisierung ihrer Programme. Für Besitzer von iPhones oder Windows-PCs bleibt die Lage hingegen unproblematisch.

Lieferkettenangriff auf TanStack

Der Vorfall geht auf einen Angriff zurück, der am 11. Mai 2026 die Open-Source-Bibliothek TanStack traf. Diese Software-Komponente wird in der Entwicklung zahlreicher Anwendungen genutzt und stand im Zentrum einer koordinierten Attacke, die unter dem Namen „Mini Shai-Hulud“ bekannt wurde. Innerhalb von OpenAI waren zwei Arbeitsgeräte von Angestellten mit der schädlichen Software in Kontakt gekommen. Das Unternehmen reagierte umgehend, isolierte die betroffenen Systeme und beauftragte eine externe Firma für digitale Forensik. In einigen internen Quellcode-Bereichen, auf die die beiden Mitarbeiter Zugriff hatten, fanden sich Aktivitäten, die typisch für die Schadsoftware sind: unbefugte Zugriffe und der Versuch, Zugangsdaten zu stehlen. OpenAI betont, dass nur ein kleiner Teil dieser Daten tatsächlich abgegriffen wurde; Quellcode und andere Informationen blieben unberührt.

Zertifikate werden widerrufen

Die betroffenen Quellcode-Bereiche enthielten auch Signaturzertifikate, die zur Beglaubigung von OpenAI-Produkten dienen. Um sicherzustellen, dass keine gefälschten Apps mit diesen Zertifikate circuliieren, widerruft das Unternehmen alle bisherigen Beglaubigungen. Auf macOS bedeutet dies, dass Desktop-Programme bis zum 12. Juni 2026 aktualisiert werden müssen. Ab diesem Datum blockiert das Betriebssystem alle Anwendungen, die noch mit den alten Zertifikate signiert sind. Die betroffenen Versionen – darunter ChatGPT Desktop in der Build 1.2026.118, Codex App mit der Nummer 26.506.31421, das Kommandozeilen-Tool Codex in der Release 0.130.0 sowie Atlas in der Fassung 1.2026.119.1 – verlieren nach dem Widerruf ihre Unterstützung und lassen sich möglicherweise nicht mehr starten. Nutzer können die Aktualisierung über die integrierte Update-Funktion oder die offiziellen Download-Seiten vornehmen. Parallel dazu arbeitet OpenAI mit Plattformbetreibern zusammen, um neue Beglaubigungen mit den alten Zertifikate zu verhindern.

Betroffene Desktop-Programme

Von der Update-Pflicht betroffen sind vier OpenAI-Programme auf macOS: die ChatGPT-Desktop-App, die Codex App, das Codex-Befehlszeilenprogramm und Atlas. iOS-Apps und Windows-Programme hingegen müssen nicht aktualisiert werden, da hier keine Zertifikatsrotation erforderlich ist. OpenAI hat bereits E-Mails an macOS-Nutzer versendet, um sie auf die bevorstehende Aktualisierung hinzuweisen. Das Unternehmen betont, dass keine Kundendaten, Produkte oder geistiges Eigentum kompromittiert wurden. Auch bekannte Schadprogramme wurden nicht mit OpenAI-Zertifikate signiert. Nutzer sollten ihre Programme nur über die offiziellen Kanäle beziehen – also die In-App-Update-Funktion oder die Download-Seiten von OpenAI – und keine Installationsdateien aus unbekannten Quellen wie E-Mails, Social-Media-Nachrichten, Werbeanzeigen oder fremde Download-Portale verwenden.

Zusammenfassung

OpenAI reagiert auf einen Lieferkettenangriff und widerruft Code-Signaturzertifikate. macOS-Nutzer müssen ihre Desktop-Apps bis 12. Juni 2026 aktualisieren, damit sie weiter funktionieren. Kundendaten und Produkte selbst sind nicht kompromittiert.

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Mac News.

Alle Mac News →
OpenAI entwickelt eigenes Smartphone mit KI-Agent-Interface
Smartphone

OpenAI entwickelt eigenes Smartphone mit KI-Agent-Interface

OpenAI kehrt von der screenlosen Vision zurück und entwickelt ein AI Agent Phone mit MediaTek-Chip, das 2027 auf den Markt kommen soll. Analyst Ming-Chi Kuo hat Details aus der Lieferkette preisgegeben.

Vor 2 Tagen1 Min
Age of Empires II: Definitive Edition erscheint erstmals nativ auf macOS
Mac News

Age of Empires II: Definitive Edition erscheint erstmals nativ auf macOS

Der Strategiespiel-Klassiker Age of Empires II: Definitive Edition ist ab sofort erstmals offiziell für macOS verfügbar. Die Mac-Version läuft nativ auf Apple-Silicon-Prozessoren und kostet 32,99 Euro über Steam.

Vor 4 Tagen1 Min
„Age of Empires II“: Die Definitive Edition erscheint noch im Mai für macOS
Apps

„Age of Empires II“: Die Definitive Edition erscheint noch im Mai für macOS

Für den Mac gibt es in Sachen Spiele immer mehr Hochkaräter. In diesem Monat gesellt sich „Age of Empires II“ in der überarbeiteten Definitive Edition dazu.

21.05.20261 Min
macOS 27: Siri als eigenständige App, KI-Features und Touchscreen-Vorbereitung
Mac News

macOS 27: Siri als eigenständige App, KI-Features und Touchscreen-Vorbereitung

Apple bereitet mit macOS 27 eine der umfassendsten Überarbeitungen der Mac-Software vor: Eine eigenständige Siri-App, KI-gestützte Foto- und Browser-Features sowie erste Touchscreen-Optimierungen stehen auf der Agenda.

20.05.20261 Min
macOS 26.5: Mac mini startet automatisch bei Stromanschluss
Mac News

macOS 26.5: Mac mini startet automatisch bei Stromanschluss

Apple entschärft das umstrittene Design des Mac mini per Software-Update: Mit macOS 26.5 lässt sich das automatische Starten bei Stromzufuhr aktivieren. Der versteckte Power-Knopf auf der Unterseite entfällt damit als Hürde.

16.05.20261 Min
OpenAI prüft Klage gegen Apple wegen ChatGPT-Deal
Apple

OpenAI prüft Klage gegen Apple wegen ChatGPT-Deal

OpenAI hat externe Anwälte eingeschaltet und prüft rechtliche Schritte gegen Apple. Die ChatGPT-Integration in iOS, iPadOS und macOS brachte deutlich weniger Abo-Zuwächse als erhofft.

15.05.20261 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.