Vor 19 Jahren startete das Original-iPhone: So begann die Smartphone-Revolution

Gestern jährte sich ein Meilenstein der Tech-Geschichte zum 19. Mal: Am 29. Juni 2007 war das erste iPhone in den USA zum Kauf verfügbar. Was als riskantes Experiment begann, entwickelte sich zum bestimmenden Faktor der gesamten Smartphone-Branche. Der Verkaufsstart markierte nicht nur den Beginn einer neuen Produktlinie, sondern veränderte nachhaltig, wie Menschen mit Mobilgeräten interagieren. Ein Blick zurück zeigt, welche technischen Kompromisse Apple damals einging und welche strategischen Entscheidungen das Gerät so erfolgreich machten.
Revolution auf 135 Gramm
Das Original-Modell imponierte vor allem durch seine kompakte Bauweise: Mit 135 Gramm Gewicht und einem 3,5-Zoll-Display bot es eine Handlichkeit, die viele Konkurrenten damals nicht erreichten. Eine 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite rundete die Hardware ab. Der Startpreis lag bei 499 US-Dollar für die 4-GB-Variante bzw. 599 US-Dollar für das 8-GB-Modell.
Für heutige Verhältnisse erstaunlich: Das Gerät verzichtete auf zahlreiche Features, die später zum Standard wurden. Folgende Funktionen fehlten beim Verkaufsstart:
- Keine austauschbare Batterie
- Kein physisches Tastatur-Keyboard
- Kein App Store für Drittanbieter-Apps
- Kein Schlitz für Speicherkarten
Trotz dieser Einschränkungen setzte Apple auf ein reines Touchscreen-Interface und vertraute darauf, dass die Bedienung intuitiv genug sei, um auf mechanische Tasten zu verzichten.
Vollkontrolle statt Netzbetreiber-Diktat
Apple ging einen unkonventionellen Weg bei der Markteinführung: Das Unternehmen schloss eine Exklusivpartnerschaft mit AT&T, das damals noch unter dem Namen Cingular bekannt war. Diese Entscheidung verfolgte ein klares strategisches Ziel. Apple wollte volle Kontrolle über das Design, die Software und das Nutzererlebnis behalten, ohne dass Netzbetreiber wie bei etablierten Handys Einfluss auf das Gerät nehmen konnten.
Diese Unabhängigkeit von den Telekommunikationsunternehmen war in der Branche damals nahezu unbekannt. Netzbetreiber diktierten zuvor meist die Hardware-Spezifikationen und präinstallierten eigene Software. Durch die Partnerschaft mit AT&T konnte Apple sein Gerät unverändert auf den Markt bringen und die Nutzererfahrung von der Hardware bis zur Oberfläche selbst bestimmen.
Skepsis trifft auf Begeisterung
Nicht alle Branchenbeobachter glaubten an den Erfolg des neuen Geräts. Steve Ballmer, damals CEO von Microsoft, prophezeite im April 2007, dass das iPhone keine nennenswerten Marktanteile erreichen werde. Diese Einschätzung spiegelte die allgemeine Skepsis wider, die ein Smartphone ohne physische Tastatur und ohne etablierte App-Ökosystem hervorrief.
Die Fachmedien urteilten jedoch deutlich positiver. David Pogue von der New York Times und Walter S. Mossberg vom Wall Street Journal lobten das iPhone trotz der fehlenden Funktionen als revolutionär. Beide Testberichte hoben besonders die Touchscreen-Interaktion und die integrierte Musikwiedergabe hervor. Die Kritik an technischen Auslassungen wie der fehlenden Speicherkarte wurde durch das innovative Gesamtpaket relativiert.
Von Millionenseller zum Branchenstandard
Die Marktreaktion übertraf die Erwartungen: Im Jahr 2007 verkaufte Apple insgesamt 1,9 Millionen iPhones, obwohl das Gerät erst Ende Juni verfügbar war. Dieser Erfolg veranlasste Apple bereits im September 2007 zu einer Preisanpassung. Das 8-GB-Modell kostete fortan nur noch 399 US-Dollar, während die 4-GB-Version aus dem Angebot genommen wurde.
Das Original-iPhone blieb bis zum 15. Juli 2008 im Sortiment, bevor es offiziell auslaufen sollte. Zum Vergleich mit der aktuellen Generation: Das iPhone 17e startet heute bei 599 US-Dollar, bietet jedoch bereits 256 GB Speicher und wiegt 170 Gramm. Das iPhone 17 Pro Max bringt es auf 231 Gramm bei einem 6,9-Zoll-Display.
Die interne Wirkung des Geräts war ebenfalls nachhaltig. Tony Fadell und Greg Joswiak erinnerten sich in einem Video des Wall Street Journal aus dem Jahr 2022 an die aufregende, aber stressige Zeit rund um den Verkaufsstart. Innerhalb von Apples eigenen Reihen veränderte das iPhone die Unternehmenskultur: Mitarbeiter waren plötzlich ständig mit Nachrichten und E-Mails verbunden, was das Kommunikationsverhalten im Unternehmen grundlegend umgestaltete.
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