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WhatsApp führt globale Benutzernamen-Reservierung ein

WhatsApp durchbricht das Prinzip der telefonnummernbasierten Identifikation. Die Reservierung für individuelle Benutzernamen hat begonnen, die volle Funktion folgt schrittweise.

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AppTickerTeam
Vor 8 Std3 Min. Lesezeit
WhatsApp führt globale Benutzernamen-Reservierung ein
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WhatsApp führt erstmals individuelle Benutzernamen ein und bricht damit mit dem seit Jahren bestehenden Prinzip der telefonnummernbasierten Identifikation. Die weltweite Reservierungsphase startete am 29. Juni 2026, während die vollständige Chat-Funktion schrittweise bis Ende des Jahres nachfolgen wird. Diese Entwicklung markiert einen fundamentalen Wandel in der Strategie des Messenger-Dienstes, der lange Zeit die Telefonnummer als zentrales Identifikationsmerkmal angesehen hatte. Mit der neuen Funktion rückt der Marktführer näher an Datenschutz-Features, die Wettbewerber bereits seit Jahren anbieten. Die Einführung soll sowohl die Privatsphäre der Nutzer stärken als auch die Plattform für Marken und Influencer attraktiver gestalten.

So reserviert man den Namen

Nutzer, die bereits eine Benachrichtigung erhalten haben, können ihren gewünschten Benutzernamen direkt in der App festlegen. Der Weg dorthin führt über den Menüpunkt Einstellungen, dann Konto und schließlich Benutzername. Der gewählte Name muss zwischen drei und 35 Zeichen lang sein und ist weltweit eindeutig. Wer noch keine Idee hat, findet in der App einen integrierten Generator, der kreative Vorschläge macht. Marken und Influencer profitieren von einer speziellen Funktion: Sie verknüpfen ihr Meta-Konto und übernehmen damit ihre etablierten Namen aus Facebook oder Instagram. Die Nutzung bleibt freiwillig, bestehende Kontakte funktionieren weiterhin über die Telefonnummer, und der gewählte Name lässt sich später jederzeit ändern oder löschen.

Datenschutz vor Spam und Fremden

Alice Newton-Rex, die Vizepräsidentin für Produktentwicklung, betont den Datenschutz als Hauptvorteil der neuen Funktion. Sie bezeichnet die Einführung als das nächste große Upgrade für die Privatsphäre auf der Plattform. Konkret bedeutet das: Es gibt kein öffentliches Verzeichnis, in dem sich Namen durchsuchen lassen, und die App schlägt beim Tippen keine Kontakte automatisch vor. Wer jemanden erreichen möchte, muss den exakten Benutzernamen kennen. Für zusätzlichen Schutz bietet WhatsApp einen optionalen Username Key an. Fremde benötigen diesen Code, um die allererste Nachricht zu senden, was unerwünschte Kontaktversuche erheblich erschwert. Die Handynummer verschwindet zwar aus der Anzeige für neue Kontakte, bleibt aber weiterhin zwingend erforderlich, um ein Konto zu erstellen. Sobald ein Chatpartner die Nummer im eigenen Telefonbuch gespeichert hat, wird sie dennoch angezeigt.

Nachholjagd auf die Konkurrenz

Mit rund drei Milliarden aktiven Nutzern dominiert WhatsApp zwar den globalen Messenger-Markt, doch die Wettbewerber setzen seit Jahren auf nummernfreie Identitäten. Telegram nutzt Benutzernamen als Standard und hat damit etwa eine Milliarde Nutzer gewonnen. Signal, das zwischen 70 und 100 Millionen Nutzer zählt, versteckt die Telefonnummer seit Anfang 2024 ebenfalls hinter individuellen Namen. Deutlich radikaler gehen Threema und Session vor: Beide Dienste verzichten bei der Registrierung komplett auf eine Handynummer. Threema verzeichnet knapp 10 Millionen Nutzer und ist besonders in Deutschland und der Schweiz beliebt. Dass WhatsApp jetzt nachzieht, zeigt, dass der Druck der Konkurrenz und das gestiegene Bewusstsein für digitale Privatsphäre selbst den Marktführer zu einem grundlegenden Wandel gezwungen haben.

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