1,2 Milliarden Euro Strafe für Meta: Keine Übertragung mehr von Daten in die USA
Herber Dämpfer für Meta im europäischen Raum: Der Konzern wurde mit einer Rekordstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro belegt. Außerdem dürfen in Kürze keine Nutzerdaten mehr von Facebook, WhatsApp und Instagram über den großen Teich geschickt werden.

Dem Unternehmen Meta, zu dessen Portfolio unter anderem die Dienste Facebook, WhatsApp und Instagram gehören, sieht sich regelmäßig mit Vorwürfen schwerer Datenschutzverstöße konfrontiert.
Die zuständige Datenschutzbehörde in Irland hat daher einer Pressemitteilung zufolge schwere Geschütze aufgefahren und den US-Konzern mit einer Rekordstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro belegt - noch nie wurde ein höheres Bußgeld aufgrund von Verstößen gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung verhängt.
Darüber hinaus muss Meta innerhalb der nächsten fünf Monate die Übertragung personenbezogener Daten von EU-Bürgern, die Facebook, WhatsApp oder Instagram nutzen, einstellen.
Der Entscheidung liegt ein inzwischen zehnjähriger Rechtsstreit zugrunde, den der Österreicher Max Schrems im Jahr 2013 losgetreten hatte. Auslöser der damaligen Auflehnungen seien die Enthüllungen des bekannten Whistleblowers Edward Snowden gewesen.
Meta: Kein Verständnis für Entscheidung
Wie Schrems über die Datenschutzorganisation Noyb verlauten lässt, wird sich Meta mit dem jüngsten Urteil nicht zufrieden zeigen und entsprechende Rechtsmittel gegen die Entscheidung der irischen Datenschutzbehörde einlegen. Der gesamte Prozess dürfte sich dementsprechend weitere Jahre in die Länge ziehen.
Meta spielt demzufolge auf eine möglicherweise schon bald in Kraft tretende Vereinbarung zum Datenaustausch zwischen der EU und der USA an. Allerdings heile eine nachträgliche Regelungen nicht die Vergehen vergangener Tage, in denen eine derartige Gesetzesgrundlage noch keinen Bestand hatte, so Schrems.
In der Zwischenzeit meldete sich auch Meta in Form seiner Vertreter Nick Clegg und Jennifer Newstead zu Wort und bezeichnete die Entscheidung als "ungerechtfertigt". In der Firmenzentrale fürchte man einen Präzedensfall, der sich auch auf viele andere Unternehmen auswirken könnte.
Der IT-Branchenverband Bitkom pflichtet dem bei: Bei allem Verständnis für umfangreiche Datenschutzbestimmungen dürfe sich die EU nicht vom Datenfluss der restlichen Welt abkapseln. Geschäftsführer Bernhard Rohleder sieht in dieser Entwicklung einen tendenziell größeren Schaden für Unternehmen und Bürger als Nutzen.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Sonstiges.

Meta startet Muse Code KI-Agent für Mac und Linux
Muse Code ist der neue KI-Agent von Meta für macOS und Linux. Der Contributor-Tarif tauscht Code-Daten gegen stark reduzierte Kosten.

Meta fordert nahtloses Pairing für Ray-Ban-Brillen und Quest-Headsets
Meta fordert von Apple die Öffnung der nahtlosen Geräte-Kopplung für Ray-Ban-Brillen und Quest-Headsets. Ein an sich nutzerfreundlicher Wunsch, der seit neun Monaten in einem regulatorischen und technischen Tauziehen feststeckt.

EU warnt Meta vor 12,5-Milliarden-Geldstrafe wegen suchtfördernder App-Designs
Die Europäische Kommission wirft Meta vor, Facebook und Instagram durch Endlosscrollen und Autoplay bewusst süchtig machend zu gestalten. Bei einem Verstoß gegen den Digital Services Act droht eine Rekordbuße.

WhatsApp führt globale Benutzernamen-Reservierung ein
WhatsApp durchbricht das Prinzip der telefonnummernbasierten Identifikation. Die Reservierung für individuelle Benutzernamen hat begonnen, die volle Funktion folgt schrittweise.

Instagram-Bug offenbarte private Daten von Zuckerberg und Mbappé
Ein Programmierfehler im Passwort-Reset-Tool von Instagram gab am 6. Juni 2026 private E-Mail-Adressen und Telefonnummern preis. Meta reagierte schnell mit einem Notfix, doch die Risiken für die Betroffenen bleiben hoch.

Meta führt Premium-Abos für WhatsApp, Instagram und Facebook ein
Das Social-Media-Unternehmen Meta stellt drei neue kostenpflichtige Abos vor: WhatsApp Plus für 2,49 Euro mit Personalisierungsfunktionen, Instagram Plus und Facebook Plus für jeweils 3,40 Euro mit erweiterten Story-Tools und Creator-Features. Die kostenlosen Basisversionen bleiben erhalten.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.